Batang Ai National ParkDie gruenen Tage im Dschungel waren wunderbar. Das Beste, was ich je bei meinen Reisen erlebt habe. Am Tag unserer Ankunft ging es nach dem Ablegen unseres Gepaecks erst einmal zum Flussschwimmen und Abendessen noch zwei-drei Flussbiegungen weiter stromaufwaerts zu einer kleinen "Sandbank". Mit im Bambusrohr gegarten Fischen und leckerem Reis beendeten wir diesen Tag.

Nach der ersten Nacht sollte sich der erste Tag als unglaublich anstrengend entpuppen. Wir wurden vormittags erneut per Longboat stromaufwaerts gefahren, um von Kleine Eidechse dort aus unsere erste Wandertour zu starten. Dieser Trail wurde im Batang Ai Prospekt als "easy" deklariert. Allerdings ging es die ersten beiden Stunden permanent bergauf. Wir ungeuebten Traveller waren hinter unserem Ranger und dem Traeger nur am Schnauben und Schwitzen, waehrend die beiden kleinen Asiaten keine einzige Schweissperle auf der Stirn trugen. Auf der Bergspitze (geschaetzte 400m) angekommen ging es dann allerdings nur noch bergab zurueck zum Rangeroffice. Was fuer ein Trip. Und wir wollen die kommenden Tage noch weitere Trecks machen? Der Abend wurde mit einem Besuch per Fuss im nahegelegenen Iban Longhouse beendet. Bei Kaffee und Palmensekt lernten wir dort Angais Onkel kennen.

Komischerweise gab es trotz der nicht eingelaufenen neuen Wanderschuhe bei mir wiedererwartend keine Blasen an den Fuessen. Da hab ich dann scheinbar doch was Gutes gekauft.

Die folgenden beiden Tage wurden wir beim Trekken immer besser, so dass wir am dritten Tag schon ganze 12km geschafft hatten. Neben vielen Orang Utan Nestern gab es hier und da kleines Insektengetier, grosse Eichhoernchen und viele bunte, kleine und grosse Voegel zu sehen. An dieser Stelle moechte ich aber auf Gunnars Blog verweisen, der sicherlich genauer dokumentiert, was wir alles entdeckt hatten.

Ein Insekt moechte ich an dieser Stelle aber dennoch nennen: die gefaehrliche Dschungelbiene. Zuerst wurde ich ins rechte Schulterblatt gestochen. Ganz instinktiv und aufjauchzend bin ich in die schuetzende Hockstellung gegangen und versuchte Blickkontakt zu dem vor mir laufenden Angai zu bekommen, um zu erfahren, was ich machen soll. Er wollte natuerlich wissen, wieso ich mich ploetzlich so kruemmte. Als klar war, dass hier irgendwas mit Bienen am Start war, rief er nur: Run! Run! Puuuuh. Eine wild gewordene Summsi ist mir beim Wegrennen noch gegen die Stirn geknallt. Gruppenbild mit unserem Ranger und den Traegern Gunnar durfte hinter mir laufend auch noch einen Stachel einstecken. Auch er jauchzte wie "angestochen" und schrie Antje nur zu: "Antje, renn! Renn!". Antje: "Wieso? Was ist denn los? Sind da Bienen?" Gunnar: "Frag' nicht. Renn einfach!" Allerdings folgte Antje unserem Schlusslicht, dem Gepaecktraeger durch's Unterholz, um die gefaehrliche Stelle zu umgehen. War das aufregend. Die Stiche waren aber nicht so schlimm, wie es hier vielleicht klingen mag. Im Endeffekt war es aber eine wirklich lustige Geschichte, ueber die wir drei zusammen mit Angai immer wieder lachen mussten.

Eigentlich wollten wir noch eine vierte Wanderung (ev. sogar eine Nachtwanderung) machen. Allerdings wurden wir auf Grund der herrlich entspannenden Natur dann so faul, dass wir lieber die Seele baumeln liessen. Waehrend der Zeit im gruenen Dschungel besuchten wir noch ein weiteres Mal den alten Onkel von Angai und wurden mit weiteren Iban zum Umtrunk aufgefordert. Dazu wurde leckeres selbstgeschossenes Wildschwein, Palmensekt und Reiswein kredenzt. Am Ende war es eine wirklich lustige Runde, auch wenn nur Angai mehr oder weniger gut mit uns auf Englisch kommunizieren konnte. Ganz spannend wurde auch meine Taschenlampe mit Kurbel bestaunt. Da drausen, weit entfernt von Funkmasten, Fernsehen und Strom waehre das sicher ein interessantes Hilfsmittel. Nebenbei wurde natuerlich auch unsere Bienengeschichte erzaehlt, die fuer viel Spass bei den Anwesenden sorgte.

