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Mich laust der Affe

Auch Alex' Bauch meldete sich mit leichten Krämpfen. Hoffentlich hat er sich nichts von mir weggeholt. Zur Sicherheit kommen die frei erhältlichen Antibiotika auch bei ihm zum Einsatz.

Per Bus ging es ziemlich abrupt (kaum am Terminal angekommen fuhr er ab) von Korat nach Pak Chong, um dort direkt in einen Lokalbus zu springen, der uns zum Eingang des Nationalparks fuhr. Auffällig waren die Massen von Autos und die vielen großen, luxuriösen Ressorts auf der 26 km langen Fahrt dort hin. Vor den Toren dann das große Chaos. Und wie kommen wir hier zu Fuß zum 14 km entfernten Visitors Center im Herzen des Parks? Hitchhiking war die scheinbar gängige Lösung. Und keine 5 min später hat, ohne überhaupt etwas dafür getan zu haben ein Pickup angehalten und uns mitgenommen. Dann die schon vermutete Enttäuschung: alle Unterkünfte ausgebucht - today: full; tomorrow: full; day after tomorrow: full. Also mussten wir uns ein Zelt ausleihen, wenn wir hier bleiben wollten. Als einzige Farangs unter all denn geschätzten 200 jugendlichen Thais suchten wir uns einen kleinen Fleck auf dem Campingplatz und schlugen unser Nachtlager auf. Kaum waren wir fertig, wurden wir von der benachbarten Teeniegruppe angesprochen, ob wir nicht mit zum Wasserfall kommen wollen? Klar! Also ging es gleich weiter mit deren Pickup.

Schon erstaunlich, mit welchem Ansatz die Thais in einen Nationalpark fahren. Eigentlich nur, um die per Auto erreichbaren Highlights abzufahren und dann den Abend in geselliger Runde zu begießen. Wildlife - nie gehört und uninteressant. Wir erlebten dieses Spektakel, da wir zum wahrscheinlich ungünstigsten Zeitpunkt anreisten: am Samstag eines langen Wochenendes (Der König hatte am Freitag Geburtstag). Die erste Nacht war also bitterkalt, laut und knochenhart. Unsere Laune somit eher auf abfallendem Niveau.

Für den kommenden Morgen, an dem bereits einige Zelte verschwunden waren oder abgebaut wurden, hatten wir eine dreistündige Trekkingtour geplant. Unser Guide Jen war geschätzte 60, aber topfit und lustig. Aus den drei Stunden wurde aufgrund unserer Neugier nach Tieren am Ende fast fünf. Wie damals auf Borneo mit Angai war es wieder erstaunlich, zu sehen, mit welcher Gabe die Parkranger das Getier im dichten Regenwald entdecken. Leider haben wir keine Gibbons oder andere Säugetiere entdeckt. Dafür verschiedenste Vogelarten. Gunnar hätte seine wahre Freude daran gehabt. Es ging also aufwärts.

Nach unserer Wanderung haben wir noch einmal einen Versuch im Visitor Center bezüglich einer besseren Unterkunft unternommen. Und siehe da: es gab freie Bungalows. Nach dem Mittagessen (was hier im Park nicht wirklich gut war) ging es zurück zum Campingplatz, wo uns fast die Kinnlade runterfiel. Wo tags zuvor noch Partystimmung mit dutzenden Zelten herrschte war nun nichts mehr. Nur unser kleines grünes Igluzelt stand mitten auf weiter Flur in dieser etwas kargen Landschaft. Sehr abenteurlicher Anblick. Nach dem Abbau unserer Leihunterkunft ging es vollgepackt durch die heiße Nachmittagssonne zu unserer kleinen Bungalowsiedlung. Auch hier war es erstaunlich ruhig. Okay des späteren Abends kam das benachbarte Thaipärchen an und versüßte unsere Nachtruhe mit rhytmisch, animalischen Geräuschen. Schon das zweite Mal, dass Alex und ich diesem Naturschauspiel beiwohnen können: so auch drei Tage zuvor in Trat, als am Abend meines fiebrigen Dämmerzustandes eine ca. 40 jährige, hippieske Französin mit einem Thai intim wurde - direkt auf der Terrasse vor unserem Zimmer. Nicht sehr appetitlich.

Nach dieser nur leicht verbesserten Nacht wurden wir von Gibbonrufen geweckt und konnten an diesem sonnigen Morgen direkt (ca. 100 m) hinter unseren Bungalowreihen einen springenden Gibbon für einen kurzen Moment beobachten. Für diesen Tag war eine weitere Trekkingtour auf eigene Faust geplant. Da nun kaum noch Besucher im Park waren, wurde es schwierig per Daumenexpress zum zweiten großen 6 km entfernten Campingplatz zu gelangen, wo der ca. 3 km lange Pfad entlang eines Flusses beginnen sollte. Mit zwei Mitfahrten klappte es dann aber doch recht einfach. Neben vielen Vögeln (z. B. Kingfisher), Schmetterlingen und einem Rieseneichhörnchen haben wir sogar ein Krokodil schlummernd am gegenüber liegenden Ufer entdeckt. Mit dem heutigen Tag hat sich die anfängliche eher negative Meinung über den Park doch komplett ins Positive verwandelt. Am Abend, also gestern, haben wir noch die letzten Postkarten fertig geschrieben. Der Leipziger Freundeskreis kann sich schon mal auf was gefaßt machen. Überraschung im Anmarsch.

Momentan sitzen wir im Expresszug nach Bangkok: dritte Klasse, ohne Aircon, dafür mit Frisur zerstörendem Fahrtwind. Noch drei Tage, die wir zumindest für die Abendstunden schon verplant haben. Wir werden uns noch mal mit Agnes und den Mädels, sowie mit Antonie treffen. Sonst läßt sich die Zeit sicher schnell mit Shoppen und Massieren lassen verbringen.

PS: Für die letzten drei Blogeinträge versuche ich morgen mal noch Bilder hochzuladen.

Korat: Mein erster Nikolaustag bei 30 Grad Außentemperatur im "Tokio Hotel". In Alex' Tevas stecken eine Wasserflasche und eine Schachtel LM Blue. Meinem Bauch geht's derweil wieder besser und das Fieber der letzten Tage ist auch weg. Also auf in den Khao Yai Nationalpark.

Was bisher geschah: Die letzten drei Tage in Trat kamen mir wie ein einziger vor. Grund dafür waren plötzliche Durchfallprobleme und leichte Benommenheit beim Schlendern durch dieses langsam laufende Städtchen, an dem wir vor knapp 10 Tagen schon einmal waren. Dazu kamen Tag nach der Ankunft noch Bauchkrämpfe und zum Abend hin Fieber bis 38,1°. Also wurde der darauf folgende Tag auf Paracetamol, im Bett und auf dem Klo erlebt. Nach dem abendlichen Besuch im lokalen Hospital wurde dann auf zusätzliche Antibiotika gesetzt. Also war der Pillencocktail komplett: Antibiotika, Malarone, Paracetamol und Tannacomp. Lecker! Das Fieber war am darauf folgenden Tag allerdings weg und somit konnten Alex und ich mit zwei Tagen Verspätung Trat per Bus in Richtung Norden verlassen.

Leider kamen wir erst nach 21 Uhr in Korat an, so dass ein direkter Durchmarsch in den Nationalpark an diesem Tag nicht mehr durchzuführen war. Also Unterkunft suchen. Dabei zeigten sich mal wieder die thailändischen (asiatischen) Charakterzüge: wenn man was nicht genau weiß, dann wird irgendetwas gezeigt oder erzählt. So kam es, dass der Taxifahrer am Busterminal nach unserer Frage, wo wir eigentlich momentan genau wären, uns auf unserer Lonley Planet Karte das falsche Terminal zeigte. Wir waren schon etwas verblüfft, dass er uns zu Fuss von Dannen ziehen lies und freudiger Erwartung wirklich gleich in der Haltestellen-nahen Unterkunft namens "Tokio Hotel" (was wird uns dort wohl erwarten?) anzukommen. Nach 10 min Fußmarsch durch die warme Nacht, entlang einer Hauptstraße, hat sich per GPS und Karte kein wirklich stimmiges Bild ergeben - eigentlich wären es gerade mal 200m laut LP gewesen. Die Zwischenfrage in einem kleinen Internetcafé, welches wie üblich (auch zu dieser Uhrzeit) nur von jungen Teenies zum Internetballern benutzt wird, brachte neue Erkentnisse: richtiger Weg, aber noch weitere 10 min der Straße folgen, am Big C links rum und dann seid ihr da. Nix da. Immer noch falsch, mitten im Nirgendwo. Aber dann hat's doch klick gemacht: Wir waren doch am Busterminal 1 angekommen und nicht, wie fälschlich vom Taxifahrer erfahren, am BT2. Blöd, wenn man einen falschen Ausgangspunkt hat. Mit diesen neuen Infos erreichten wir nach weiteren 5 Minuten durchgeschwitzt unser Ziel. Mit der Band Tokio Hotel hatte diese Unterkunft zum Glück nichts am Hut.

