home again

ich bin wieder da. nach 20 stunden flug und fast 4 stunden ICE wurde ich von alex, krissi und robert freundlichst und mit herz empfangen. jetzt muss ich erst einmal wieder ankommen, wäsche sortieren, mich sortieren, meine bakterielle infektion auf der haut pflegen und auskurieren.

die letzten tage in bangkok waren sehr entspannend. da meine beiden unterkunftsspender nadine und jerome zum arbeitenden farangvolk gehören hatte ich viel zeit für mich. ausgiebiges schlendern durch bangkok, besuche von ausstellungen - einfach mal seele baumeln lassen bei buch, sonne und guter musik. sicher klingt das nicht entspannend, wenn man sich vorstellt, dass ich das in bangkok gemacht habe. aber nach diesen vielen tagen in der 10 millionenmetropole findet man immer mehr gefallen an dieser und weiss es zu schätzen dort zu sein.

abends ging es dann taeglich mit nadine und jerome zum dinner in diverse lokalitäten und zu vergnügungseinrichtungen. unter anderem zu karaoke. aber nicht im stil einer bar, sondern für private veranstaltungen. man kann sich das so vorstellen: ein raum (es gab verschiedene größen S, M, L, XL), sitzbank, mikrofone, fernseher, dolby sourround hifi und dicke ordner mit titellisten. nach dem zweiten bier war dann alles egal und wir drei waren in unserer mehr oder weniger schalldichten kabine allen zwängen entfesselt und schrien in die mikrofone bei voll aufgedrehtem stereo. zu smashhits von kylie, robbie und anderen schlechten songs liesen wir die stimmbänder zittern. ich hätte nie gedacht, dass mir das mal so viel spass macht.

ausserdem ging es noch ins kino, erneut (mit jerome) auf trinktour in die khao san (mit bösen auswirkungen für bangkoks sidewalks), zum bowling und zum krönenden abschluss auf den statetower. in feinem zwirn und nach einem leckeren dinner am fluss haben die beiden mich an meinem letzten abend auf den statetower ausgeführt. einer der größten wolkenkratzer in bangkok mit dekadentem restaurant und bar auf dem dach und dem besten blick auf das nächtliche blinklichtfeuerwerk der stadt. nur durch eine gläserne begrenzung vom 1m entfernten abgrund geschützt stiessen wir auf den letzten abend an und liessen uns das haar vom wind verwirren.

wenn man in diesen worten schwelgt wird einem erst bewusst, was man gerade hinter sich gelassen hat. es war eine schöne zeit, die ich sicher irgendwann durch einen erneuten besuch verlängern/erneuern werde.

grosses lob und dickes danke an nadine und jerome, die mir so lieb unterschlupf und hilfe in diversen lebenslagen geboten haben.

die letzte woche

vor einer woche: nach zwei tagen bangkok hatte ich mittlerweile kontakt zu antje und gunnar. beide auf dem weg nach ko mak. vorhaben fuer sonntag vor einer woche: sich am hafen auf dem festland zu treffen und zusammen auf die insel zu schippern. leider - oder vielleicht auch zum glueck - war ich am abend zuvor auf maennertour mit jerome, khao san road. bier, viel bier, dazwischen white russian (60 baht), englische maedels, filmriss, nadine vor der tuer auf uns wartend (nachts um 3uhr), schlafen. jerome wusste angeblich (nach gestriger unterhaltung) nicht einmal, wie ich mich am fruehen morgen des sonntags der letzten woche aus dem bett quaelte, schliesslich musste ich das treffen mit gunnar und antje schaffen. voellig ohne plan, kurz im bad, zaehne putzen, dabei die kurzschlussidee, die mir eigentlich schon vor wochen durch den kopf ging: "mit plastiktuete durch kambodscha". nach katzenwaesche wurde also nur das noetigste in einer plastiktuete verstaut, die ab dem damaligen zeitpunkt fuer eine woche mein reisebegleiter werden sollte. skytrain bis ekamai, noch am traeumen, mit dem kopf in der letzten nacht, zum busbahnhof geschleppt. alles ging viel zu einfach - in meinem zustand; sofort ein ticket bekommen, schon im bus, cookies und wasser fuer die fahrt wurden verteilt, die bangkok post hatte ich am terminal gekauft. auch die eukalyptusnasenbefreiersticks. schlafen, endlich wieder schlafen, gedanken, ob ich bis trat wieder einigermassen fit bin.

