Haie und anderes Fischgut

Wow war das genial. Mein erster Hai in echt - und das gleich unter Wasser. Da ging mir schon ein bisschen die Muffe. Und dann die vielen Schildkroeten und Barracudas und... Einfach herrlich. Jetzt hab ich mir aber ein Bier verdient.

Meine Sipadan Tauchgaenge waren am vorletzten Tag unseres Inselausflugs. Somit wurde der letzte Abend gebuehrend befeiert. Dafuer erhielten wir sogar Besuch vom originalen Uncle Chang. Es gab eine Party auf der "Speiseterrasse" unserer Mabulunterkunft. Die Belegschaft hat wie schon Tage zuvor ihr Bestes auf Gitarre, Bass und Schlagzeug gegeben, um uns mit Popklassikern zu unterhalten. Uncle Chang lies derweil einige Bier springen, bis es zu spaeterer Stunde sogar geschmuggelten Rum gab. Bis in die fruehen Morgenstunden haben wir zu den Freigetraenken unsere mitgebrachte MP3-Musik ueber Markus' Miniboxen angehoert. Was fuer ein Spass.

Tauchen lernen macht Spass

Trotz der kleinen Probe mit Schnorchel und Maske am gestrigen Abend war es der kleinen Antje heute irgendwie nicht moeglich mit mir unter Wasser zu gehen. Kopfsache und einfach alles zu schnell fuer sie. Das Problem ist einfach, dass Chris nur 2 1/2 Tage Zeit fuer uns hat, um den Kurs durchzufuehren. Normalerweise sind mind. 3 1/2 bis 4 Tage angesetzt. Daher muss die Gute aufgeben. Aber zumindest hat sie mit mir gleich beim ersten Tauchgang die Rueckwaertsrolle vom Boot ins Wasser incl. Taucherequipment gemeistert.

Fuer mich ging es nun also allein weiter. Aber Chris war ziemlich cool, so dass es echt Spass gemacht hat mit ihm die Tauchkniffe zu lernen. Die ersten Tauchgaeng enthielten all den Kram, den man im normalen Taucherleben hoffentlich selten oder nie umsetzten muss: Maske unter Wasser abnehmen und ausblasen, CESA Notfallauftauchen, Mundstueck rausnehmen und hinter einen werfen und wiederfinden, ohne Maske im Kreis tauchen,...

Nach besagten 2 1/2 Tagen war es endlich soweit. Der finale vierte Tauchgang und der Abschlusstest. Hat alles geklappt - ich bin jetzt PADI Open Water Diver. Juhu. Dann kann es ja morgen gleich mit den anderen dreien nach Sipadan gehen zu den "richtigen" Fischen. :-)

Verrueckte Belegschaft auf Mabul

Nach der erholsamen Nacht im auf Stelzen gebauten Dragon Inn in Semporna ging es am naechsten Morgen wieder mal recht frueh raus. Seit wir mit Claudi und Pipe unterwegs sind, ist der Zeitplan recht straff, was sich in diesen unchristlichen Aufstehzeiten zu frueher Morgenstunde bereits mehrfach gezeigt hat. Aber schliesslich soll es ja auf die Insel Mabul gehen. Also checken wir nach einem spaerlichen Fruestueck gleich mal das nahe gelegene Buero von Uncle Chang. Dort wird die von Claudi arangierte Reservierung bestaetigt und wir (Antje und ich) lernen bereits unseren Tauchlehrer Chris kennen. Mit der Aufgabe, die Kapitel 1-3 des PADI-Lehrbuches zu studieren starten wir mit etwas Verspaetung (Guntje und Annar mal wieder) in Richtung Mabul Island.

Mit Pauken und Trompeten werden wir von der witzigen Crew unserer kommenden Mabulunterkunft empfangen. Scheinbar haben die nicht viel zu tun, wenn man bedenkt, dass da vor uns auf einem selbst gebauten Schlagzeug aus Eimern und Toepfen der Sipadan-Song fuer uns gespielt wird.

Waehrend Claudi, Gunnar und Markus die ersten beiden Tauchgaenge auf Mabul absolvieren bueffeln Antje und ich fleissig die PADI-Lektuere. Morgen soll es dann mit dem ersten Tauchgang losgehen.