Drei Dinge bleiben also zu bemerken:

  1. Der langersehnte Durchfall kam doch noch. Man muss nur ganz feste dran glauben.
  2. Meine Pillendosis war quantitativ höher, wenn auch farblich nicht so nett daher kommend als Jan's Partypackage.
  3. Nikolaustag im Warmen ist irgendwie ernüchternd. Wo ist mein Weihnachtskalender? Ich will Türchen öffnen.

Die vier Häschen sind wieder auf einer Insel

Nachdem wir den ersten Abend auf der Haseninsel doch recht üppig im Gespräch mit den benachbarten Engländerinnen begossen hatten, war das schlussfolgernde Motto am darauf folgenden Tag: abhängen, Meeresrauschen auf sich wirken lassen und nicht vergessen sich einzucremen. Kurzum: nichts tun. Vielleicht mal eine Kokusnuss vom lokalen Pesonal knacken lassen, um an das erfrischende Innere per Strohhalm zu gelangen. Abends wieder Sterne gucken und Musik hören bei Kerzenschein.

Am zweiten Tag haben wir es dann doch geschafft die von der "German Family" empfohlene Inselumrundung zu absolvieren. Das Wetter war auf Grund leichter Bewölkung und einer milden Briese vom Meer ganz passend. Über kleine Felsufer, vorbei an einsamen Stränden mit Kuh, Palme, Hund und Schwein folgten wir der Grenze zwischen Meer und Land und waren nach ca. 2 Stunden wieder an unserer Hütte angekommen. Erst mal eine tropfnasse, kalte Cola.

Am Abend wollten wir eigentlich einen, dem 1. Advent huldigenden MP3-Player-Jukebox-Contest, wie letztes Jahr mit Claudi und Pipe im Hotel Ocean in Lopuk Antu veranstalten. Allerdings initiierte die deutsche Familie ein Lagerfeuer am Strand, wo wir in geselliger Runde (die vier Gefährten aus Leipzig/Berlin, die "German Family", Anja und Saskia aus Göttingen, sowie andere Traveller) nach Sternschnuppen Ausschau hielten und dem Knistern verbrennender Palmwedel lauschten. Das hatte, obgleich der höhren Menschenansammlung, schon Vergleichbares mit dem Ko Maak Abenteuer von vor drei Jahren mit Gunnar, Antje und Simon.

Am dritten und letzten Inseltag war eigentlich eine Besteigung des zentralen Inselbergs beschlossen. Doch die Trägheit des Inselkollers lies uns auf unserem Bambuspodest (Pipe würde erblassen vor Neid) vor dem Nachtlager zu nichts bewegen. So verbrachten wir auch die letzten Stunden an diesem, man könnte fast sagen, magischen Ort mit Buch lesen, Rotwein aus der Tüte trinken und Musik über Jan's Miniboxen hören. Am Abend wurden wir, im Sand sitzend, mit dem besten Sonnenuntergang des Urlaubs belohnt und konnten bei erneutem Lagerfeuer mit den beiden Mädels aus Göttingen noch mehr Sterne am Himmel zählen - dafür weniger Sternschnuppen (BTW: Sternschnuppe = Shootingstar im Englischen, wie wir am ersten Abend von den Engländerinnen erfuhren). Um sich für die Nacht noch einmal abzukühlen sind Robert und ich noch einmal ins Meer gesprungen (splitterfaser, so wie der liebe Gott uns schuff) und konnten erneut dieses fantastische Spektakel der grün-blau leuchtenden Algen erleben. Es ist einfach unbeschreiblich, wie einem bei jeder Bewegung im Wasser eine schimmernde Aura umgibt. Jeder, der die Möglichkeit dazu hat in diesen Gewässern zu planschen sollte das unbedingt ausprobieren - ein unvergessliches Erlebnis.

Am nächsten Morgen ging es sehr früh raus, da unser Boot bereits um 7 Uhr direkt vom Strand aus losfahren sollte. Das am festländischen Pier wartende Tuk Tuk fuhr uns dann mit Sack und Pack nach Kampot, wo sich die Wege der Gefährten der letzten 16 Tage trennen sollten. Während Alex und ich die südliche Route entlang des Meeres zur thailändischen Grenze suchten, sind Jan und Robert von dort aus per Taxi nach Peng Peng aufgebrochen, um ihre Rückreise nach Deutschland auf Grund der Bangkokproteste besser koordinieren zu können.

Abgesehen von der leichten Abzocke für die Mopedtaxis (15km; 70 km/h mit Kraxe, Fahrer, mir/Alex und Handgepäck auf dem Rücken; jeweils 200 Baht) sind wir nach diesem Höllentrip im Minibus mit reizvoller Landschaft doch noch im Windys in Trat angekommen. Den Abend verbachten wir mit dem lustigen, leicht verpeilten Engländer Andres bei einigen Chang und Thaifood vom Nachtmarkt. Dabei endeten wir natürlich wieder in der Bar, wo wir vor 10 Tagen schon waren und die deutschen Zahlen lehrten. Der Thai mit dem ich diesen Intensivkurs durchführte war anwesend, hat mich sofort erkannt und gleich wiederholt, was ich ihm damals beigebracht hatte. Lektion für diesen Abend: die Zahlen 11 bis 20. Später schliefen wir ein.

Was bleibt für diesen Reisebericht zu bemerken? Wahnsinn, was man über drei Tage Nichtstun alles schreiben kann.

Auf nach Phnom Penh

Nachdem mein letzter Beitrag auf Grund der miesen Qualität des Internetcafés in Siem Reap leider nicht online ging (erst heute) und auch sonst kaum Möglichkeiten existierten, der Umwelt unsere Erlebnisse mitzuteilen, soll nun ein wenig über die restlichen Tage berichtet werden. Nachdem wir die ach so mystischen Steine rund um Angkor Wat gesehen hatten, ging es dann doch auf dem schnelleren und günstigeren Weg per Bus (und nicht mit dem Boot) nach Phnom Penh. Dort angekommen wurden wir wie Frischfleisch im Piranhabecken von sogenannten Touts umlagert. Diese wollten uns mit ihren Tuk Tuks in verschiedenste Unterkünfte chauffieren. Nur Sam machte auf Grund seiner guten Englischkenntnisse einen vertrauenswürdigen Eindruck. Für 3 Dollars ging es also mit ihm zum Tattoo Guest House, wo wir zwei Nächte geblieben sind. Während Alex sich abends Zeit im Zimmer nahm um seinen aufkommenden Schnupfen zu bekämpfen waren Robert, Jan und ich noch am um die Häuser ziehen. Sehr merkwürdig, dass in Peng Peng (als auch in Siep Reap) bereits um Mitternacht alle Bürgersteige hochgeklappt sind und die Bars schließen. Aber Spaß hatten wir dennoch.

Am nachfolgenden Tag haben wir uns einen kleinen Kulturplan auferlegt. Zuerst ging es ins Tuol Sleng Museum. Dem ehemaligen Gefängnis S21 während der Diktatur der Roten Khmer. Ziemlich heftige Kost, die interessant war aber auch nachdenklich machte. Nach diesem eher traurigen Erlebnis ging es weiter zum Royal Palace und der Silver Pagoda, die erste Tempelanlage für Robert und Jan. Dort wurden wir von einem Mönch angesprochen, der mein Äußeres beeindrucken fand. Ich war an diesem Tag mit roter Fischermannhose und orangefarbenem T-Shirt unterwegs, so dass ich von weitem ein wenig in den Farben der Mönche unterwegs war. Zusätzlich fand er meinen Bart ganz witzig. Nach ein wenig Small Talk kam plötzlich die Bitte um Geld, damit er sich auch so einen tollen Reiseführer, wie wir ihn in der Hand hielten, kaufen zu können. Irgendwie hat mich dieses Situation dann doch etwas verwirrt, so dass ich mir (so auch die anderen Jungs) nicht mehr sicher war, ob dieser Mönch echt ist. Sei es drum, wir gaben ihm die drei Dollars in der Hoffnung, dass sie wirklich in ein Buch investiert würden.

Beim abschliessenden Versuch einen Happen zum Essen zu finden, sind wir über einen lokalen Markt gelaufen, der nicht wirklich einlandend aussah. Mit Fliegen besetztes Fleisch und fischiger Geruch in der Luft veranlaßten uns dann doch per Tuk Tuk zurück in die Straße unseres Hostels zu fahren, um dort wie gewohnt 3$-Mahlzeiten zu uns zu nehmen.

Neben dieser scheinbaren 3$-Regel, die in obigem Text mehrfach auftauchen erscheint und Kambodscha im Vergleich zu Thailand doch recht teuer. Klar ist es immer noch günstig. Aber in Kombination mit dieser Doppelwährung fühlt man sich permanent über den Tisch gezogen zu werden, da alles immer mindestens 1$ kostet - von der Cola bis zur Zigarettenpackung. Einzig die Unterkünfte und das Reisen scheint angemessen bepreist. Aber was soll's, wir sind im Urlaub.