per pickup von trat bis zum hafen in laem ngop. bei herrlichem sonnenschein mit truckerbrille und -kappe, photoapparat im anschlag gehe ich auf die beiden (hatte sie schon von weitem gesehen und dieses vorhaben geplant) zu. es wird ein freudiges wiedersehen, wobei beide recht stutzig, denoch gefasst auf mein aeusseres reagieren. vieles zu erzaehlen, beiderseits - nationalpark mit blutegeln und regen, myanmar mit regen, letzte nacht mit jerome und der hoellentrip zum treffpunkt. zusammen mit simon, einem juengeren deutschen traveller wurden wir von ufer zu ufer geschleppt, immer noch sonne, die langsam untergeht. im abendgrauen empfiehlt uns rainer aus stuttgart, wo es zu dieser jahreszeit auf ko mak unterkuenfte gibt, die unseren einfachen und preiswerten anspruechen gerecht werden koennen, transport wird auch von ihm organisiert. nicht wirklich freudig ueber das empfohlene ergebniss verlief der abend zu viert vor dem familienbungalow, moskitos, dazu bier.

vier tage lang eigentlich nur regen und nichts tun. kurze abenteuerliche unterbrechung, als wir am vierten tag zu einer inselbesichtigung aufbrechen. die auf ko mak ansaessigen werdauer brueder, lutz und ralf(?) erzaehlten vom anderen strand. bei steigendem meeresspiegel liefen (spaeter kletterten) wir durch verlassene buchten und an bedschungeltem strand, dann auch noch regen. sorge um die kameras bei dem vielen wasser von oben und unten. als endlich feststand, dass es nach 30 minuten auf gischtbedecktem, glitschigem fels nicht weiterging blieb nur der rueckweg ueber gleiches, unwegsames, gefaehrliches ufer. voellig durchnaesst kehrten wir in unser doppelt ausgestattetes doppelbett-familienzimmer zurueck. kameras haben alles ueberstanden. nach etlichen bieren erneutes gemeinsames einschlafen in gemeinsam genutzten zimmer, wie die tage zuvor.

eigentlich sollte es nach diesem feuchten wandertag der letzte abend werden. jedoch hatten wir es nicht auf die reihe gebracht uns um bezahlung und ruecktransport zu kuemmern. zum glueck, wie sich am folgenden morgen herausstellte. endlich sonne, die auch den ganzen tag ueber blieb. lustige bilder wie dieses entstanden zwischen badeeinsaetzen und eincremen. abends mit alex telefoniert.

der abend zuvor wurde ausserdem von viel wind erfuellt, simon mit lagerfeuer am strand. ploetzlich die beiden schweitzer, die wir schon tage zuvor gruessten. im typischen schwytzerdeutsch: "wir wollen euch nicht beunruhigen, aber es gibt auf der insel geruechte, von wegen tsunami und grosser welle". nach kurzem schock, diskussion und gebildetem herangehen an die wahrheit der these steht fest, dass es sicher nur uebertriebene angst ist in bezug auf das ereignis vor einigen monaten. unsere geographisch ausreichenden kenntisse lassen uns mit sehr hoher wahrscheinlichkeit annehmen, dass es im golf von thailand - aufgrund fehlender, sich ineinander schiebende tektonische platten - keinen solchen tsunami geben sollte. denoch wird von eventuellem hochwasser gesprochen, was durch meldungen (telefonisch und televisionell) in erfahrung gebracht werden konnte. sehr skeptisch, mit vielen blicken zum rauschenden, dunklen nachtmeer versuchen wir diese geschichte zu vergessen und schaffen das, wie gesagt, bei bier und thailaendischer kost. der morgen danach: wie gesagt, sonne.

tags drauf, nach dem sonnentag, dann doch die rueckfahrt zum festland, da sechs tage relaxen ausreichen. gunnar und antje muessen nach bangkok, waehrend ich mit simon in trat abhaenge und wir beide versuchen die langsamkeit der insel an die normalgeschwindigkeit anzupassen, bevor es weitergeht. eigentlich haette ich mir schon vorstellen koennen, "mit plastic bag nach cambodia" weiterzureisen. nach vielem hin und her im guesthouse mit der nettesten guesthousemutti der gesamten reise dann doch die entscheidung: zurueck ins hektische bangkok, zurueck zu nadine und meinem trinkfreund jerome, von da aus mit nadine - sie hat noch zeit, bevor ihr neues praktikum losgeht - mal fuer kurz nach sueden trippen, strand und sonne oder so. sonnencreme nicht vergessen! geld fuer kambodscha ist irgendwie nicht mehr auf dem konto. zumal ich noch einen anzug schneidern lassen moechte.

