Mich laust der Affe

Auch Alex' Bauch meldete sich mit leichten Krämpfen. Hoffentlich hat er sich nichts von mir weggeholt. Zur Sicherheit kommen die frei erhältlichen Antibiotika auch bei ihm zum Einsatz.

Per Bus ging es ziemlich abrupt (kaum am Terminal angekommen fuhr er ab) von Korat nach Pak Chong, um dort direkt in einen Lokalbus zu springen, der uns zum Eingang des Nationalparks fuhr. Auffällig waren die Massen von Autos und die vielen großen, luxuriösen Ressorts auf der 26 km langen Fahrt dort hin. Vor den Toren dann das große Chaos. Und wie kommen wir hier zu Fuß zum 14 km entfernten Visitors Center im Herzen des Parks? Hitchhiking war die scheinbar gängige Lösung. Und keine 5 min später hat, ohne überhaupt etwas dafür getan zu haben ein Pickup angehalten und uns mitgenommen. Dann die schon vermutete Enttäuschung: alle Unterkünfte ausgebucht - today: full; tomorrow: full; day after tomorrow: full. Also mussten wir uns ein Zelt ausleihen, wenn wir hier bleiben wollten. Als einzige Farangs unter all denn geschätzten 200 jugendlichen Thais suchten wir uns einen kleinen Fleck auf dem Campingplatz und schlugen unser Nachtlager auf. Kaum waren wir fertig, wurden wir von der benachbarten Teeniegruppe angesprochen, ob wir nicht mit zum Wasserfall kommen wollen? Klar! Also ging es gleich weiter mit deren Pickup.

Schon erstaunlich, mit welchem Ansatz die Thais in einen Nationalpark fahren. Eigentlich nur, um die per Auto erreichbaren Highlights abzufahren und dann den Abend in geselliger Runde zu begießen. Wildlife - nie gehört und uninteressant. Wir erlebten dieses Spektakel, da wir zum wahrscheinlich ungünstigsten Zeitpunkt anreisten: am Samstag eines langen Wochenendes (Der König hatte am Freitag Geburtstag). Die erste Nacht war also bitterkalt, laut und knochenhart. Unsere Laune somit eher auf abfallendem Niveau.

Für den kommenden Morgen, an dem bereits einige Zelte verschwunden waren oder abgebaut wurden, hatten wir eine dreistündige Trekkingtour geplant. Unser Guide Jen war geschätzte 60, aber topfit und lustig. Aus den drei Stunden wurde aufgrund unserer Neugier nach Tieren am Ende fast fünf. Wie damals auf Borneo mit Angai war es wieder erstaunlich, zu sehen, mit welcher Gabe die Parkranger das Getier im dichten Regenwald entdecken. Leider haben wir keine Gibbons oder andere Säugetiere entdeckt. Dafür verschiedenste Vogelarten. Gunnar hätte seine wahre Freude daran gehabt. Es ging also aufwärts.

Nach unserer Wanderung haben wir noch einmal einen Versuch im Visitor Center bezüglich einer besseren Unterkunft unternommen. Und siehe da: es gab freie Bungalows. Nach dem Mittagessen (was hier im Park nicht wirklich gut war) ging es zurück zum Campingplatz, wo uns fast die Kinnlade runterfiel. Wo tags zuvor noch Partystimmung mit dutzenden Zelten herrschte war nun nichts mehr. Nur unser kleines grünes Igluzelt stand mitten auf weiter Flur in dieser etwas kargen Landschaft. Sehr abenteurlicher Anblick. Nach dem Abbau unserer Leihunterkunft ging es vollgepackt durch die heiße Nachmittagssonne zu unserer kleinen Bungalowsiedlung. Auch hier war es erstaunlich ruhig. Okay des späteren Abends kam das benachbarte Thaipärchen an und versüßte unsere Nachtruhe mit rhytmisch, animalischen Geräuschen. Schon das zweite Mal, dass Alex und ich diesem Naturschauspiel beiwohnen können: so auch drei Tage zuvor in Trat, als am Abend meines fiebrigen Dämmerzustandes eine ca. 40 jährige, hippieske Französin mit einem Thai intim wurde - direkt auf der Terrasse vor unserem Zimmer. Nicht sehr appetitlich.

Nach dieser nur leicht verbesserten Nacht wurden wir von Gibbonrufen geweckt und konnten an diesem sonnigen Morgen direkt (ca. 100 m) hinter unseren Bungalowreihen einen springenden Gibbon für einen kurzen Moment beobachten. Für diesen Tag war eine weitere Trekkingtour auf eigene Faust geplant. Da nun kaum noch Besucher im Park waren, wurde es schwierig per Daumenexpress zum zweiten großen 6 km entfernten Campingplatz zu gelangen, wo der ca. 3 km lange Pfad entlang eines Flusses beginnen sollte. Mit zwei Mitfahrten klappte es dann aber doch recht einfach. Neben vielen Vögeln (z. B. Kingfisher), Schmetterlingen und einem Rieseneichhörnchen haben wir sogar ein Krokodil schlummernd am gegenüber liegenden Ufer entdeckt. Mit dem heutigen Tag hat sich die anfängliche eher negative Meinung über den Park doch komplett ins Positive verwandelt. Am Abend, also gestern, haben wir noch die letzten Postkarten fertig geschrieben. Der Leipziger Freundeskreis kann sich schon mal auf was gefaßt machen. Überraschung im Anmarsch.

Momentan sitzen wir im Expresszug nach Bangkok: dritte Klasse, ohne Aircon, dafür mit Frisur zerstörendem Fahrtwind. Noch drei Tage, die wir zumindest für die Abendstunden schon verplant haben. Wir werden uns noch mal mit Agnes und den Mädels, sowie mit Antonie treffen. Sonst läßt sich die Zeit sicher schnell mit Shoppen und Massieren lassen verbringen.

PS: Für die letzten drei Blogeinträge versuche ich morgen mal noch Bilder hochzuladen.

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