Alles super im Nachbarland

Noch sind wir stark irritiert von dem, was wir hier erleben. Alles, was uns zuvor berichtet wurde oder wir gelesen hatten trifft so nicht ganz zu: Die Abzockfalle hat noch nicht zugeschlagen, das Essen ist bisweilen sehr gut und Siem Reap erscheint in neumodisch westlichem Glanz. Außerdem ist Angkor Wat in meinen Augen nicht wirklich dieser heilige, mystische Ort, von dem alle reden. Klar war es fantastisch diese Tempelanlagen zu sehen. Doch stören die vielen Touristen und vor allem der Preis in Kombination mit den vielen kambodschanischen Händler (oft Kinder), die einem permanent am Zipfel hängen um Essen, Postkarten oder raubkopierte Bücher zu verkaufen.

Auch Siep Reap entspricht nicht ganz den Erwartungen: während der Großteil der Stadt ohne Straßenbeleuchtung auskommt und somit ein wenig die vorhandene Armut wiederspiegelt ist der Bereich um Psar Char mit bunten Lichtern der vielen Bars und Restaurants durchflutet. Hier treffen sich so ziemlich alle Touristen, die tagsüber die Tempelanlagen um Angkor Wat besuchten und abends zum Essen ausgehen. Ein sehr komischer Eindruck, der sich auf Grund dieser beiden Extreme bei mir einbrennt.

Nachdem wir heute Angkor Wat, Angkor Thom und Bayon gesehen haben, sind wir einheitlich zu dem Schluss gekommen, die Steine Steine sein zu lassen und schon morgen weiter nach Phnom Penh zu reisen. Genug Kultur. Auch bezüglich der Reise nach Peng Peng (wie wir gern sagen) haben sich die Pläne ein wenig geändert. Die Fahrt per Boot über den Tonle Sap haben wir nach Auskunft unseres lokalen Buttlers geknickt, da wohl auf der vier stündigen Fahrt per Speedboot kaum etwas zu sehen sei und mit 35 $ doch recht happig zugelangt wird. Also wird es morgen per Bus weiter gehen. Somit haben wir auch den einen Tag wieder gut gemacht, den wir in Trat für Jan geopfert hatten. Ihm geht's momentan auch wieder etwas besser. Die Schmerzen sind jetzt in Richtung Schulterblätter gewandert.

Schluss mit lustig - morgen geht's nach Kambodscha

Die vier Tage auf Ko Maak haben wirklich gut getan - einfach mal die Seele baumeln lassen und bei Affenhitze nichts tun. Neben einer kleinen Inselerkundung per Moped haben wir noch die beiden lustigen Thais Yuu und Pone kennengelernt. Beide sind 25, kommen aus Bangkok und haben sich auf der Insel ein kleines Holzhaus mit der Cocktailbar Neverland aufgebaut, um unabhängig vom hektischen Leben in Bangkok zu werden. Letzte Nacht hatten wir eine wirklich lustige und unterhaltsame Runde, so dass wir die Insel doch etwas wehmütig verließen.

Allerdings hat es Jan gesundheitlich etwas erwischt, wodurch sein Aufenthalt auf dem Eiland etwas getrübt war. Er hat während unserer Busfahrt von Bangkok bis hier nach Trat an der südöstlichen Küste einen steifen Hals bekommen. Leider ist es bis jetzt noch nicht besser geworden, so dass wir heute hier in Trat im Hospital waren. Auch die drei verschiedenartigen bunten Pillen konnten bis jetzt noch keine Besserung hervorrufen. Nun hoffen wir, dass die morgige holpernde Fahrt im Minibus nach Osten über die schlechten Straßen Kambodschas nicht ganz so schlimm für ihn wird.

Bei all den Horrorgeschichten, haben wir schon ein wenig Bammel vor Kambodscha. Aber raus gekommen sind ja bisher alle. Unser aktueller Plan: Angkor Wat, mit dem Boot den Tonle Sap bis nach Phnom Penh und dann weiter nach Kep in den Süden, um auf die Rabbit Islands zu kommen. Mal sehen, ob das alles so klappt.

Endlich relaxen

Nach drei Jahren bin ich wieder auf Ko Maak. Allein die Anreise mit dem Speedboot hat sich in Hinsicht auf die Anreisegeschwindigkeit unterschieden. Doch was sich hier auf der Insel verändert hat ist unbeschreiblich. Neben der komplett neuen Anlegestelle an unserem damaligen Strand sind in dieser Zeit neue Unterkünfte in Form von Resorts (samt Golfrasen bis zum Meer) entstanden. Selbst der Bungalow in dem ich damals mit Gunnar, Antje und Simon nächtigte ist verschwunden. Dennoch existiert TK Huts und sieht ansatzweise so aus wie vorher, allerdings mit neu gebauten Häuschen und etwas veränderte Strandführung, so dass es heute nicht mehr möglich wäre ein Lagerfeuer zu machen.

Prinzipiell ist es hier aber immer noch sehr entspannt und absolut relaxend. Vor allem diesmal mit ordentlich Sonne. In unserer Unterkunft 'Monkey Island' gibt es für 1100 Baht dem Preis entsprechende Hütten in den hinteren Reihen. Gestern abend gab es auf dem Barpodest (Pipe würden die Augen rausfallen) sitzend/liegend nach dem BarBQ bei einigen Dosen kühlen Chang Bier Livemusik vom lokalen Rastamann. Nach erholsamer Nacht unterm Moskitonetz haben wir vier heute Vormittag erst einmal einen kleinen Strandspaziergang unternommen, um anschliessend in dem kleinen Restaurant an der Inselstraße einen kleinen Mittagshappen (Pad Thai) einzunehmen. Auch hier war ich vor drei Jahren mit meinen damaligen Reisebegleitern, da es der einzige geöffnete Laden war, sowohl für Nahrungs- als auch Bieraufnahme. Doch auch dieses Lokal hat sich mittlerweile vergrößert. Gleich werde ich mal mit Taucherbrille und Schnorchel bestückt das Meer erobern.

Auch gut zu wissen, dass die Eltern gerade auf dem nicht weit entfernten (30 min per Boot) Ko Chang residieren.

Menschen treffen

Bedingt durch die Zeitverschiebung und eine etwas längere Nacht am Tag zuvor sind wir erst relativ spät zum Chatuchak aufgebrochen. Die drei Stunden haben aber dennoch gereicht, um einen ordentlichen Vorrat an T-Shirts zu ergattern. Für den Abend haben wir uns mit Nadine verabredet. Nach einer freudigen Umarmung an der Phaya Thai Skytrain Station ging es auch unmittelbar zum Chinesen um die Ecke, um unsere hungrigen Bäuche zu beruhigen. Beim Essen und während der anschliessenden Drinks in einer Bar wurden alle Neuigkeiten ausgetauscht. Natürlich rief während unserer Gespräche auch Deo bei Nadine an, so dass ich auch mit ihm einige Worte wechseln konnte. Hoffentlich klappt es, dass er über Weihnachten nach Deutschland kommen kann. Ich will ihm unbedingt mal Schnee zeigen.

Nachdem wir uns von Nadine verabschiedet hatten ging es per knallendem Taxi zurück in die Khao San, wo wir erneut in der Khao San Road versackten. Dieser bis nach 6 Uhr andauernde Fehler äußerte sich dann am anschliessenden Morgen... oder besser Nachmittag.

Den halben Tag verpennt, haben wir die restlichen drei Stunden Tageslicht genutzt, um auf dem Chao Phraya eine kleine Bootsrundfahrt zu machen. Genau zum Sonnenuntergang kamen wir an der letzten Anlegestelle Central an. Per Skytrain ging es von dort aus weiter zum Lumpini Park, um dort den sich sportlich betätigenden Thais zuzuschauen. Zu Fuss und per BTS ging's dann weiter zum Siam Square, um im dortigen MBK Alex' Simkarte aufladen zu lassen. Nach einer kurzen Erfrischungsrunde haben wir uns mit Antony getroffen, den Alex bereits in Deutschland per Internet kennengelernt hatte. Mit ihm fuhren wir dann, so wie schon mit Nadine tags zuvor, zu fünft in einem Taxi nach China Town. Sah bestimmt lustig aus, wie vier Kerle zusammengequetscht und übereinander sitzend auf der Rückbank transportiert werden. Ziel der Fahrt war das langersehnte Seafood-Restaurant an einer Straßenecke mitten in China Town, wo Alex und ich bereits vor sechs Jahren mit Daniela waren. Selbst der schon neun Jahre in Bangkok lebende Antony kannte diesen Laden noch nicht.

Zum abendlichen Abschluss fuhr Antony mit uns dann noch in die Soi Cowboy. Ja, wir wissen, was es dort gibt. Zum Glück waren wir mit Antony dort, der fliessend Thai sprechen kann, so dass wir nicht zu arg beim Biertrinken belästigt wurden. Dennoch war uns dieser Ort nicht sehr angenehm. Heute stehen Golden Mountain und eine Klongfahrt an.