 

17.09.2005

wir stranden in pattaya, simon und ich. wie konnte dieses passieren, wer hatte die idee? der bus von trat nach bangkok spuckt uns am abend, es ist schon dunkel, auf der hauptstrasse auf den buergersteig. wo ist norden? wo der strand? wir irren durch diese stadt, mit allem gepaeck (in meinem fall plastiktuete und kameratasche). vielleicht zwei stunden, permanent hupende pickups und rufende motortaxis, die transportdienste anbieten - wir laufen weiter, dran vorbei, fast schon stur um unser geld zu sparen. es sieht lange zeit beiweitem nicht so aus, wie im lonely planet beschrieben, es fehlt noch was. irgendwann finden wir aber die schmuddeligen ecken, die langen sois, die in rosafarbenen neonroehren bestrahlt werden. bestrahlt von den bars und den reflektionen der vielen thaimaedchen, die auch dienste anbieten, aber keinen transport. es riecht schon irgendwie nach sex, vielleicht nur einbildung bei diesen anblicken. neben rosa und rotem licht, bestrahlen auch laute popmusik und die hinterherrufenden maedchen die strasse. ich kannte das bisher nur aus filmen und von der soi cowboy (bangkok) vor drei einhalb jahren. es gefaellt mir hier gar nicht, ekelhaft, eine nacht und schnellstmoeglich weg. die entscheidung den pattayaabend im burgerking zu beenden war clever und lecker, unsere baeuche entschieden diesen weg. mit zwei bier auf unser teueres doppelzimmer (viermal so teuer, als in trat) - simon und ich. fernsehen per satellit, klimaanlage, duschen, bier und fernsehen. einschlafen.

 

18.9.2005

nach wiederum knapp zwei stunden hasse ich diese stadt noch mehr. der bahnhof ist nirgends ausgeschildert, was und zu diesem erneuten langen marsch, an diesen transportdienstaufdraengenden menschen und maschinen durch die stadt schaeuchen liess. am bahnhof doch noch angekommen: am wochenende faehrt kein zug nach bangkok, weder hin noch her. es war sonntag, heiss und verschwitzt. fuesse reiben schon an den tevas. einem indisch-koreanischen paearchen ging es aehnlich, als die beiden zur gleichen zeit am bahnhof ankommen. zurueck per fuss. ich weiss, dank (mittlerweile) guter orientierung wo es zum busbahnhof geht. dort angekommen geht es nach einem magnum auch schon los. zwei stunden spaeter in bangkok. wieso will der taxifahrer fuer 5min fahrt 100 baht? die busfahrt, um den chatu chak markt zu umfahren kostete nur 12 baht. hier trennen sich unsere wege. simon will noch einmal ueber den chatu chak schlendern, es war ja sonntag. ich will eigentlich nur duschen, also zu nadine. skytrain, und schon da, gestern am fruehen abend, obwohl nadine nicht da ist.

gestern am spaeten abend nachdem jerome vom shoppen heim kommt, schnell noch was gegessen und eis und bier fuer unsere private full moon party eingeholt. nadine muss noch ein buch lesen, denoch spielen wir "wer bin ich". weihnachtsmann, gera, farang, jerome, heidi... wir lachen uns wieder mal kaputt, wie neulich im o'reillys in bangkok city.

was nun diese woche noch passiert weiss ich nicht. nadine kann nun doch nicht mehr mit auf reisen gehen, da sie schon am mittwoch mit ihrem praktikum anfangen muss. eine sms information an mich kam tage zuvor leider nicht an. aber ich werde die tage schon irgendwie bestreiten koennen. eventuell squash mit jerome.