Verlust der Freunde

Nachdem ich gestern mit einer alten Focker knappe vier Stunden vor meinen Mitreisenden in Miri gelandet war hiess es fuer mich warten, warte, warten. Um 15 Uhr irgedwas sollte deren Maschiene nachkommen und uns wieder vereinen. Doch das blanke Starren auf das Arrivaldisplay liess mich von Minute zu Minute immer mehr zweifeln. Nachdem die zuletzt angezeigte Maschiene 16:20 landen sollte, bin ich dann doch mal zur Information gelaufen um nachzufragen, was mit Flug AK5135 los ist. Kurzes blaetter in der Flugliste ... es gibt heute nur einen Flug von Mulu nach Miri - mein Mittagsflug. Und nun? Ich steh' alleine ohne meinen lustigen Freunde und kann sie nicht erreichen. Plan B: Ich fahre in die Stadt, nehme mir eine Unterkunft und versuche den dreien per Email zu schreiben, wo ich dann in Lahad Datu auf sie warten werde. Also auf zum Bus - doch da macht's noch mal klick. Moment mal, wenn es hier solche Probleme mit Air Asia gibt, dann frag ich doch lieber noch mal nach, wie das mit meinen beiden morgigen Fluegen von Miri nach Kota Kinabalu und von Kota Kinabalu nach Lahad Datu aussieht. Kurzes blaettern im Flugplan. Alles klaro - die Fluege gehen fast wie geplant. Nur der Anschlussflug von Kota Kinabalu hat so knappe 3 Stunden verspaetung. Aber das ist ja nicht weiter schlimm. Ploetzlich tippt mir eine bekopftuchte junge Malayin auf die Schulter: "Mr. Marcel?". "Yes, that's me.". "I got call of your friends from Mulu. Their flight was canceled." Na das hab ich auch schon rausgefunden. Und jetzt? Ich darf ihr in ihr Mulu Resort Buero am Flughafen folgen und bekomme sogar die Moeglichkeit kurz mit Gunnar zu sprechen. So richtig wissen die vier noch nicht, wie es bei ihnen weiter geht. Daher sage ich Gunnar, das ich per Email schreiben werde, wo ich in Lahad Datu auf sie warten werde. Mensch, Mensch.

Per Taxi ohne knueppelnden Taxifahrer ging es diesmal in ein besseres, wenn auch teureres Hotel in Miri. Nach einem guenstigen indischen Abendessen ging es zur einsamen Nachtruhe - ohne die vier lustigen Fuenf.

Heute frueh dann zeitig raus, um den Flug nach Kota Kinabalu zu erwischen. Hat auch alles geklappt. Nur standen mir nach der dortigen Landung ganze sechs lange Stunden Warterei auf dem Airport bevor. Doch mit einem Buch verging die Zeit dann noch recht angenehm.

Endlich Checkin. Jetzt nur noch auf's Boarding warten. Schoene grosse Schaufenster haben die hier in der Wartehalle. Man kann direkt auf die Landebahn und die Parkingslots der Flugzeuge schauen und beobachten, wie Passagiere ein- und aussteigen (Air Asia hat keine direkten Gates zum Flugzeug, man laeuft hier direkt in die Arrival-Halle). Doch was ist das? Aus der gerade gelandeten Maschiene kommen als erstes vier europaeisch aussehende, junge Leute gestuermt. Das sind meine Freunde. Juchhuuu. Schnell die Kamera ausgepackt und Fotos geschossen. Erst nach einigen Sekunden merke ich, dass mich die ganzen wartenden Asiaten um mich herrum verwirrt anschauen. Die koennen sich ja schliesslich nicht vorstellen, wer da gerade vor unserem Schaufenster steht.

Die vier (oder besser die beiden Maedels mit ihrem Charme) haben es irgendwie geschafft Air Asia noch dazu zu bringen, sie am heutigen Tage von Mulu, ueber Miri hier nach Kota Kinabalu zu befoerdern. Und gleich geht unsere Maschiene weiter nach Lahad Datu. Aber zuvor umarmen wir uns noch uebergluecklich in der Wartehalle. Wow. Was fuer ein Erlebniss und was fuer ein Timing.