Ankunft in Bangkok

Teil zwei der Anreise. Nachdem wir in München mit etwas Verspätung angekommen sind, ergab sich gleich das nächste Problem. Es war nicht möglich Sitzplätze im Flieger nebeneinander zu bekommen. Auch für den Weiterflug ab Dubai wurden wir vertröstet. Also einchecken und warten. Und dann der nächste Schlag: aus technischen Gründen verzögert sich der Abflug um fast anderthalb Stunden. Scheint aber noch im Bereich des Möglichen, um den Anschlussflug in Dubai locker zu erreichen. Nur Schade, dass Jan dort auf uns wartet. So muss er die knapp 10h am Ende doch alleine dort verbringen.

Nachdem das Problem unter der Flugzeugnase behoben wurde konnten wir auch einsteigen und sind sicher nach Dubai geflogen. Dort schnell noch die Bordingpässe für Robert und Alex organisiert, kurz frisch gemacht und Jan in die Arme geschlossen. Und weiter ging die Reise in der letzten Sitzreihe einer 777-300 mit wunderbarem morgendlichen Anblick der immer größer werdenden Metropolen Dubai während des Abflugs.

Und Boom - Touchdown - Landung in Bangkok. Endlich wieder hier. Auch wenn wir jetzt hier im warmen Süden sind, war es bei unserer Ankunft um 18:40 lokaler Zeit bereits dunkel. Nach der Ewigkeiten dauernden Passkontrolle wurde Jan am Gepäckband herb enttäuscht, als dass seine Kraxe nicht aufzufinden war. Also muss er die nächsten Stunden erst einmal mit aus unseren Koffern leben. Jetzt aber erst mal Geld tauschen und auf dem Flughafengebäude orientieren. Nachdem die Daheimgebliebenen kurz über die glückliche Ankunft informiert wurden, ging es zum Taxistand, um von dort aus mit einem lustigen Thai zu viert mit all unserem Gepäck im typischen Bangkoker Yellow Cab (Toyota) in die Khao San zu fahren. Leider war auf Grund des Todes der königlichen Schwester das Viertel rund um die Khao San fast hermetisch abgesperrt, so dass wir ca. 1km vom Ziel entfernt aus dem Taxi gekippt wurden. Also ging es vollbepackt die letzten Meter zu Fuss. Trotz leichter Desorientierung haben wir schlussendlich doch noch zu unserer ersten Unterkunft gefunden. Schnell frisch gemacht und dann auf in das abendliche Khao San Leben. Essen, Essen, Essen. Oh wie haben wir das vermisst. Nachdem die Bäuche vollgeschlagen wurden ging es für einen kleinen Nachtisch (Banana Pancake) noch einmal über die Khao San um letztendlich wie ein Stein ins Bett zu fallen.

Nachdem wir heute morgen in ein besseres Hostel gewechselt sind, stehen gleich, neben einigen organisatorischen Dingen (Sim-Karte, Jans Rucksack) und dem Besuch des Chatuchat Marktes, das freudige Wiedersehen mit Nadine an. Und natürlich essen - heute abend vorzugsweise mal in China Town.

Im Anflug auf Bangkok

17:41 Noch sitzen wir (Alex, Robert und ich) im Zug, wieder mal mit mehr als einer halben Stunde Verspätung. Danke Deutsche Bahn! Zum Glück haben wir ausreichend zeitlichen Puffer, um nicht zu sehr in Hektik zu verfallen. Also vertrödeln wir die Zeit mit dem Wurstquartett und fragen uns, was die unterschiedlichen Farben der Baretts der mitfahrenden Bundeswehrsoldaten zu bedeuten haben. So langsam verfliegen die Gedanken, ob man alles eingepackt hat, ob noch irgendwo offene Projekte sind. Der Urlaub rückt also schon jetzt ein wenig in das Bewußtsein.

Ich bin gespannt, ob Jan, der schon längst in der Luft ist, es vor seinem Abflug in Hamburg noch hin bekommen hat, uns ab Dubai vier zusammenhängende Sitzplätze im gemeinsamen Anschlussflieger nach Bangkok zu organisieren. Um 3:30 deutscher Zeit setzen wir in Dubai auf und werden von Jan empfangen. Knapp 3 Stunden später geht's dann weiter nach Big BKK, wo Nadine auf uns wartet. Doch jetzt heißt es erst einmal: was wird Emirates im Unterhaltungssektor für uns vorbereitet haben?

Impressionen vom Berlin-Ausflug

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Ko Lipe als Makro

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Im Zentrum die vier Dresdner: Peggy & Thomas, Susi & David.

Auf dem Weg zum Danum Valley

Nach den teils erholsamen, aber auch anstrengenden Tagen auf den schicken Inseln im Osten Borneos hieß es nun wieder: ab in den Dschungel zum Tieregucken. Nächstes Ziel unserer fünf "lustigen Vier" sollte das Danum Valley Field Center sein. Mit einem der besten Regenwälder hatten wir entsprechend hohe Erwartungen an die kommenden Tage. Leider war unsere Ankunft aus Semporna in Lahad Datu auf einen Sonntag gefallen. Dies hatte zur Folge, dass der Besuch des Danum Valley Büros vor geschlossenen Türen endete. Also ging es erst einmal mit Sack und Pack die 2km nach Lahad Datu Downtown, um dort eine passende Unterkunft zu finden. Im Hotel Ocean waren die Preise angenehm und Zimmerkomfort entsprechend. Beim Schlendern über den großen Markt haben wir uns an vielen kleinen Ständen leckere Happen besorgt um diese anschliessend in Hafennähe zu verspeisen.

Während Gunnar und Antje recht schnell ins Traumland flüchteten hieß es für Markus, Claudi und mich noch ordentlich Party machen. Mit den kleinen Boxen von Markus haben wir abwechselnd mit unseren jeweiligen MP3-Playern versucht einen passenden Musikmix auf die Beine zu stellen. Die zunehmende Hitze in unserem bescheidenen kleinen Zimmer veranlasste uns für Abkühlung zu sorgen. So haben wir uns gegenseitig bewedelt oder mit feuchten Hemden besprenkelt. Markus hatte es dann vorgezogen sich den Ledersessel ins Bad zu stellen und dort das Wasser direkt über seinen Körper laufen zu lassen. Herrliches Bild. Zu Partykrachern wie YMCA ließen wir die Wände wackeln und tanzten auf den Betten. ;-)

Am nächsten Tag war es dann endlich so weit. Auf zum Danum Valley Office. Alles klappt super - sogar der Studentenrabatt wird uns genehmigt (obwohl wir nicht mehr alle Studenten sind bzw. der Studiausweis noch in Bangkok liegt). Mit einem gecharterten 4x4 geht's zusammengequestscht die ca. 50km in den Dschungel. Atemberaubend und gleichzeitig sehr ernüchternd. Der Wald wird immer dichter, die alten Bäume immer höher. Doch gleichzeitig springen einem die vielen entgegenkommenden Holztransporter ins Auge - diese Trucks sind randvoll mit diesem wunderbaren Bäumen.

Doch endlich kommen wir im Danum Valley Field Center an. Hier beginnt eine Conservation Area, wo weder abgeholzt, noch gejagt werden darf. Wir (vor allem Gunnar) sind bis jetzt absolut begeister von der Landschaft, in die es uns hier verschlagen hat. Die kommenden Tage werden sicher richtig super.

Haie und anderes Fischgut

Wow war das genial. Mein erster Hai in echt - und das gleich unter Wasser. Da ging mir schon ein bisschen die Muffe. Und dann die vielen Schildkroeten und Barracudas und... Einfach herrlich. Jetzt hab ich mir aber ein Bier verdient.

Meine Sipadan Tauchgaenge waren am vorletzten Tag unseres Inselausflugs. Somit wurde der letzte Abend gebuehrend befeiert. Dafuer erhielten wir sogar Besuch vom originalen Uncle Chang. Es gab eine Party auf der "Speiseterrasse" unserer Mabulunterkunft. Die Belegschaft hat wie schon Tage zuvor ihr Bestes auf Gitarre, Bass und Schlagzeug gegeben, um uns mit Popklassikern zu unterhalten. Uncle Chang lies derweil einige Bier springen, bis es zu spaeterer Stunde sogar geschmuggelten Rum gab. Bis in die fruehen Morgenstunden haben wir zu den Freigetraenken unsere mitgebrachte MP3-Musik ueber Markus' Miniboxen angehoert. Was fuer ein Spass.

Tauchen lernen macht Spass

Trotz der kleinen Probe mit Schnorchel und Maske am gestrigen Abend war es der kleinen Antje heute irgendwie nicht moeglich mit mir unter Wasser zu gehen. Kopfsache und einfach alles zu schnell fuer sie. Das Problem ist einfach, dass Chris nur 2 1/2 Tage Zeit fuer uns hat, um den Kurs durchzufuehren. Normalerweise sind mind. 3 1/2 bis 4 Tage angesetzt. Daher muss die Gute aufgeben. Aber zumindest hat sie mit mir gleich beim ersten Tauchgang die Rueckwaertsrolle vom Boot ins Wasser incl. Taucherequipment gemeistert.