 

ps: schreibweise wie frisch. homo faber hat mir sehr gut gefallen.

zwei laender, drei transportmittel und 3000km in 40 stunden

nachdem ich die tolle nachricht erhalten hatte so schnell zurueck nach thailand zu kommen, hatte ich nur den vormittag des folgenden tages in bagan zur verfuegung. diesen nutzte ich bei herrlichem sonnenschein, um mit einem geliehenen mountainbike die gegend zu erforschen. auf diesem grossen gelaende liegen die vielen pagoden und tempel wirklich dicht beisammen. nach drei stunden fahrt durch sehr staubig, trockenes gelaende kehrte ich zurueck in richtung hostel. leider hatte ich mir einen platten eingefahren, so dass ich unterwegs am strassenrand an einem kleinen fahrradstand vorbeikam. eigentlich wollte ich es nur aufpumpen lassen - die wollten das gleich flicken. fuer 100kyats (77ct) war das dann aber innerhalb von 10 minuten erledigt. im regen ging es anschliessend die letzten 1.5 km zurueck. nach einem mittagessen holte ich mein flugticket ab und brachte das fahrrad zurueck. im hostel schnell noch geduscht und gepackt - schon stand der pickup vor dem hostel, der mich zum bus nach yangon bringen sollte.

fuer meinen morgigen flug hatte ich nach busankunft in yangon ein zeitfenster von sechs stunden (um 6uhr ankommen - um 12uhr fliegen). die fahrt verlief bis ca 19uhr recht flott und ohne probleme. doch dann fing es an in massen zu regnen, so dass sich die augetrockneten flussbetten, die wir zuvor schon mehrfach, problemlos durchfuhren ploetzlich in mehr oder weniger reissende stroeme verwandelten. an einer stelle war dann schluss. knietief standen leute von der gegenueberliegenden und diesseitigen seite in der senke der strasse im wasser, welches recht schnell von links nach rechts seinen weg suchte. man munkelte von mindestens zwei stunden wartezeit. mein zeitfenster schrumpfte also von sechs auf vier stunden (die checkin zeit nicht inbegriffen). relativ gelassen hab' ich also versucht mir das ganze spektakel anzuschauen. nach anderthalb stunden ging es dann doch schon weiter - leider nur fuer 30 minuten: dann naemlich gab es einen lauten knall, als waere ein ast auf das dach gefallen (wind und regen waren immer nach am werkeln). aus dem ast wurde aber ein reifenplatzer. diese panne dauerte weitere 30 minuten - noch mehr von diesen pleiten sollten nicht passieren, sonst wird es naemlich wirklich knapp.

zum glueck war der bus soweit fit und mutter natur hatte auch mitgespielt, so dass wir eine halbe stunde aufholten und vier einhalb stunden vor abflug am highway busbahnhof in yangon ankamen. zeit fuer ein kleines fruehstueck, um anschliessend mit einem minipickup zum flughafen um die ecke weiterzufahren. rechtzeitig sass ich in dem zwei propeller flieger und startete puenktlich in richtung chiang mai/thailand. dort angekommen teilte ich mir die transportkosten vom flughafen mit zwei franzoesisch sprechenden schweitzerinnen, um in die stadt zu gelangen. am zielhostel der beiden reisenden fragte ich nach, ob noch eine chance bestuende einen nachtzug nach bangkok zu ergattern. das sollte kein problem sein meinte die nette thailaenderin und ich machte mich auf den weg zum flughafen. keine zwei stunden nach ankunft in chiang mai sass ich auch schon im zweite klasse abteil eines zuges in die hauptstadt, der mich weitere 15 stunden von nord- nach suedthailand karrte. dabei stellte ich fest, dass die dritte (und somit schlechteste) klasse hier in thailand besser war, als die firstclass in myanmar.