Umtrunk bei AngaiNach den beiden Abhaengtagen ging es zurueck zum Staudamm. Auf Einladung durften wir bei Angai fuer eine Nacht in sein Heim bei seiner Familie uebernachten. Am Longhaus angekommen wurden wir von den dort lebenden Iban herzlichst empfangen und gleich von vorn bis hinten begutachtet. Und prompt stand schon wieder eine Kanne Palmensekt auf dem Boden vor uns. Nach einem super leckerem Dinner ging der Abend in illustrer Runde einem sehr feucht froehlichen Ende zu. Angefangen bei Angai musste jeder in der Runde mit lautem "HOHA!" ein Glaeschen Reiswein hinter die Binde kippen. Ein Glueck das der Wecker gestellt war. Denn am naechsten Morgen ging es um 9 Uhr von Lubok Antu weiter nach Miri. Eine elfstuendige Reise mit dem Ekspress Bas ueber mehr oder weniger holprige Landstrassen.

Miri war nicht so prickelnd, zumal wir bei unserer spaeten Ankunft am Busterminal einen ziemlich agressiven Taksifahrer erwischten, der am Ende mit dem Knueppel drohte, um seine fehlenden 5 RM zu bekommen. Und die Nacht im Thai Foh Inn wuerde ich am liebsten auch aus meinem Reisetagebuch streichen. Die bisher schlechteste Unterkunft. Und dafuer gar nicht so preiswert.

Zum Glueck ging es heute Morgen gleich mit dem Ekspress Boot weiter nach Marudi, wo es schon viel angenehmer ist. Neben dem Hotel macht auch hat kleine Staedtchen viel mehr Charme als das laute Miri. Morgen geht's dann aber auch von hier aus schon wieder weiter in Richtung Mulu National Park. Dort treffen wir dann Claudi und Markus. Ich denke wir werden ihnen einen lustigen Empfang am Flughafen bereiten.

Da ich nun also wieder fuer einige Tage im dichten Borneodschungel unterwegs bin wird es wohl wieder eine Weile dauern, bis der Blog gefuettert wird. Fuer Notfaelle bin ich aber (falls Netz vorhanden) hier in Malaysia unter folgender Mobilnummer erreichbar: Vorwahl Malaysia + (0)198746081.

Und was hat es nun mit dem "Trompez" auf sich? Keine Ahnung, was Gunnar da wieder vom Stapel gelassen hat. Beim erklaeren der Form (ich glaube eines Tieres) ist ihm diese neumodische, geometrische Figur rausgerutscht. Ich denke es soll irgendwas zwischen Rhombus und Trapetz darstellen.

Monday, 17 September 2007 16:21:24 (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)
na zum Glück hast du das trompez am ende noch erklärt:) Ich habe hier in leipzig gerade bambus umgetopft und halte ihn mir nun als zimmerpflanze... was für ein vergleich! lol
Ich würde mir noch eine geschmacksbeschreibung des palmensekts wünschen:) dann werde ich noch neidischer...
liebe grüße aus dem heute ausnahmsweise warmen leipzig!
Anja
Anja
Monday, 17 September 2007 18:15:16 (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)
Hallöle Marci,

schön von dir bzw. euch zu hören und zu lesen dass es dir gutgeht. Bienenstiche sind aber nicht das, was für mich zu einem gelungenen Urlaub dazugehört, ich kann mir aber die Aufregung richtig gut vorstellen. Antjes Reaktion... wie im Film. Absolut herrlich. Habt noch eine gute Zeit im Osten, ich ruf dich bald an!

Liebe Grüße,
Alex
Tuesday, 18 September 2007 08:38:20 (W. Europe Daylight Time, UTC+02:00)
BTW, ein sehr cooles T-Shirt!
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