Fuer mich ging es nun also allein weiter. Aber Chris war ziemlich cool, so dass es echt Spass gemacht hat mit ihm die Tauchkniffe zu lernen. Die ersten Tauchgaeng enthielten all den Kram, den man im normalen Taucherleben hoffentlich selten oder nie umsetzten muss: Maske unter Wasser abnehmen und ausblasen, CESA Notfallauftauchen, Mundstueck rausnehmen und hinter einen werfen und wiederfinden, ohne Maske im Kreis tauchen,...

Nach besagten 2 1/2 Tagen war es endlich soweit. Der finale vierte Tauchgang und der Abschlusstest. Hat alles geklappt - ich bin jetzt PADI Open Water Diver. Juhu. Dann kann es ja morgen gleich mit den anderen dreien nach Sipadan gehen zu den "richtigen" Fischen. :-)

Verrueckte Belegschaft auf Mabul

Nach der erholsamen Nacht im auf Stelzen gebauten Dragon Inn in Semporna ging es am naechsten Morgen wieder mal recht frueh raus. Seit wir mit Claudi und Pipe unterwegs sind, ist der Zeitplan recht straff, was sich in diesen unchristlichen Aufstehzeiten zu frueher Morgenstunde bereits mehrfach gezeigt hat. Aber schliesslich soll es ja auf die Insel Mabul gehen. Also checken wir nach einem spaerlichen Fruestueck gleich mal das nahe gelegene Buero von Uncle Chang. Dort wird die von Claudi arangierte Reservierung bestaetigt und wir (Antje und ich) lernen bereits unseren Tauchlehrer Chris kennen. Mit der Aufgabe, die Kapitel 1-3 des PADI-Lehrbuches zu studieren starten wir mit etwas Verspaetung (Guntje und Annar mal wieder) in Richtung Mabul Island.

Mit Pauken und Trompeten werden wir von der witzigen Crew unserer kommenden Mabulunterkunft empfangen. Scheinbar haben die nicht viel zu tun, wenn man bedenkt, dass da vor uns auf einem selbst gebauten Schlagzeug aus Eimern und Toepfen der Sipadan-Song fuer uns gespielt wird.

Waehrend Claudi, Gunnar und Markus die ersten beiden Tauchgaenge auf Mabul absolvieren bueffeln Antje und ich fleissig die PADI-Lektuere. Morgen soll es dann mit dem ersten Tauchgang losgehen.

Verlust der Freunde

Nachdem ich gestern mit einer alten Focker knappe vier Stunden vor meinen Mitreisenden in Miri gelandet war hiess es fuer mich warten, warte, warten. Um 15 Uhr irgedwas sollte deren Maschiene nachkommen und uns wieder vereinen. Doch das blanke Starren auf das Arrivaldisplay liess mich von Minute zu Minute immer mehr zweifeln. Nachdem die zuletzt angezeigte Maschiene 16:20 landen sollte, bin ich dann doch mal zur Information gelaufen um nachzufragen, was mit Flug AK5135 los ist. Kurzes blaetter in der Flugliste ... es gibt heute nur einen Flug von Mulu nach Miri - mein Mittagsflug. Und nun? Ich steh' alleine ohne meinen lustigen Freunde und kann sie nicht erreichen. Plan B: Ich fahre in die Stadt, nehme mir eine Unterkunft und versuche den dreien per Email zu schreiben, wo ich dann in Lahad Datu auf sie warten werde. Also auf zum Bus - doch da macht's noch mal klick. Moment mal, wenn es hier solche Probleme mit Air Asia gibt, dann frag ich doch lieber noch mal nach, wie das mit meinen beiden morgigen Fluegen von Miri nach Kota Kinabalu und von Kota Kinabalu nach Lahad Datu aussieht. Kurzes blaettern im Flugplan. Alles klaro - die Fluege gehen fast wie geplant. Nur der Anschlussflug von Kota Kinabalu hat so knappe 3 Stunden verspaetung. Aber das ist ja nicht weiter schlimm. Ploetzlich tippt mir eine bekopftuchte junge Malayin auf die Schulter: "Mr. Marcel?". "Yes, that's me.". "I got call of your friends from Mulu. Their flight was canceled." Na das hab ich auch schon rausgefunden. Und jetzt? Ich darf ihr in ihr Mulu Resort Buero am Flughafen folgen und bekomme sogar die Moeglichkeit kurz mit Gunnar zu sprechen. So richtig wissen die vier noch nicht, wie es bei ihnen weiter geht. Daher sage ich Gunnar, das ich per Email schreiben werde, wo ich in Lahad Datu auf sie warten werde. Mensch, Mensch.

Per Taxi ohne knueppelnden Taxifahrer ging es diesmal in ein besseres, wenn auch teureres Hotel in Miri. Nach einem guenstigen indischen Abendessen ging es zur einsamen Nachtruhe - ohne die vier lustigen Fuenf.

Heute frueh dann zeitig raus, um den Flug nach Kota Kinabalu zu erwischen. Hat auch alles geklappt. Nur standen mir nach der dortigen Landung ganze sechs lange Stunden Warterei auf dem Airport bevor. Doch mit einem Buch verging die Zeit dann noch recht angenehm.

Endlich Checkin. Jetzt nur noch auf's Boarding warten. Schoene grosse Schaufenster haben die hier in der Wartehalle. Man kann direkt auf die Landebahn und die Parkingslots der Flugzeuge schauen und beobachten, wie Passagiere ein- und aussteigen (Air Asia hat keine direkten Gates zum Flugzeug, man laeuft hier direkt in die Arrival-Halle). Doch was ist das? Aus der gerade gelandeten Maschiene kommen als erstes vier europaeisch aussehende, junge Leute gestuermt. Das sind meine Freunde. Juchhuuu. Schnell die Kamera ausgepackt und Fotos geschossen. Erst nach einigen Sekunden merke ich, dass mich die ganzen wartenden Asiaten um mich herrum verwirrt anschauen. Die koennen sich ja schliesslich nicht vorstellen, wer da gerade vor unserem Schaufenster steht.

Die vier (oder besser die beiden Maedels mit ihrem Charme) haben es irgendwie geschafft Air Asia noch dazu zu bringen, sie am heutigen Tage von Mulu, ueber Miri hier nach Kota Kinabalu zu befoerdern. Und gleich geht unsere Maschiene weiter nach Lahad Datu. Aber zuvor umarmen wir uns noch uebergluecklich in der Wartehalle. Wow. Was fuer ein Erlebniss und was fuer ein Timing.

In Lahad Datu angekommen schaffen wir es uns noch vor der Dunkelheit einen Jeep zu organisieren, der uns die knappen 150km in Richtung Sueden nach Semporna bringen soll. Von dieser Hafenstadt aus soll es morgen endlich auf die Insel gehen, wo mein Tauschein auf mich wartet. Ich bin gespannt und schlafe gemuetlich ein. (vorher gab's noch leckere Beef Burger und Riesepoette frisch gepresste Fruchtsaefte)

Auf 1200m zu den Pinnacles

Nach dem wunderbaren Erlebnis in den Deer Caves ging es am kommenden Morgen gleich frueh miteinem Longboat vom Mulu Headquater weiter in den National Park hinein. Der Fluss wurde immer flacher, so dass wir mehrmals allemann aussteigen mussten, um das Boot mit voller Beinkraft ueber die recht rutschigen runden Steine anzuschieben. Zwischendurch noch ein kurzer Stop an der Wind- und Clearwatercave, wo es ein erfrischendes Bad in super klarem Wasser gab. Ausserdem durften wir noch einmal an Land, um Handicrafts zu kaufen. Was auch immer ich mit dem Krempel auf einer Trekkingtour anfangen soll. Also waren wir ziemlich schnell wieder im Boot und sind weiter stromaufwaerts in Richtung Camp 5 gefahren.

Irgendwann ging es dann wirklich nicht mehr mit dem Boot weiter, so dass wir die letzten 8.8km zu Fuss quer durch den Regenwald laufen mussten. Nach knappen 2.5 Stunden und zwei Haengebruecken waren wir endlich am Ziel und ganz schoen erschoepft. Wie soll das erst am kommenden Tag werden, wenn wir hinauf zu den Pinnacles laufen muessen? Diesen Gedanken haben wir versucht mit einem leckeren selbst gekochten Abendmahl und einem erfrischenden Bad im kuehlen Fluss verschwinden zu lassen. Ja wir mussten unser Essen fuer die drei Tage im Camp 5 selber mitbringen.

Nach einer etwas verregneten Nacht ging es am naechsten Morgen um 6 Uhr raus, um sich fuer die Tour fit zu machen. Frisch gestaerkt starteten wir und mussten nach 5 Minuten feststellen, dass es wirklich nur bergauf geht. Und bergauf heisst in diesem Fall: Treppensteigen. Nur dass es keine Treppen waren - eher Baumwurzeln und hauptsaechlich Geroell und die spitzen Steine Felsen des Kalkgesteins. Die ersten zwei Wanderkilometer waren nach ca. 2 Stunden geschafft - aber noch nicht das Ziel. Die restlichen 400m waren mehr oder weniger durch Klettern und dem erklimmen von Leitern gepraegt, was mehr als eine weitere Stunde in Anspruch nahm. Der Abstieg dauerte komischerweise zwei Stunden laenger. Lag wohl daran, dass wir aufgrund der Steilheit teilweise rueckwaerts hinabsteigen mussten. Sichtlich erschoepft kamen wir aber dennoch unbeschadet im Camp 5 an. Daher ging es auch ziemlich schell zu Bett. Zudem mussten wir am naechsten Tag schon wieder ziemlich frueh raus. Da am kommenden Tag mein Flieger zurueck nach Miri schon mittags abheben sollte, hatten wir nicht viel Zeit fuer die ca. 9km Fussmarsch durch den Wald und die Bootsfahrt zurueck zum Headquarter.