heute frueh um sieben kam ich also nach knapp 40 stunden reisezeit (ohne koerperpflege) hier in bangkok an und wurde mit geoeffneter zimmertuer von nadine und jerome empfangen. endlich duschen, endlich wieder zivilisation, endlich wieder ordentliche kommunikation, endlich wieder richtige musik (dire straits und thievery corporation haben noch nie so schoen im ohr geklungen), endlich fuehlt man sich nicht mehr als fremdkoerper in einer anderen kultur. nun wieder in thailand angekommen merkt man, wie unterschiedlich doch die beiden laender sind, obwohl sie so nah besammen liegen. myanmar mit seinen politischen problemen und vielen ethnologischen teilvoelkern hat erst seit kurzem und recht wenig tourismus im lande. im gegensatz dazu stellt der farang hier in thailand schon eine art 'darf nicht fehlen' objekt dar. in myanmar fuehlt man sich permanant beobachtet und wird von jedem, der ein paar worte englisch kann ausgefragt. hier in thailand ist man im gegensatz dazu schon eine art mitglied der gemeinschaft und ist nicht mehr das besondere im lande. es gab tausende sachen, die ich hier noch aufzaehlen koennte - viele sachen muss man aber selber erleben, um zu verstehen was ich meine.

mal sehen, was heute abend noch so passiert - anscheinend mal ein besuch in der khaosan road, wenn es mit regnen aufhoeren sollte. morgen werde ich mich unter umstaenden auf dem riesigen chatu chak markt umsehen. vielleicht gibts ein paar schicke t-shirts fuer wenig geld.

demnaechst soll es aber schon auf eine insel im sueden gehen. wenn alles klar zusammen mit gunnar und antje. damit verbunden kommt eventuell noch ein besuch in kambodscha in frage - dafuer muss ich aber erst mal mit den beiden in kontakt treten koennen. nur hab ich von ihnen seit letztem sonntag nix mehr gehoert. ich hoff das klappt noch.

 

doch noch schneller zurueck

so langsam fang ich hier an durchzudrehen. ich will wieder jemanden sehen, den ich kenn. darum habe ich heute nach der 10 (in worten zehn) stuendigen bootsfahrt von mandalay hier nach bagan noch mal versucht, ob es nicht moeglich ist schon am donnerstag zurueck nach thailand zu fliegen. ich dachte eigentlich, dass das unmachbar waere. aber siehe da: es geht. morgen schon fahre ich mit dem nachbus nach yangon zurueck, komme dort am donnerstag frueh um 5 an und werde schon um 12 im flieger nach chiang mai sitzen. und das fuer schlappe 77 euronen plus 5 fuer bus.

mit viel glueck schaff ich es dann von dort aus am gleichen tag noch einen nachtzug zu erwischen, der mich dann am freitag in bangkok rauswirft. wir werden sehen.

gestern war ich in myanmar noch mit dem englaender tom und einem schweitzer zu abend essen und anschliessend per trishaw bei den beruehmten moustache borthers. das ist eine familiaere truppe von komikern, die hier in myanmar seit jahren durchs land reisen und satirisch ueber alles herziehen. unter anderem auch ueber politik - das wurde vor jahren fuer einen der brueder zum verhaengnis, so dass er fuer sieben jahre ins gefaengnis musste. jetzt duerfen sie nur noch im eigenen haus auftreten. war ne ganz witzige, wenn zum ende hin auch recht kommerzielle sache.

der heutige tag begann mit um 4:30 aufstehen und verlief hauptsaechlich auf dem wasser. wahnsinnig breit ist dieser ayeyarwady fluss und schlengelt sich von mandalay durch das flache land. weit entfernt sieht man kleinere gebirgszuege und ab und an blinken links und recht am weiten ufer stupas und pagoden auf.

kurz vor ankunft in bagan kamen wir mit dem kahn noch in ein dickes unwetter, so dass wir am ufer notanlegen mussten. man konnte keine 50m weit schauen, so derb hat es geschuettet. ist aber alles gut gegangen. ich werde diesen abend noch relaxen, um dann morgen per fahrrad hier alles zu erkunden - eine riesige ausgrabungsstaette mit einigen dutzend wenn nicht hundert pagoden und stupas. eigentlich hab ich davon ja die schn...ze voll - aber so zum abschluss geb ich mir noch mal so richtig den pagoden-overdrive.

bin gespannt, ob ich irgendwie noch ein treffen mit gunnar und antje organisieren kann. die beiden scheinen mir schon auf ko mak zu sein, um dort vor ihrem kambodscha aufenthalt zu relaxen. vielleicht geh ich ja auch noch in dieses land. mal sehen.