In Lahad Datu angekommen schaffen wir es uns noch vor der Dunkelheit einen Jeep zu organisieren, der uns die knappen 150km in Richtung Sueden nach Semporna bringen soll. Von dieser Hafenstadt aus soll es morgen endlich auf die Insel gehen, wo mein Tauschein auf mich wartet. Ich bin gespannt und schlafe gemuetlich ein. (vorher gab's noch leckere Beef Burger und Riesepoette frisch gepresste Fruchtsaefte)

Auf 1200m zu den Pinnacles

Nach dem wunderbaren Erlebnis in den Deer Caves ging es am kommenden Morgen gleich frueh miteinem Longboat vom Mulu Headquater weiter in den National Park hinein. Der Fluss wurde immer flacher, so dass wir mehrmals allemann aussteigen mussten, um das Boot mit voller Beinkraft ueber die recht rutschigen runden Steine anzuschieben. Zwischendurch noch ein kurzer Stop an der Wind- und Clearwatercave, wo es ein erfrischendes Bad in super klarem Wasser gab. Ausserdem durften wir noch einmal an Land, um Handicrafts zu kaufen. Was auch immer ich mit dem Krempel auf einer Trekkingtour anfangen soll. Also waren wir ziemlich schnell wieder im Boot und sind weiter stromaufwaerts in Richtung Camp 5 gefahren.

Irgendwann ging es dann wirklich nicht mehr mit dem Boot weiter, so dass wir die letzten 8.8km zu Fuss quer durch den Regenwald laufen mussten. Nach knappen 2.5 Stunden und zwei Haengebruecken waren wir endlich am Ziel und ganz schoen erschoepft. Wie soll das erst am kommenden Tag werden, wenn wir hinauf zu den Pinnacles laufen muessen? Diesen Gedanken haben wir versucht mit einem leckeren selbst gekochten Abendmahl und einem erfrischenden Bad im kuehlen Fluss verschwinden zu lassen. Ja wir mussten unser Essen fuer die drei Tage im Camp 5 selber mitbringen.

Nach einer etwas verregneten Nacht ging es am naechsten Morgen um 6 Uhr raus, um sich fuer die Tour fit zu machen. Frisch gestaerkt starteten wir und mussten nach 5 Minuten feststellen, dass es wirklich nur bergauf geht. Und bergauf heisst in diesem Fall: Treppensteigen. Nur dass es keine Treppen waren - eher Baumwurzeln und hauptsaechlich Geroell und die spitzen Steine Felsen des Kalkgesteins. Die ersten zwei Wanderkilometer waren nach ca. 2 Stunden geschafft - aber noch nicht das Ziel. Die restlichen 400m waren mehr oder weniger durch Klettern und dem erklimmen von Leitern gepraegt, was mehr als eine weitere Stunde in Anspruch nahm. Der Abstieg dauerte komischerweise zwei Stunden laenger. Lag wohl daran, dass wir aufgrund der Steilheit teilweise rueckwaerts hinabsteigen mussten. Sichtlich erschoepft kamen wir aber dennoch unbeschadet im Camp 5 an. Daher ging es auch ziemlich schell zu Bett. Zudem mussten wir am naechsten Tag schon wieder ziemlich frueh raus. Da am kommenden Tag mein Flieger zurueck nach Miri schon mittags abheben sollte, hatten wir nicht viel Zeit fuer die ca. 9km Fussmarsch durch den Wald und die Bootsfahrt zurueck zum Headquarter.

Der Rueckweg durch den Dschungel ging erstaunlich schnell (schneller als hinwaerts) und auch die Bootsfahrt verlief ohne Probleme. So hatten wir im Headwuarter noch Zeit fuer ein kleines Fruehstueck, bevor ich mich von meinen Freunden verabschieden musste. Wir sollten uns dann in knappen vier Stunden in Miri wieder vereinen, um zusammen nach Lahad Datu weiterzufliegen.

Hoehlenabenteuer im Mulu - Endlich zu fuenft

Ein Muss fuer jeden Besucher des Mulu National Parks sind die Hoehlen. Durch Erosion bildeten sich im laufe der Jahrtausende entsprechende Hoehlen im Kalkstein. Die beeindruckenste ist die Deer Cave und gilt als die groesste Hoehle der Welt. Ein Jumbojet koennte problemlos darin Platz finden. Wer die BBC Reportagen "Blue Planet" kennt, hat sicher auch die Folge ueber Hoehlen gesehen, wo es unter anderem auch um diese Deer Cave geht.