Der Rueckweg durch den Dschungel ging erstaunlich schnell (schneller als hinwaerts) und auch die Bootsfahrt verlief ohne Probleme. So hatten wir im Headwuarter noch Zeit fuer ein kleines Fruehstueck, bevor ich mich von meinen Freunden verabschieden musste. Wir sollten uns dann in knappen vier Stunden in Miri wieder vereinen, um zusammen nach Lahad Datu weiterzufliegen.

Hoehlenabenteuer im Mulu - Endlich zu fuenft

Ein Muss fuer jeden Besucher des Mulu National Parks sind die Hoehlen. Durch Erosion bildeten sich im laufe der Jahrtausende entsprechende Hoehlen im Kalkstein. Die beeindruckenste ist die Deer Cave und gilt als die groesste Hoehle der Welt. Ein Jumbojet koennte problemlos darin Platz finden. Wer die BBC Reportagen "Blue Planet" kennt, hat sicher auch die Folge ueber Hoehlen gesehen, wo es unter anderem auch um diese Deer Cave geht.

Doch zunaechst sollte es fuer uns auf eine kleine Exkursion durch den dortigen Regenwald gehen. Dafuer wurde fuer die Besucher ein Pfad auf 20m Hoehe zwischen den Bauemen angelegt. Auf diesem sogenannten Canope Walk liefen wir auf mehreren schmalen Haengebruecken und konnten den Dschungel mal aus einer anderen Perspektive erleben. Mit knappem Zeitplan ging es gleich danach bei brennender Hitze zum 15min entfernten Flugplatz, um dort Claudi und Markus abzuholen. Leider hatten wir irgendwas mit den Zeiten verwechselt, so dass wir leider erst knapp eine Stunde nach deren Ankunft vor Ort waren. Also hiess es: aklimatisieren (eiskalte Coke fuer jeden) und den heissen Asphaltweg (direkte Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit) zurueck laufen. Juhu und dort haben wir sie endlich in den Arm nehmen koennen. Was fuer ein Spass. Gleich wurden bei kuehler Coke alle News und Erlebnisse der letzten Tage erzaehlt, so dass wir dann doch etwas hektisch wurden, als es zur Deer Cave gehen sollte.

Unser irgendwie merkwuerdiger Ranger konnte nicht so recht auf uns warten und ist vom Headquarter aus schon mal ohne uns losgelaufen, obwohl wir 2 Minuten vorher am vereinbarten Ort waren. Naja so konnten wir wenigstens allein durch den Regenwald zur gigantischen Hoehle laufen (der Weg war allerdings ein angelegter Pfad). Und wow: endlich erhebt sich unter dem dichten Regenwald durchschauend die riesige Kalksteinwand, wo schon Ansaetze der Hoehle zu sehen sind. Nachdem wir unseren Ranger wieder gefunden hatte, ging es zunaechst in eine kleinere Hoehle und anschliessend in das unglaublich grosse Loch im Fels. Holla die Waldfee. Da passt wirklich ne Menge rein. Und vor allem Fledermaeuse. Diese konnte man naemlich nach dem kleinen Rundgang in der Hoehle von drausen herausfliegen sehen. So kamen die kleinen Flattertiere binnen einer knappen Stunde in einem ununterbrochenen Strom aus der Hoehle und flogen ueber unsere Koepfe der Sonne entgegen. Sehr spektakulaer.

Morgen werden wir den Trip zum Camp 5 antreten um die Pinnacles zu erklimmen. Ein nur 2.4km langer Wanderpfad, der aber auf 1200m Hoehe fuehrt. Puuh ich denke das wird anstrengend.

Bootsfahrt zum Mulu National Park

Nachdem es gestern Abend endlich wieder Beefburger zu spaeter Stunde gab, ging es nach entspannender Nacht heute frueh mit dem Ekspress Boot weiter in Richtung Mulu National Park. Zwischendurch mussten wir allerdings aufgrund der geringer werdenden Flusstiefe das Ekspress Boot gegen ein Longboot eintauschen. Etwas geschockt ueber den Preis ging es von Long Terawan aus in schmalem Boot durch die gruene Landschaft. Wir haben Long Terawan gegen 16 Uhr verlassen und wollten nach Auskunft unseres Bootsmannes in anderthalb Stunden am Mulu Headquarter sein. Soweit der Plan - leider muckte nach einer Stunde der Motor auf und erlaubte es dem Bootsmann nicht uns den restlichen Weg stromaufwaerts weiter zu fahren. Wir liessen uns also wieder stromabwaerts treiben, waehrend es zunehmends dunkler wurde. Ein wenig komisch wurde uns schon, als es schliesslich wirklich dunkel war und wir noch immer nicht das Hausboot erreichten, wo der Motor gewechselt werden sollte. Letzendlich kamen wir dort aber doch noch an und durften den restlichen Weg nun bei voller Dunkelheit erleben. Dabei wurde mit zwei Taschenlampen der Weg gesucht und nach Tieren am Ufer ausschau gehalten. Hier und da aufblitzende Gluehwuermchen machten die Reise etwas angenehmer. Mit ordentlich Verspaetung kamen wir gegen 21:30 im Headquater an und konnten uns gleich im von Claudia reservierten Zimmer einquartieren. Wir sind da. Der Flug haette 30 Minuten gedauert. Wir waren ganze zwei Tage unterwegs. Aber wir hatten ja Zeit. Morgen treffen wir dann endlich Claudi und Markus. Das wird ein Fest. Mal sehen, ob wir den deutschen Traditionstanz mit unseren Schlafsackinlethuellen vorfuehren. ;-)

Batang Ai National ParkDie gruenen Tage im Dschungel waren wunderbar. Das Beste, was ich je bei meinen Reisen erlebt habe. Am Tag unserer Ankunft ging es nach dem Ablegen unseres Gepaecks erst einmal zum Flussschwimmen und Abendessen noch zwei-drei Flussbiegungen weiter stromaufwaerts zu einer kleinen "Sandbank". Mit im Bambusrohr gegarten Fischen und leckerem Reis beendeten wir diesen Tag.

Nach der ersten Nacht sollte sich der erste Tag als unglaublich anstrengend entpuppen. Wir wurden vormittags erneut per Longboat stromaufwaerts gefahren, um von Kleine Eidechse dort aus unsere erste Wandertour zu starten. Dieser Trail wurde im Batang Ai Prospekt als "easy" deklariert. Allerdings ging es die ersten beiden Stunden permanent bergauf. Wir ungeuebten Traveller waren hinter unserem Ranger und dem Traeger nur am Schnauben und Schwitzen, waehrend die beiden kleinen Asiaten keine einzige Schweissperle auf der Stirn trugen. Auf der Bergspitze (geschaetzte 400m) angekommen ging es dann allerdings nur noch bergab zurueck zum Rangeroffice. Was fuer ein Trip. Und wir wollen die kommenden Tage noch weitere Trecks machen? Der Abend wurde mit einem Besuch per Fuss im nahegelegenen Iban Longhouse beendet. Bei Kaffee und Palmensekt lernten wir dort Angais Onkel kennen.

Komischerweise gab es trotz der nicht eingelaufenen neuen Wanderschuhe bei mir wiedererwartend keine Blasen an den Fuessen. Da hab ich dann scheinbar doch was Gutes gekauft.

Die folgenden beiden Tage wurden wir beim Trekken immer besser, so dass wir am dritten Tag schon ganze 12km geschafft hatten. Neben vielen Orang Utan Nestern gab es hier und da kleines Insektengetier, grosse Eichhoernchen und viele bunte, kleine und grosse Voegel zu sehen. An dieser Stelle moechte ich aber auf Gunnars Blog verweisen, der sicherlich genauer dokumentiert, was wir alles entdeckt hatten.