die letzten tage

hallo keule, halle papi, mami und schwester,

bei mir ist alles in ordnung. ich konnte mich leider nicht melden, da ich zwei tage im regenwald unterwegs war. in den restlichen orten seit der letzten nachricht von mir gab es leider keine chance irgendwo in's internet zu gelangen. entweder gab es gar kein internet oder die gmx-seiten waren vom burmesischen internetprovider gesperrt. ich hatte vor ner woche mal an einem tag fieber und durchfall. das war aber nach einem guenstigen arztbesuch (1,20 EUR incl pillen) am naechsten tag schon wieder vergessen.

mittlerweile neigt sich meine reise dem ende. bin im moment in mandalay.

morgen gehts mit dem boot 10 stunden lang flussanwaerts nach bagan - einer historischen stadt mit tausenden pagoden. dort noch mal zwei tage und dann zurueck nach yangon. von dort dann wahrscheinlich am 10.09. mit dem flieger nach chiang mai in thailand um von dort mit dem zug nach bangkok zu fahren (ist der bisher guenstigste weg, den ich finden konnte).

ich werde auf alle faelle versuchen in yangon noch einmal ne meldung zu machen. dort wird es sicher auch wieder internet geben. spaetestens aber von chiang mai aus.

bis dahin seid herzlichst gegruesst und macht euch nicht so viele sorgen.

die leute hier sind alle total freundlich und helfen, wo sie nur koennen ( auch wenn es diverse touriabzocken gibt). geld ist noch ausreichend vorhanden, geklaut wurde auch noch nicht und ab und an trifft man nette traveller, die einen ein bisschen auf dem weg begleiten.

best wishes

marci

@janschi: hsv rockt. die haben es eben drauf. denk auch an dich und freu mich schon, euch alle endlich wieder zu sehen.

nyaungshwe

heute bin ich in bereits den zweiten tag in nyaungshwe, einem kleinen ort am inle lake in der naehe von mandalay. hier ist es zum glueck etwas entspannender als in der grossen stadt yangon. das tal in dem der 22x11km grosse see liegt ist von bergen umringt, in denen sich ab und an dicke regenwolken verirren.

yangon hatte ich bereits nach zwei naechten wieder verlassen. irgendwie fehlt dieser stadt der charme. schlechte strassen und gehwege, keine strassenbeleuchtung und abgesehen von der shwedagon paya kaum aufregende attraktionen zu bewundern. von yangon aus ging es nun also mit dem bus nach kyaikto, um von dort aus mit einem pickup zum basislager kinpun aufzubrechen. kinpun liegt in einem kleineren mittelgebirge im mon state und ist ausgangspunkt fuer eine tour zum kyaiktiyto - dem golden rock. das ist ein ca 5m grosser, goldener, fast runder felsen der kurz vorm kippen auf einem berg steht - und das wohl schon seit tausenden von jahren. ziemlich faszinierende eindruecke, die einen dort erfahren. leider war an diesem tag das wetter wieder mal nicht des reisenden freund: am gipfel hatten sich regenwolken festgehangen und somit nur fuer eine sicht von 15m gesorgt. der ausblick auf das umliegende land waere an einem klaren tag sicher ein weiteres highlight fuer diese tour gewesen.

mit den beiden slovenen, die ich auf dieser tour kennengelernt hatte ging es noch am gleichen tag mit einem pickup zurueck nach bago. dieser trip dauerte drei stunden und das bei diesen herrlichen strassen. bago selber ist eine transitstadt, von der es den darauf folgenden tag hierher zum inle lake gehen sollte. das hotel dort war ok, aber wirklich nur fuer eine nacht gedacht. laenger wollte man einfach nicht in dieser stadt bleiben - dauerverkehr in form hupender busse, lkws und mopeds. und das restaurant, welches ich mit den beiden slovenen am abend noch zum essen besuchte hatte auch nicht viel zu bieten: das personal konnte keine einziges wort englisch, die herausgesuchten gerichte konnten nicht zubereitet werden und ratten sind unterm tisch langspaziert. angeblich war das der beste laden in der stadt.

tzzzzzz.