Doch zunaechst sollte es fuer uns auf eine kleine Exkursion durch den dortigen Regenwald gehen. Dafuer wurde fuer die Besucher ein Pfad auf 20m Hoehe zwischen den Bauemen angelegt. Auf diesem sogenannten Canope Walk liefen wir auf mehreren schmalen Haengebruecken und konnten den Dschungel mal aus einer anderen Perspektive erleben. Mit knappem Zeitplan ging es gleich danach bei brennender Hitze zum 15min entfernten Flugplatz, um dort Claudi und Markus abzuholen. Leider hatten wir irgendwas mit den Zeiten verwechselt, so dass wir leider erst knapp eine Stunde nach deren Ankunft vor Ort waren. Also hiess es: aklimatisieren (eiskalte Coke fuer jeden) und den heissen Asphaltweg (direkte Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit) zurueck laufen. Juhu und dort haben wir sie endlich in den Arm nehmen koennen. Was fuer ein Spass. Gleich wurden bei kuehler Coke alle News und Erlebnisse der letzten Tage erzaehlt, so dass wir dann doch etwas hektisch wurden, als es zur Deer Cave gehen sollte.

Unser irgendwie merkwuerdiger Ranger konnte nicht so recht auf uns warten und ist vom Headquarter aus schon mal ohne uns losgelaufen, obwohl wir 2 Minuten vorher am vereinbarten Ort waren. Naja so konnten wir wenigstens allein durch den Regenwald zur gigantischen Hoehle laufen (der Weg war allerdings ein angelegter Pfad). Und wow: endlich erhebt sich unter dem dichten Regenwald durchschauend die riesige Kalksteinwand, wo schon Ansaetze der Hoehle zu sehen sind. Nachdem wir unseren Ranger wieder gefunden hatte, ging es zunaechst in eine kleinere Hoehle und anschliessend in das unglaublich grosse Loch im Fels. Holla die Waldfee. Da passt wirklich ne Menge rein. Und vor allem Fledermaeuse. Diese konnte man naemlich nach dem kleinen Rundgang in der Hoehle von drausen herausfliegen sehen. So kamen die kleinen Flattertiere binnen einer knappen Stunde in einem ununterbrochenen Strom aus der Hoehle und flogen ueber unsere Koepfe der Sonne entgegen. Sehr spektakulaer.

Morgen werden wir den Trip zum Camp 5 antreten um die Pinnacles zu erklimmen. Ein nur 2.4km langer Wanderpfad, der aber auf 1200m Hoehe fuehrt. Puuh ich denke das wird anstrengend.

Bootsfahrt zum Mulu National Park

Nachdem es gestern Abend endlich wieder Beefburger zu spaeter Stunde gab, ging es nach entspannender Nacht heute frueh mit dem Ekspress Boot weiter in Richtung Mulu National Park. Zwischendurch mussten wir allerdings aufgrund der geringer werdenden Flusstiefe das Ekspress Boot gegen ein Longboot eintauschen. Etwas geschockt ueber den Preis ging es von Long Terawan aus in schmalem Boot durch die gruene Landschaft. Wir haben Long Terawan gegen 16 Uhr verlassen und wollten nach Auskunft unseres Bootsmannes in anderthalb Stunden am Mulu Headquarter sein. Soweit der Plan - leider muckte nach einer Stunde der Motor auf und erlaubte es dem Bootsmann nicht uns den restlichen Weg stromaufwaerts weiter zu fahren. Wir liessen uns also wieder stromabwaerts treiben, waehrend es zunehmends dunkler wurde. Ein wenig komisch wurde uns schon, als es schliesslich wirklich dunkel war und wir noch immer nicht das Hausboot erreichten, wo der Motor gewechselt werden sollte. Letzendlich kamen wir dort aber doch noch an und durften den restlichen Weg nun bei voller Dunkelheit erleben. Dabei wurde mit zwei Taschenlampen der Weg gesucht und nach Tieren am Ufer ausschau gehalten. Hier und da aufblitzende Gluehwuermchen machten die Reise etwas angenehmer. Mit ordentlich Verspaetung kamen wir gegen 21:30 im Headquater an und konnten uns gleich im von Claudia reservierten Zimmer einquartieren. Wir sind da. Der Flug haette 30 Minuten gedauert. Wir waren ganze zwei Tage unterwegs. Aber wir hatten ja Zeit. Morgen treffen wir dann endlich Claudi und Markus. Das wird ein Fest. Mal sehen, ob wir den deutschen Traditionstanz mit unseren Schlafsackinlethuellen vorfuehren. ;-)

Batang Ai National ParkDie gruenen Tage im Dschungel waren wunderbar. Das Beste, was ich je bei meinen Reisen erlebt habe. Am Tag unserer Ankunft ging es nach dem Ablegen unseres Gepaecks erst einmal zum Flussschwimmen und Abendessen noch zwei-drei Flussbiegungen weiter stromaufwaerts zu einer kleinen "Sandbank". Mit im Bambusrohr gegarten Fischen und leckerem Reis beendeten wir diesen Tag.