Ein Insekt moechte ich an dieser Stelle aber dennoch nennen: die gefaehrliche Dschungelbiene. Zuerst wurde ich ins rechte Schulterblatt gestochen. Ganz instinktiv und aufjauchzend bin ich in die schuetzende Hockstellung gegangen und versuchte Blickkontakt zu dem vor mir laufenden Angai zu bekommen, um zu erfahren, was ich machen soll. Er wollte natuerlich wissen, wieso ich mich ploetzlich so kruemmte. Als klar war, dass hier irgendwas mit Bienen am Start war, rief er nur: Run! Run! Puuuuh. Eine wild gewordene Summsi ist mir beim Wegrennen noch gegen die Stirn geknallt. Gruppenbild mit unserem Ranger und den Traegern Gunnar durfte hinter mir laufend auch noch einen Stachel einstecken. Auch er jauchzte wie "angestochen" und schrie Antje nur zu: "Antje, renn! Renn!". Antje: "Wieso? Was ist denn los? Sind da Bienen?" Gunnar: "Frag' nicht. Renn einfach!" Allerdings folgte Antje unserem Schlusslicht, dem Gepaecktraeger durch's Unterholz, um die gefaehrliche Stelle zu umgehen. War das aufregend. Die Stiche waren aber nicht so schlimm, wie es hier vielleicht klingen mag. Im Endeffekt war es aber eine wirklich lustige Geschichte, ueber die wir drei zusammen mit Angai immer wieder lachen mussten.

Eigentlich wollten wir noch eine vierte Wanderung (ev. sogar eine Nachtwanderung) machen. Allerdings wurden wir auf Grund der herrlich entspannenden Natur dann so faul, dass wir lieber die Seele baumeln liessen. Waehrend der Zeit im gruenen Dschungel besuchten wir noch ein weiteres Mal den alten Onkel von Angai und wurden mit weiteren Iban zum Umtrunk aufgefordert. Dazu wurde leckeres selbstgeschossenes Wildschwein, Palmensekt und Reiswein kredenzt. Am Ende war es eine wirklich lustige Runde, auch wenn nur Angai mehr oder weniger gut mit uns auf Englisch kommunizieren konnte. Ganz spannend wurde auch meine Taschenlampe mit Kurbel bestaunt. Da drausen, weit entfernt von Funkmasten, Fernsehen und Strom waehre das sicher ein interessantes Hilfsmittel. Nebenbei wurde natuerlich auch unsere Bienengeschichte erzaehlt, die fuer viel Spass bei den Anwesenden sorgte.

Umtrunk bei AngaiNach den beiden Abhaengtagen ging es zurueck zum Staudamm. Auf Einladung durften wir bei Angai fuer eine Nacht in sein Heim bei seiner Familie uebernachten. Am Longhaus angekommen wurden wir von den dort lebenden Iban herzlichst empfangen und gleich von vorn bis hinten begutachtet. Und prompt stand schon wieder eine Kanne Palmensekt auf dem Boden vor uns. Nach einem super leckerem Dinner ging der Abend in illustrer Runde einem sehr feucht froehlichen Ende zu. Angefangen bei Angai musste jeder in der Runde mit lautem "HOHA!" ein Glaeschen Reiswein hinter die Binde kippen. Ein Glueck das der Wecker gestellt war. Denn am naechsten Morgen ging es um 9 Uhr von Lubok Antu weiter nach Miri. Eine elfstuendige Reise mit dem Ekspress Bas ueber mehr oder weniger holprige Landstrassen.

Miri war nicht so prickelnd, zumal wir bei unserer spaeten Ankunft am Busterminal einen ziemlich agressiven Taksifahrer erwischten, der am Ende mit dem Knueppel drohte, um seine fehlenden 5 RM zu bekommen. Und die Nacht im Thai Foh Inn wuerde ich am liebsten auch aus meinem Reisetagebuch streichen. Die bisher schlechteste Unterkunft. Und dafuer gar nicht so preiswert.

Zum Glueck ging es heute Morgen gleich mit dem Ekspress Boot weiter nach Marudi, wo es schon viel angenehmer ist. Neben dem Hotel macht auch hat kleine Staedtchen viel mehr Charme als das laute Miri. Morgen geht's dann aber auch von hier aus schon wieder weiter in Richtung Mulu National Park. Dort treffen wir dann Claudi und Markus. Ich denke wir werden ihnen einen lustigen Empfang am Flughafen bereiten.

Da ich nun also wieder fuer einige Tage im dichten Borneodschungel unterwegs bin wird es wohl wieder eine Weile dauern, bis der Blog gefuettert wird. Fuer Notfaelle bin ich aber (falls Netz vorhanden) hier in Malaysia unter folgender Mobilnummer erreichbar: Vorwahl Malaysia + (0)198746081.

Und was hat es nun mit dem "Trompez" auf sich? Keine Ahnung, was Gunnar da wieder vom Stapel gelassen hat. Beim erklaeren der Form (ich glaube eines Tieres) ist ihm diese neumodische, geometrische Figur rausgerutscht. Ich denke es soll irgendwas zwischen Rhombus und Trapetz darstellen.

Die Fahrt in den Dschungel

marci im Boot auf dem Batang AiGunnar und Antje hatten auf ihrer Tour durch den Bako National Park den Guide Ralf getroffen, der ihnen Tukik als Ansprechpartner in Lubok Antu empfahl. Durch ihn sollten wir erfahren, wie wir in den National Park Batang Ai kommen. Nachdem wir gestern mit meinem Telefon und Raymons SIM Karte Tukik anrufen konnten, war auch geklaert, wie wir dieses Vorhaben umsetzen koennen.

Am Morgen kamen also Tukik und Angai, unser Ranger fuer die kommenden Tage. Per Van wurden wir zum nahegelegenen Staudamm des Batang Ai Reservoirs gefahren, von wo aus es per Longboat ueber den riesigen See und immer enger und flacher werdende Fluesse direkt in den National Park ging. Gerade die letzten Flussbiegungen hatten es wahrlich in sich, da die zunehmende Stroemung immer oeffter ordentliche Wellen ins Boot schwappen lies. Und das bei all unserem Kameraequipment. Wir sind aber heile am Buero des Rangers Angai angekommen. Dort sollten wir die kommenden fuenf Tage den herrlichen Dschungel erleben.

Reise ins Nichts

KuchingNachdem ich Gunnar und Antje freudig in Kuching empfangen hatte ging es fuer uns am naechsten Tag gleich mit dem Bus weiter nach Lubok Antu. Gunnar im BusLeider hatten uns trotz mehrfachen Nachfragens weder der Busfahrer noch die Ticketverkaeuferin informiert, dass der Bus nicht direkt bis dorthin faehrt. Also wurden wir kurzerhand nach vier Stunden Busfahrt auf einer Kreuzung 40km vor unserem Ziel abgesetzt - und es war schon 17Uhr, was hier bedeutet, dass die Dunkelheit schon im Anmarsch ist. Die "freundlichen" Leute am Kreuzungsimbiss wollten uns fuer 100 RM die letzten Kilometer fahren. Allerdings waehre das fast der doppelte Preis unserer gerade beendeten Busfahrt gewesen. Also haben wir es mit Trampen probiert und wurden prompt beim ersten Versuch mit einem Grossraumtaxi mitgenommen.

Unsere Reisefuehrer hatten leider gar keine einzige Seite zu Lubok Antu. Wir standen also bei Regen im dunklen Nirgendwo, nahe der indoneschen Grenze. Allerdings kam uns Raymon entgegen, der uns sein "Mega Inn" anbot. Wo er das Hotel-Schild her hatte, wissen wir bis heute nicht - Mega war es aber keines Falls. ;-) Fuer 10 RM pro Person und Nacht allerdings mehr als ausreichend. Leicht aufschneiderisch erzaehlte uns Raymon (oder auch Uncle Bob genannt) allerhand Dinge von seiner Familie und Gaesten, die ihn besuchten. Die beiden Naechte in dem verschlafenen Staedtchen waren ganz entspannend.

Cityhopping - Bangkok / Kuala Lumpur / Kuching

Nachdem ich in Bangkok einige lustige Tage mit Nadine und Deo verbracht hatte ging es per Flieger weiter in die nächste Großstadt: Kuala Lumpur. Petronas Towers bei NachtGanz gespannt auf die Petronas Twin Towers konnte ich es mir nicht nehmen lassen, gleich nach dem Checkin im Hostel dorthin aufzubrechen. Also schnell noch den Abendimbiss in Chinatown zu mir genommen und per S-Bahn zum KLCC aufgebrochen. Und wow: was für ein Anblick. Unglaublich massiv stehen die strahlend beleuchteten Doppelhochäuser vor mir. Also hab ich gleich einige Fotos geschossen.

Bei all der Begeisterung schritt leider auch die Zeit voran, so dass ich gar nicht bemerkte, dass es schon nach Mitternacht war. Da fuhr dann leider auch keine S-Bahn oder Bus. Klar ich hätte mir auch ein Taxi nehmen können, aber da wir schon mal hier sind: wer kann schon von sich behaupten, nachts allein durch Kuala Lumpur gewandert zu sein? Keine Angst. Es ist nichts passiert und ich war kurz vor zwei wieder in Chinatown am Hostel. Nach einer kurzen Nacht hieß es früh aufstehen, da ich die gigantischen Twins nun auch von innen anschauen wollte. Also stand ich gegen 7:30 schon wieder auf der Matte und machte mich erneut auf den Weg zum KLCC. Auch bei Tageslicht geben die beiden eine gute Figur ab. Die kostenlose Führung (incl. 3D Kino) bis hinauf in die 41. Etage zur Skybridge waren ganz in Ordnung, jetzt aber auch nicht so spektakulär.