die drei stuendige pickup tour vom vortag noch im nacken ging es nun also weiter nach norden. der aircon bus war randvoll. da ich in der vorletzten reihe sass, konnte ich jedes schlagloch der hauptverkehrsstrasse doppelt so gut fuehlen. das was hier der beste weg zwischen nord und sued ist wueder man bei uns wahrscheinlich als kleinstdorfzubringer bezeichnen - hier ist das autobahn. teilweise passen keine zwei busse nebeneinander, es gibt mehr schlagloecher und huckeln als teer, strassenbeleuchtung fehlanzeige und scheinwerfen sind eher nebensache. gefahren wird zum teil ohne oder nur mit standlicht. und das in ziemlich waghalsigem tempo - wahrscheinlich stehen auch die busfahrer hier unter drogen: fast jeder burmese kaut auf irgendwelchen nuessen, die aehnlich wie kautabak wirken und einen ekelhaften roten speichel verursachen. dieser wird dann wo man geht oder steht einfach ausgespuckt. ebenso war es auch in dem bus.

ansich sind die autos, wie schon erwaehnt hier alle in schlechtestem zustand. was aber unbedingt funktionieren sollte ist die hupe. wenn die geht, dann kann man auch auf der strasse fahren.

die 11 stunden fahrt in den norden waren also unglaublich grausam. nicht nur fuer koerper - auch fuer den geist. nebenher besitzt auch jeder bus eine funktionsfaehige dvd-anlage. dort werden in voller lautstaerke musik-dvds mit karaoke untertiteln abgespielt. dabei ist jeder song schnulziger als der andere. anfangs fand ich die sachen noch lustig - mittlerweile hab ich sie hassen gelernt. alles in allem war diese fahrt das bisher schlechteste, was ich erlebt habe.

nichts desto trotz bin ich gestern ziemlich verknittert und zerknautscht frueh um fuenf hier in der naehe von nyaungshwe aus dem bus gefallen und per pickup in mein zuvor ausgesuchtes guesthouse gebracht worden. dort war erst einmal schlaf nachholen angesagt.

sicher klingt das alles ziemlich unschoen, was ich hier schreibe - ist aber nicht alles so schlimm. das gehoert eben in dieses land und zu dieser reise und wird mir meine reisestimmung nicht verderben. die burmesen an sich sind hier alle recht nette gesellen. wenn irgendwer auch nur einige worte englisch kann, so wird versucht einen kleinen smalltalk aufzubauen. erst gestern hat mich hier in nyaungshwe ein alter 70 jaehriger lehrer aus der hauptstadt des shan states angesprochen. er wollte einiges von mir wissen und hat mich anschliessend zu sich nach hause eingeladen, um mit mir auf die umliegenden berge zu steigen. ein typisches, von seiner frau gekochtes burmesisches mittagessen soll wohl auch mit drin sein. ich werde sicher nach den 3-4 tagen hier am inle lake zu ihm aufbrechen und schauen, ob sich hinter seinen worten nicht doch irgendeine touristische abzocke verbirgt.

soweit erst einmal von hier. ich werde jetzt noch ein fahrrad ausleihen und mir mal die umgebung ansehen.

ich lebe noch

hallo ihr lieben,

leider sieht es hier mit internet etwas schlecht aus. daher kann ich auch nicht in meinen blog schreiben. dafuer muss nun papier und stift herhalten. unabhaengig davon bin ich gluecklich in myanmar angekommen. unglaublich warm ist es hier und feucht wie in einer sauna - gut, das meine kamera das mitmacht. die menschen sind herzlichst und offen fuer jedes gespraech. ansonsten ist das traveller leben hier relativ einsam, da es kaum - eigentlich keine - mitstreiter gibt. in den letzten beiden tagen in yangon habe ich hoechstens aller 3 stunden mal einen auslaender/europaer getroffen. ansonsten nur kautabak spukende burmesen. mal sehen, wie es auf den naechsten etappen ablaeuft.

finanziell ist dieses land der traum. ich komme hier scheinbar mit ca. 5 dollar pro tag aus. darin inbegriffen: essen, trinken, schlafen, eintritt und transport. im moment habe ich hier in yangon eine kleine herberge fuer 3 dollar pro nacht inclusive fruehstueck.