Nach der ersten Nacht sollte sich der erste Tag als unglaublich anstrengend entpuppen. Wir wurden vormittags erneut per Longboat stromaufwaerts gefahren, um von Kleine Eidechse dort aus unsere erste Wandertour zu starten. Dieser Trail wurde im Batang Ai Prospekt als "easy" deklariert. Allerdings ging es die ersten beiden Stunden permanent bergauf. Wir ungeuebten Traveller waren hinter unserem Ranger und dem Traeger nur am Schnauben und Schwitzen, waehrend die beiden kleinen Asiaten keine einzige Schweissperle auf der Stirn trugen. Auf der Bergspitze (geschaetzte 400m) angekommen ging es dann allerdings nur noch bergab zurueck zum Rangeroffice. Was fuer ein Trip. Und wir wollen die kommenden Tage noch weitere Trecks machen? Der Abend wurde mit einem Besuch per Fuss im nahegelegenen Iban Longhouse beendet. Bei Kaffee und Palmensekt lernten wir dort Angais Onkel kennen.

Komischerweise gab es trotz der nicht eingelaufenen neuen Wanderschuhe bei mir wiedererwartend keine Blasen an den Fuessen. Da hab ich dann scheinbar doch was Gutes gekauft.

Die folgenden beiden Tage wurden wir beim Trekken immer besser, so dass wir am dritten Tag schon ganze 12km geschafft hatten. Neben vielen Orang Utan Nestern gab es hier und da kleines Insektengetier, grosse Eichhoernchen und viele bunte, kleine und grosse Voegel zu sehen. An dieser Stelle moechte ich aber auf Gunnars Blog verweisen, der sicherlich genauer dokumentiert, was wir alles entdeckt hatten.

Ein Insekt moechte ich an dieser Stelle aber dennoch nennen: die gefaehrliche Dschungelbiene. Zuerst wurde ich ins rechte Schulterblatt gestochen. Ganz instinktiv und aufjauchzend bin ich in die schuetzende Hockstellung gegangen und versuchte Blickkontakt zu dem vor mir laufenden Angai zu bekommen, um zu erfahren, was ich machen soll. Er wollte natuerlich wissen, wieso ich mich ploetzlich so kruemmte. Als klar war, dass hier irgendwas mit Bienen am Start war, rief er nur: Run! Run! Puuuuh. Eine wild gewordene Summsi ist mir beim Wegrennen noch gegen die Stirn geknallt. Gruppenbild mit unserem Ranger und den Traegern Gunnar durfte hinter mir laufend auch noch einen Stachel einstecken. Auch er jauchzte wie "angestochen" und schrie Antje nur zu: "Antje, renn! Renn!". Antje: "Wieso? Was ist denn los? Sind da Bienen?" Gunnar: "Frag' nicht. Renn einfach!" Allerdings folgte Antje unserem Schlusslicht, dem Gepaecktraeger durch's Unterholz, um die gefaehrliche Stelle zu umgehen. War das aufregend. Die Stiche waren aber nicht so schlimm, wie es hier vielleicht klingen mag. Im Endeffekt war es aber eine wirklich lustige Geschichte, ueber die wir drei zusammen mit Angai immer wieder lachen mussten.

Eigentlich wollten wir noch eine vierte Wanderung (ev. sogar eine Nachtwanderung) machen. Allerdings wurden wir auf Grund der herrlich entspannenden Natur dann so faul, dass wir lieber die Seele baumeln liessen. Waehrend der Zeit im gruenen Dschungel besuchten wir noch ein weiteres Mal den alten Onkel von Angai und wurden mit weiteren Iban zum Umtrunk aufgefordert. Dazu wurde leckeres selbstgeschossenes Wildschwein, Palmensekt und Reiswein kredenzt. Am Ende war es eine wirklich lustige Runde, auch wenn nur Angai mehr oder weniger gut mit uns auf Englisch kommunizieren konnte. Ganz spannend wurde auch meine Taschenlampe mit Kurbel bestaunt. Da drausen, weit entfernt von Funkmasten, Fernsehen und Strom waehre das sicher ein interessantes Hilfsmittel. Nebenbei wurde natuerlich auch unsere Bienengeschichte erzaehlt, die fuer viel Spass bei den Anwesenden sorgte.