Fernsehturm in Kuala LumpurWieder auf der Erde und schon passierte es. Komisches Klickern beim Belichtungsmessen an meiner Kamera. What´s up? Und da schon wieder. Und dann immer ERR99 im Display. Höä? Irgendwas ist da faul und wird immer fauliger. Schliesslich geht gar nix mehr. Ich muss sogar den Akku rausnehmen. Kommt die gute alte EOS 20D mit dem Klima nicht mehr mit? Hier musste noch was passieren, bevor es weiter nach Kuching ging. Sonnenuntergang in KuchingDafür hatte ich jetzt noch genau 5 Stunden Zeit. Also erst mal zurück zum Hostel, Backpack gepackt und ausgecheckt und gleich weiter per S-Bahn zum nächsten Shoppingcenter. Nach kurzer Suche fand ich einen kleinen Stand, wo Equipment angboten wurde. Schnell war klar, dass die Kamera in Ordnung war. Das Objektiv hatte sich verabschiedet. Den nette Verkäufer führte mich dann in den richtigen Laden, wo ich mir ein neues Objektiv aussuchen durfte. So und jetzt heißt es sparen, sparen, sparen. Die 260,- EUR müssen ja irgendwo wieder rein kommen. ;-)

Jetzt konnte ich also entspannt zum Flughafen fahren und dort auf meinen mit drei Stunden Verspätung startenden Flieger warten. Irgendwie war das gestern nicht so mein Tag. Im Hostel in Kuala Lumpur wurde mein USB-Stick bei der Nutzung des dortigen Internet-Rechners ordentlich mit Viren vollgepumnpt wurde, so dass heute nix mehr drauf ist. Argghhh. Außerdem war noch unklar, wo denn meine Bauchweg-Gürteltasche (inkl. Kredit-, EC- und KV-Karte) abgeblieben war. Gerade hab ich aber von Nadine erfahren, dass deren Putzfrau mal wieder zu sehr für Ordnung gesorgt hatte. Also ist wieder alles gut und ich kann entspannt auf Gunnar und Antje warten - hier in Kuching.

Am Sonntag waren Sabine und Jens aus Deutschland hier in der königlichen Residenz zum Brunch eingeladen. Entsprechend haben wir einiges vorbereitet. _MG_1503 Während Nadine sich um selbstgemachte Pancakes kümmerte hatte ich mir vorgenommen, mit den Tags zuvor gekauften Zutaten einen russischen Zupfkuchen zu produzieren. Mit all diesen Leckereien, einer Runde Badminton und Klavierübungen entwickelte sich der Nachmittag zu einem lustigen kleinen Sonntagsklatsch. Zu guter Letzt besuchten wir die Bowlingbahn im neuen Siam Shoppingcenter. Mit etlichen Strikes und Spares war Jens eindeutig der Beste von uns.

Gestern und heute widmete ich mich erneut der Megastadt _MG_1526 und versuchte viele Ecken per Fuß zu erreichen. Gestern ging's über den Lumpini Park durch China Town bis zur Khao San Road und mit dem Boot quer über den Chao Phaya zum Skytrain. Heute wollte ich in's neue Ocean World Aquarium. Für umgerechnet 10 EUR war mir das aber zu happig - zumal ich ja bald so richtig mit den Fischen tauchen gehen darf. Also schlenderte ich über den Campus der Bangkoker Uni und war erstaunt, wie groß und grün dieser ist. Gleich werd ich mich mit Nadine im Lumpini Park treffen und den sportlichen Tätigkeiten der Thais zuschauen. Danach geht's wie immer lecker essen. Diesmal vielleicht laotisch oder ägyptisch - das steht noch nicht fest. Zum Tagesabschluss wird es dann in gemütlicher Runde vorm Sofa noch eine Folge IT Crowd geben.

Und morgen ist es endlich soweit. Die Reise geht endlich weiter nach Kuala Lumpur. Bin schon sehr gespannt, was mich in dieser Stadt erwarten wird. Ich werde voraussichtlich hier unterkommen.

Party über den Dächern der Stadt

Deo und Nadine Nach drei Telefonaten und wildem Herumirren hatte es mit dem Treffen von Deo vor zwei Tagen dann doch noch geklappt. Er führte mich dann direkt ins heimische Reich. Und was soll ich sagen: die beiden leben hier wie Könige - zumindest im Vergleich zu dem kleinen Einzimmerapartment, in dem Nadine vor zwei Jahren noch wohnte. Und das Beste: ich hab hier mein eigenes Zimmer mit großem Doppelbett. Was will man mehr? Nach einer angenehmen Dusche und neuen Klamotten ging's dann auch zum ausgemachten Dinnermeeting mit Nadine. Was für ein herzliches Wiedersehen.

Gestern waren Deo und ich im Pantip Plaza, dem großen Technik-einkaufszentrum hier in Bangkok. Während ich nach einem musikalischen mp3-Begleiter für die nächsten Wochen Ausschau hielt, hatte Deo das Ziel neue Software für seinen PhD zu erwerben. Diese gibt es dort besonders günstig. Man sucht sich aus, was man gern hätte, bezahlt die 3-4 EUR und darf dann in 15min wieder kommen. Dann ist die DVD/CD fertig gebra... äähm aus dem Lager herausgesucht worden. ;-)

Nachmittags hatte ich noch ein wenig mit dem Jet-lag zu kämpfen. Konnte mich aber dennoch aufrappeln und bin Richtung Golden Mountain aufgebrochen. Ich bin nur bis zur Haltestelle Siam gefahren, Essen auf der Straßeum im MBK Center eine Prepaid Karte für mein Telefon zu kaufen. Von dort aus ging es nun per Fuss weiter. Leider bin ich irgendwie am Ziel vorbei gelaufen.  Zumindest kam ich nicht am altenbekannten Golden Mountain an. Dennoch war es sehr interessant mal wieder ohne Touristen das einfache Leben der Thais zu sehen und zu erleben.

Abends auf dem Weg zum Pad Thai Dinner trafen wir an der Skytrainstation noch Simon, den deutsch-dänischen Nachbarn von Nadine und Deo. Spontan begleitete er uns und lud uns auf eine Party ein. Diese fand auf dem Dach eines 15-stöckigen Apartmenthauses statt. War etwas ruhiger als bekannte Leipziger Feten. Dafür gab's eine Schwimmingpool unter freiem Bangkoker Himmel und einen wunderbaren Blick über Bangkok. Und das bei sanften 32° Wärme.

Als wir zurück in Nadines Appartmentkomplex kamen, war die nächste Feier am Laufen. Auch hier versackten wir noch kurz und schnatterten mit den vielen Farangs, die hier die Nachbarn von Nadine bilden. Und wie klein die Welt doch wieder ist, zeigte sich durch das Kennenlernen von Lothar, dem hier ansäßigen Leipziger, der sich wie wild auf meine mitgebrachten Knusperflocken freut.

Heute ging's noch kurz über den Chatuchak T-Shirts kaufen. Jetzt bin ich bereit für den nächsten Schritt der Reise.

Ach und hier noch kurz, wo ich mich zur Zeit befinde:

Nadines Home

Im Bumsbomber nach Thailand

Hamburg Flughafen Endlich wieder in der Stadt der wilden Gerüche. Flugtechnisch hat alles geklappt. Auch die Immigation verlief problemlos. Von Hamburg nach Dubai saß ich neben Lars, dem Energiemechaniker, der spontan für schlappe 400,- EUR mit Emirates für vier Wochen nach Thailand flog. Und das Ticket hat er wohl erst drei Tage vor Abflug gekauft. Respekt.

Leider, leider haben sich in Dubai unsere Wege getrennt, da er mit acht Stunden Aufenthalt fast fünf Stunden länger in Dubai verharren musste als ich. "Leider" ist hier aber leicht sarkastisch gemeint, da er mir die drei Stunden in Dubai mit Erzählungen seiner langjährigen Pattaya-Erfahrung versüßte. Die Stadt durfte ich ja vor zwei Jahren schon mal mit Simon erleben. Die eine Nacht dort hatte mir gereicht. Auch sonst hat man im Flieger schon rein durch's Äußere erkannt, wer sich in Thailand in welchen Regionen aufhalten wird und "dieses eine Ziel" verfolgt. Zum Glück gehöre ich nicht dazu.

Dubai Flughafen Momentan sitze ich noch im Airport Express Bus, der mich für 150 Baht zum Skytrain transportiert (Besser als das 700 Baht Taxi von Guntje und Annar). Laptop sei dank, kann ich also auch hier in der Fremde an meinen Blogeinträgen schreiben. Leider nur noch bis nächste Woche Mittwoch, weil es ja dann nach Kula Lumpur weiter geht. Das Notebook wird hier in Bangkok bei Naddin bleiben. Bei ihr werde ich auch in den nächsten Tagen unterkommen. Deo, ihr Lebensabschnittsgefährte erwartet mich dann gleich an der Skytrainstation Payathai. Zusammen werden wir dann im Apartment auf Naddin warten - aber erst mal duschen.

@Guntje und Annar: Ich bleib euch auf den Fersen. ;-)