heute geht es noch weiter nach bago, einer kleinen stadt, zwei busstunden von yangon entfernt. dort werde ich nur eine nacht verbringen um morgen nach kyaikto weiterzufahren. dort ist der beruehmte goldene felsen zu finden. danach geht's sicher weiter richtung norden nach bagan (eine stadt mit unendlich vielen pagoden) um von dort aus per boot nach mandalay aufzubrechen. spaetestens in mandalay wird es wieder internet geben - also in 5-6 tagen. vielleicht auch in den staedten auf dem weg dorthin. aber das weiss ich nicht genau.

in mandalay werde ich sicher auch 2-3 tage verbringen. wie es danach weitergeht kommt mit der naechsten mail. ich habe aber vor im norden auch einen trekkingtour zu machen. mal sehen ob das klappt.

bis dahin seid herzlichst gegruesst.

marci

[einer von E-Mail entnommen und von Alex gepostet]

kino und hostel

das mit dem kurzfilm hatte dann doch nicht geklappt. irgendwie gingen die eigentlichen vorstellungen nur bis zum tag meiner landung - also vorvorgestern. alternativ haben wir uns dann spontan dazu entschlossen mit sushi und chang bier in den film tom yum goong (http://www.tomyumgoongmovie.com/) zu gehen. komisch das hatten wir doch am sonntag noch gegessen? der film lief auf thai mit englischen untertiteln und teilweise auf englisch mit thai untertiteln. inhalt: where is my elephant (mittlerweile "der" running gag bei nadine, jerome und mir)? ein junger thai waechst im urwald mit seinen lieblingselefanten auf, die dann eines tages nach sydney entfuehrt werden. fuer uns unerklaerlich und im film nicht geschildert, schafft es der kleine thai aus dem wald ein flugticket nach australien zu organisieren um dort alles kurz und klein zu schlagen. von szene zu szene werden es immer mehr und groessere gegner, die sich ihm in den weg stellen, bis er letztendlich zum endgegner kommt. mit grossem tammtamm wird auch diese(r) vermoebelt und alle sind gluecklich. ganz schoen harter streifen, den ich mir in deutschland wohl nicht angeschaut haette. @alex, robert und gunnar: das geraeusch von brechendem genick aus pink floyd waren nix gegen das, was man da gestern gehoert hat. eine gute sache hatte der kinobesuch denoch: ich konnte multimedial erleben, wie der thailaendische koenig sogar im kino verehrt wird. mit dem erklingen der nationalhymne haben alle kinobesucher vor beginn des filmes aufzustehen, um dem dollen werbefilm zuzuschauen. fast so gut wie die taegliche prozedur mitten auf der strasse: dort erklingt naemlich auch jeden tag um 18 uhr die nationalhymne und saemtliche passanten bleiben dort wo sie gerade sind stehen und lauschen den kraechzenden toenen. tzzz. verruecktes voelkchen - aber liebenswert.

im anschluss an das leckere essen ging es noch in ein kleines restaurant, in dem ich sogar schon mit alex und daniela vor ueber drei jahren war. dort haben wir wieder typisches leckeres  thaifood zu uns genommen: pangan (so aehnlich wie red chili glaub ich) und fishcakes und salat und und und. ich kann mir das immer gar nicht alles merken. nur eines: njamnjam. und so sah es dort aus:

gesaettigt ging es dann nur noch schnell mit zu nadine, um dort meinen rucksack zu holen. leider war es schon kurz vor mitternacht, als ich mich von nadines wohnung zu meiner neuen unterkunft aufmachte. so musste ich mit einem taxi vorlieb nehmen. im youth hostel angekommen war irgendwie alles schon im bett. die aircon lief und ich tapste im dunkeln durch mein achtmannzimmer zu meinem bett. cool - die aircon war direkt neben meinem bett. das wird 'ne nacht. um meine wertvolle kamera zu verstauen versuchte ich eine der mehreren im zimmer installierten metalboxen zu oeffnen. leider war ausser schepperndem krach nix an diesen dingern auszurichten was zum oeffnen haette beitragen koennen. also hatte ich diese nacht ein maechtig dickes und hartes kissen fuer meinen kopf. dem entsprechen mehr recht als schlecht habe ich dann auch geschlafen. da mich jerome und nadine schon den ganzen tag genervt hatten, wie gern sie mich doch wieder als untermieter bei sich haetten wusste ich am naechsten morgen, dass dies die erste und letzte nacht in diesem hostel gewesen war.