Umtrunk bei AngaiNach den beiden Abhaengtagen ging es zurueck zum Staudamm. Auf Einladung durften wir bei Angai fuer eine Nacht in sein Heim bei seiner Familie uebernachten. Am Longhaus angekommen wurden wir von den dort lebenden Iban herzlichst empfangen und gleich von vorn bis hinten begutachtet. Und prompt stand schon wieder eine Kanne Palmensekt auf dem Boden vor uns. Nach einem super leckerem Dinner ging der Abend in illustrer Runde einem sehr feucht froehlichen Ende zu. Angefangen bei Angai musste jeder in der Runde mit lautem "HOHA!" ein Glaeschen Reiswein hinter die Binde kippen. Ein Glueck das der Wecker gestellt war. Denn am naechsten Morgen ging es um 9 Uhr von Lubok Antu weiter nach Miri. Eine elfstuendige Reise mit dem Ekspress Bas ueber mehr oder weniger holprige Landstrassen.

Miri war nicht so prickelnd, zumal wir bei unserer spaeten Ankunft am Busterminal einen ziemlich agressiven Taksifahrer erwischten, der am Ende mit dem Knueppel drohte, um seine fehlenden 5 RM zu bekommen. Und die Nacht im Thai Foh Inn wuerde ich am liebsten auch aus meinem Reisetagebuch streichen. Die bisher schlechteste Unterkunft. Und dafuer gar nicht so preiswert.

Zum Glueck ging es heute Morgen gleich mit dem Ekspress Boot weiter nach Marudi, wo es schon viel angenehmer ist. Neben dem Hotel macht auch hat kleine Staedtchen viel mehr Charme als das laute Miri. Morgen geht's dann aber auch von hier aus schon wieder weiter in Richtung Mulu National Park. Dort treffen wir dann Claudi und Markus. Ich denke wir werden ihnen einen lustigen Empfang am Flughafen bereiten.

Da ich nun also wieder fuer einige Tage im dichten Borneodschungel unterwegs bin wird es wohl wieder eine Weile dauern, bis der Blog gefuettert wird. Fuer Notfaelle bin ich aber (falls Netz vorhanden) hier in Malaysia unter folgender Mobilnummer erreichbar: Vorwahl Malaysia + (0)198746081.

Und was hat es nun mit dem "Trompez" auf sich? Keine Ahnung, was Gunnar da wieder vom Stapel gelassen hat. Beim erklaeren der Form (ich glaube eines Tieres) ist ihm diese neumodische, geometrische Figur rausgerutscht. Ich denke es soll irgendwas zwischen Rhombus und Trapetz darstellen.

Die Fahrt in den Dschungel

marci im Boot auf dem Batang AiGunnar und Antje hatten auf ihrer Tour durch den Bako National Park den Guide Ralf getroffen, der ihnen Tukik als Ansprechpartner in Lubok Antu empfahl. Durch ihn sollten wir erfahren, wie wir in den National Park Batang Ai kommen. Nachdem wir gestern mit meinem Telefon und Raymons SIM Karte Tukik anrufen konnten, war auch geklaert, wie wir dieses Vorhaben umsetzen koennen.

Am Morgen kamen also Tukik und Angai, unser Ranger fuer die kommenden Tage. Per Van wurden wir zum nahegelegenen Staudamm des Batang Ai Reservoirs gefahren, von wo aus es per Longboat ueber den riesigen See und immer enger und flacher werdende Fluesse direkt in den National Park ging. Gerade die letzten Flussbiegungen hatten es wahrlich in sich, da die zunehmende Stroemung immer oeffter ordentliche Wellen ins Boot schwappen lies. Und das bei all unserem Kameraequipment. Wir sind aber heile am Buero des Rangers Angai angekommen. Dort sollten wir die kommenden fuenf Tage den herrlichen Dschungel erleben.

