zwei laender, drei transportmittel und 3000km in 40 stunden

nachdem ich die tolle nachricht erhalten hatte so schnell zurueck nach thailand zu kommen, hatte ich nur den vormittag des folgenden tages in bagan zur verfuegung. diesen nutzte ich bei herrlichem sonnenschein, um mit einem geliehenen mountainbike die gegend zu erforschen. auf diesem grossen gelaende liegen die vielen pagoden und tempel wirklich dicht beisammen. nach drei stunden fahrt durch sehr staubig, trockenes gelaende kehrte ich zurueck in richtung hostel. leider hatte ich mir einen platten eingefahren, so dass ich unterwegs am strassenrand an einem kleinen fahrradstand vorbeikam. eigentlich wollte ich es nur aufpumpen lassen - die wollten das gleich flicken. fuer 100kyats (77ct) war das dann aber innerhalb von 10 minuten erledigt. im regen ging es anschliessend die letzten 1.5 km zurueck. nach einem mittagessen holte ich mein flugticket ab und brachte das fahrrad zurueck. im hostel schnell noch geduscht und gepackt - schon stand der pickup vor dem hostel, der mich zum bus nach yangon bringen sollte.

fuer meinen morgigen flug hatte ich nach busankunft in yangon ein zeitfenster von sechs stunden (um 6uhr ankommen - um 12uhr fliegen). die fahrt verlief bis ca 19uhr recht flott und ohne probleme. doch dann fing es an in massen zu regnen, so dass sich die augetrockneten flussbetten, die wir zuvor schon mehrfach, problemlos durchfuhren ploetzlich in mehr oder weniger reissende stroeme verwandelten. an einer stelle war dann schluss. knietief standen leute von der gegenueberliegenden und diesseitigen seite in der senke der strasse im wasser, welches recht schnell von links nach rechts seinen weg suchte. man munkelte von mindestens zwei stunden wartezeit. mein zeitfenster schrumpfte also von sechs auf vier stunden (die checkin zeit nicht inbegriffen). relativ gelassen hab' ich also versucht mir das ganze spektakel anzuschauen. nach anderthalb stunden ging es dann doch schon weiter - leider nur fuer 30 minuten: dann naemlich gab es einen lauten knall, als waere ein ast auf das dach gefallen (wind und regen waren immer nach am werkeln). aus dem ast wurde aber ein reifenplatzer. diese panne dauerte weitere 30 minuten - noch mehr von diesen pleiten sollten nicht passieren, sonst wird es naemlich wirklich knapp.

zum glueck war der bus soweit fit und mutter natur hatte auch mitgespielt, so dass wir eine halbe stunde aufholten und vier einhalb stunden vor abflug am highway busbahnhof in yangon ankamen. zeit fuer ein kleines fruehstueck, um anschliessend mit einem minipickup zum flughafen um die ecke weiterzufahren. rechtzeitig sass ich in dem zwei propeller flieger und startete puenktlich in richtung chiang mai/thailand. dort angekommen teilte ich mir die transportkosten vom flughafen mit zwei franzoesisch sprechenden schweitzerinnen, um in die stadt zu gelangen. am zielhostel der beiden reisenden fragte ich nach, ob noch eine chance bestuende einen nachtzug nach bangkok zu ergattern. das sollte kein problem sein meinte die nette thailaenderin und ich machte mich auf den weg zum flughafen. keine zwei stunden nach ankunft in chiang mai sass ich auch schon im zweite klasse abteil eines zuges in die hauptstadt, der mich weitere 15 stunden von nord- nach suedthailand karrte. dabei stellte ich fest, dass die dritte (und somit schlechteste) klasse hier in thailand besser war, als die firstclass in myanmar.

heute frueh um sieben kam ich also nach knapp 40 stunden reisezeit (ohne koerperpflege) hier in bangkok an und wurde mit geoeffneter zimmertuer von nadine und jerome empfangen. endlich duschen, endlich wieder zivilisation, endlich wieder ordentliche kommunikation, endlich wieder richtige musik (dire straits und thievery corporation haben noch nie so schoen im ohr geklungen), endlich fuehlt man sich nicht mehr als fremdkoerper in einer anderen kultur. nun wieder in thailand angekommen merkt man, wie unterschiedlich doch die beiden laender sind, obwohl sie so nah besammen liegen. myanmar mit seinen politischen problemen und vielen ethnologischen teilvoelkern hat erst seit kurzem und recht wenig tourismus im lande. im gegensatz dazu stellt der farang hier in thailand schon eine art 'darf nicht fehlen' objekt dar. in myanmar fuehlt man sich permanant beobachtet und wird von jedem, der ein paar worte englisch kann ausgefragt. hier in thailand ist man im gegensatz dazu schon eine art mitglied der gemeinschaft und ist nicht mehr das besondere im lande. es gab tausende sachen, die ich hier noch aufzaehlen koennte - viele sachen muss man aber selber erleben, um zu verstehen was ich meine.

mal sehen, was heute abend noch so passiert - anscheinend mal ein besuch in der khaosan road, wenn es mit regnen aufhoeren sollte. morgen werde ich mich unter umstaenden auf dem riesigen chatu chak markt umsehen. vielleicht gibts ein paar schicke t-shirts fuer wenig geld.

demnaechst soll es aber schon auf eine insel im sueden gehen. wenn alles klar zusammen mit gunnar und antje. damit verbunden kommt eventuell noch ein besuch in kambodscha in frage - dafuer muss ich aber erst mal mit den beiden in kontakt treten koennen. nur hab ich von ihnen seit letztem sonntag nix mehr gehoert. ich hoff das klappt noch.

 

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