Die vier Häschen sind wieder auf einer Insel

Nachdem wir den ersten Abend auf der Haseninsel doch recht üppig im Gespräch mit den benachbarten Engländerinnen begossen hatten, war das schlussfolgernde Motto am darauf folgenden Tag: abhängen, Meeresrauschen auf sich wirken lassen und nicht vergessen sich einzucremen. Kurzum: nichts tun. Vielleicht mal eine Kokusnuss vom lokalen Pesonal knacken lassen, um an das erfrischende Innere per Strohhalm zu gelangen. Abends wieder Sterne gucken und Musik hören bei Kerzenschein.

Am zweiten Tag haben wir es dann doch geschafft die von der "German Family" empfohlene Inselumrundung zu absolvieren. Das Wetter war auf Grund leichter Bewölkung und einer milden Briese vom Meer ganz passend. Über kleine Felsufer, vorbei an einsamen Stränden mit Kuh, Palme, Hund und Schwein folgten wir der Grenze zwischen Meer und Land und waren nach ca. 2 Stunden wieder an unserer Hütte angekommen. Erst mal eine tropfnasse, kalte Cola.

Am Abend wollten wir eigentlich einen, dem 1. Advent huldigenden MP3-Player-Jukebox-Contest, wie letztes Jahr mit Claudi und Pipe im Hotel Ocean in Lopuk Antu veranstalten. Allerdings initiierte die deutsche Familie ein Lagerfeuer am Strand, wo wir in geselliger Runde (die vier Gefährten aus Leipzig/Berlin, die "German Family", Anja und Saskia aus Göttingen, sowie andere Traveller) nach Sternschnuppen Ausschau hielten und dem Knistern verbrennender Palmwedel lauschten. Das hatte, obgleich der höhren Menschenansammlung, schon Vergleichbares mit dem Ko Maak Abenteuer von vor drei Jahren mit Gunnar, Antje und Simon.

Am dritten und letzten Inseltag war eigentlich eine Besteigung des zentralen Inselbergs beschlossen. Doch die Trägheit des Inselkollers lies uns auf unserem Bambuspodest (Pipe würde erblassen vor Neid) vor dem Nachtlager zu nichts bewegen. So verbrachten wir auch die letzten Stunden an diesem, man könnte fast sagen, magischen Ort mit Buch lesen, Rotwein aus der Tüte trinken und Musik über Jan's Miniboxen hören. Am Abend wurden wir, im Sand sitzend, mit dem besten Sonnenuntergang des Urlaubs belohnt und konnten bei erneutem Lagerfeuer mit den beiden Mädels aus Göttingen noch mehr Sterne am Himmel zählen - dafür weniger Sternschnuppen (BTW: Sternschnuppe = Shootingstar im Englischen, wie wir am ersten Abend von den Engländerinnen erfuhren). Um sich für die Nacht noch einmal abzukühlen sind Robert und ich noch einmal ins Meer gesprungen (splitterfaser, so wie der liebe Gott uns schuff) und konnten erneut dieses fantastische Spektakel der grün-blau leuchtenden Algen erleben. Es ist einfach unbeschreiblich, wie einem bei jeder Bewegung im Wasser eine schimmernde Aura umgibt. Jeder, der die Möglichkeit dazu hat in diesen Gewässern zu planschen sollte das unbedingt ausprobieren - ein unvergessliches Erlebnis.

Am nächsten Morgen ging es sehr früh raus, da unser Boot bereits um 7 Uhr direkt vom Strand aus losfahren sollte. Das am festländischen Pier wartende Tuk Tuk fuhr uns dann mit Sack und Pack nach Kampot, wo sich die Wege der Gefährten der letzten 16 Tage trennen sollten. Während Alex und ich die südliche Route entlang des Meeres zur thailändischen Grenze suchten, sind Jan und Robert von dort aus per Taxi nach Peng Peng aufgebrochen, um ihre Rückreise nach Deutschland auf Grund der Bangkokproteste besser koordinieren zu können.

Abgesehen von der leichten Abzocke für die Mopedtaxis (15km; 70 km/h mit Kraxe, Fahrer, mir/Alex und Handgepäck auf dem Rücken; jeweils 200 Baht) sind wir nach diesem Höllentrip im Minibus mit reizvoller Landschaft doch noch im Windys in Trat angekommen. Den Abend verbachten wir mit dem lustigen, leicht verpeilten Engländer Andres bei einigen Chang und Thaifood vom Nachtmarkt. Dabei endeten wir natürlich wieder in der Bar, wo wir vor 10 Tagen schon waren und die deutschen Zahlen lehrten. Der Thai mit dem ich diesen Intensivkurs durchführte war anwesend, hat mich sofort erkannt und gleich wiederholt, was ich ihm damals beigebracht hatte. Lektion für diesen Abend: die Zahlen 11 bis 20. Später schliefen wir ein.

Was bleibt für diesen Reisebericht zu bemerken? Wahnsinn, was man über drei Tage Nichtstun alles schreiben kann.

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