Reise ins Nichts

KuchingNachdem ich Gunnar und Antje freudig in Kuching empfangen hatte ging es fuer uns am naechsten Tag gleich mit dem Bus weiter nach Lubok Antu. Gunnar im BusLeider hatten uns trotz mehrfachen Nachfragens weder der Busfahrer noch die Ticketverkaeuferin informiert, dass der Bus nicht direkt bis dorthin faehrt. Also wurden wir kurzerhand nach vier Stunden Busfahrt auf einer Kreuzung 40km vor unserem Ziel abgesetzt - und es war schon 17Uhr, was hier bedeutet, dass die Dunkelheit schon im Anmarsch ist. Die "freundlichen" Leute am Kreuzungsimbiss wollten uns fuer 100 RM die letzten Kilometer fahren. Allerdings waehre das fast der doppelte Preis unserer gerade beendeten Busfahrt gewesen. Also haben wir es mit Trampen probiert und wurden prompt beim ersten Versuch mit einem Grossraumtaxi mitgenommen.

Unsere Reisefuehrer hatten leider gar keine einzige Seite zu Lubok Antu. Wir standen also bei Regen im dunklen Nirgendwo, nahe der indoneschen Grenze. Allerdings kam uns Raymon entgegen, der uns sein "Mega Inn" anbot. Wo er das Hotel-Schild her hatte, wissen wir bis heute nicht - Mega war es aber keines Falls. ;-) Fuer 10 RM pro Person und Nacht allerdings mehr als ausreichend. Leicht aufschneiderisch erzaehlte uns Raymon (oder auch Uncle Bob genannt) allerhand Dinge von seiner Familie und Gaesten, die ihn besuchten. Die beiden Naechte in dem verschlafenen Staedtchen waren ganz entspannend.

Cityhopping - Bangkok / Kuala Lumpur / Kuching

Nachdem ich in Bangkok einige lustige Tage mit Nadine und Deo verbracht hatte ging es per Flieger weiter in die nächste Großstadt: Kuala Lumpur. Petronas Towers bei NachtGanz gespannt auf die Petronas Twin Towers konnte ich es mir nicht nehmen lassen, gleich nach dem Checkin im Hostel dorthin aufzubrechen. Also schnell noch den Abendimbiss in Chinatown zu mir genommen und per S-Bahn zum KLCC aufgebrochen. Und wow: was für ein Anblick. Unglaublich massiv stehen die strahlend beleuchteten Doppelhochäuser vor mir. Also hab ich gleich einige Fotos geschossen.

Bei all der Begeisterung schritt leider auch die Zeit voran, so dass ich gar nicht bemerkte, dass es schon nach Mitternacht war. Da fuhr dann leider auch keine S-Bahn oder Bus. Klar ich hätte mir auch ein Taxi nehmen können, aber da wir schon mal hier sind: wer kann schon von sich behaupten, nachts allein durch Kuala Lumpur gewandert zu sein? Keine Angst. Es ist nichts passiert und ich war kurz vor zwei wieder in Chinatown am Hostel. Nach einer kurzen Nacht hieß es früh aufstehen, da ich die gigantischen Twins nun auch von innen anschauen wollte. Also stand ich gegen 7:30 schon wieder auf der Matte und machte mich erneut auf den Weg zum KLCC. Auch bei Tageslicht geben die beiden eine gute Figur ab. Die kostenlose Führung (incl. 3D Kino) bis hinauf in die 41. Etage zur Skybridge waren ganz in Ordnung, jetzt aber auch nicht so spektakulär.

Fernsehturm in Kuala LumpurWieder auf der Erde und schon passierte es. Komisches Klickern beim Belichtungsmessen an meiner Kamera. What´s up? Und da schon wieder. Und dann immer ERR99 im Display. Höä? Irgendwas ist da faul und wird immer fauliger. Schliesslich geht gar nix mehr. Ich muss sogar den Akku rausnehmen. Kommt die gute alte EOS 20D mit dem Klima nicht mehr mit? Hier musste noch was passieren, bevor es weiter nach Kuching ging. Sonnenuntergang in KuchingDafür hatte ich jetzt noch genau 5 Stunden Zeit. Also erst mal zurück zum Hostel, Backpack gepackt und ausgecheckt und gleich weiter per S-Bahn zum nächsten Shoppingcenter. Nach kurzer Suche fand ich einen kleinen Stand, wo Equipment angboten wurde. Schnell war klar, dass die Kamera in Ordnung war. Das Objektiv hatte sich verabschiedet. Den nette Verkäufer führte mich dann in den richtigen Laden, wo ich mir ein neues Objektiv aussuchen durfte. So und jetzt heißt es sparen, sparen, sparen. Die 260,- EUR müssen ja irgendwo wieder rein kommen. ;-)

