Alles super im Nachbarland

Noch sind wir stark irritiert von dem, was wir hier erleben. Alles, was uns zuvor berichtet wurde oder wir gelesen hatten trifft so nicht ganz zu: Die Abzockfalle hat noch nicht zugeschlagen, das Essen ist bisweilen sehr gut und Siem Reap erscheint in neumodisch westlichem Glanz. Außerdem ist Angkor Wat in meinen Augen nicht wirklich dieser heilige, mystische Ort, von dem alle reden. Klar war es fantastisch diese Tempelanlagen zu sehen. Doch stören die vielen Touristen und vor allem der Preis in Kombination mit den vielen kambodschanischen Händler (oft Kinder), die einem permanent am Zipfel hängen um Essen, Postkarten oder raubkopierte Bücher zu verkaufen.

Auch Siep Reap entspricht nicht ganz den Erwartungen: während der Großteil der Stadt ohne Straßenbeleuchtung auskommt und somit ein wenig die vorhandene Armut wiederspiegelt ist der Bereich um Psar Char mit bunten Lichtern der vielen Bars und Restaurants durchflutet. Hier treffen sich so ziemlich alle Touristen, die tagsüber die Tempelanlagen um Angkor Wat besuchten und abends zum Essen ausgehen. Ein sehr komischer Eindruck, der sich auf Grund dieser beiden Extreme bei mir einbrennt.

Nachdem wir heute Angkor Wat, Angkor Thom und Bayon gesehen haben, sind wir einheitlich zu dem Schluss gekommen, die Steine Steine sein zu lassen und schon morgen weiter nach Phnom Penh zu reisen. Genug Kultur. Auch bezüglich der Reise nach Peng Peng (wie wir gern sagen) haben sich die Pläne ein wenig geändert. Die Fahrt per Boot über den Tonle Sap haben wir nach Auskunft unseres lokalen Buttlers geknickt, da wohl auf der vier stündigen Fahrt per Speedboot kaum etwas zu sehen sei und mit 35 $ doch recht happig zugelangt wird. Also wird es morgen per Bus weiter gehen. Somit haben wir auch den einen Tag wieder gut gemacht, den wir in Trat für Jan geopfert hatten. Ihm geht's momentan auch wieder etwas besser. Die Schmerzen sind jetzt in Richtung Schulterblätter gewandert.

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