Jetzt konnte ich also entspannt zum Flughafen fahren und dort auf meinen mit drei Stunden Verspätung startenden Flieger warten. Irgendwie war das gestern nicht so mein Tag. Im Hostel in Kuala Lumpur wurde mein USB-Stick bei der Nutzung des dortigen Internet-Rechners ordentlich mit Viren vollgepumnpt wurde, so dass heute nix mehr drauf ist. Argghhh. Außerdem war noch unklar, wo denn meine Bauchweg-Gürteltasche (inkl. Kredit-, EC- und KV-Karte) abgeblieben war. Gerade hab ich aber von Nadine erfahren, dass deren Putzfrau mal wieder zu sehr für Ordnung gesorgt hatte. Also ist wieder alles gut und ich kann entspannt auf Gunnar und Antje warten - hier in Kuching.

Am Sonntag waren Sabine und Jens aus Deutschland hier in der königlichen Residenz zum Brunch eingeladen. Entsprechend haben wir einiges vorbereitet. _MG_1503 Während Nadine sich um selbstgemachte Pancakes kümmerte hatte ich mir vorgenommen, mit den Tags zuvor gekauften Zutaten einen russischen Zupfkuchen zu produzieren. Mit all diesen Leckereien, einer Runde Badminton und Klavierübungen entwickelte sich der Nachmittag zu einem lustigen kleinen Sonntagsklatsch. Zu guter Letzt besuchten wir die Bowlingbahn im neuen Siam Shoppingcenter. Mit etlichen Strikes und Spares war Jens eindeutig der Beste von uns.

Gestern und heute widmete ich mich erneut der Megastadt _MG_1526 und versuchte viele Ecken per Fuß zu erreichen. Gestern ging's über den Lumpini Park durch China Town bis zur Khao San Road und mit dem Boot quer über den Chao Phaya zum Skytrain. Heute wollte ich in's neue Ocean World Aquarium. Für umgerechnet 10 EUR war mir das aber zu happig - zumal ich ja bald so richtig mit den Fischen tauchen gehen darf. Also schlenderte ich über den Campus der Bangkoker Uni und war erstaunt, wie groß und grün dieser ist. Gleich werd ich mich mit Nadine im Lumpini Park treffen und den sportlichen Tätigkeiten der Thais zuschauen. Danach geht's wie immer lecker essen. Diesmal vielleicht laotisch oder ägyptisch - das steht noch nicht fest. Zum Tagesabschluss wird es dann in gemütlicher Runde vorm Sofa noch eine Folge IT Crowd geben.

Und morgen ist es endlich soweit. Die Reise geht endlich weiter nach Kuala Lumpur. Bin schon sehr gespannt, was mich in dieser Stadt erwarten wird. Ich werde voraussichtlich hier unterkommen.

Party über den Dächern der Stadt

Deo und Nadine Nach drei Telefonaten und wildem Herumirren hatte es mit dem Treffen von Deo vor zwei Tagen dann doch noch geklappt. Er führte mich dann direkt ins heimische Reich. Und was soll ich sagen: die beiden leben hier wie Könige - zumindest im Vergleich zu dem kleinen Einzimmerapartment, in dem Nadine vor zwei Jahren noch wohnte. Und das Beste: ich hab hier mein eigenes Zimmer mit großem Doppelbett. Was will man mehr? Nach einer angenehmen Dusche und neuen Klamotten ging's dann auch zum ausgemachten Dinnermeeting mit Nadine. Was für ein herzliches Wiedersehen.

Gestern waren Deo und ich im Pantip Plaza, dem großen Technik-einkaufszentrum hier in Bangkok. Während ich nach einem musikalischen mp3-Begleiter für die nächsten Wochen Ausschau hielt, hatte Deo das Ziel neue Software für seinen PhD zu erwerben. Diese gibt es dort besonders günstig. Man sucht sich aus, was man gern hätte, bezahlt die 3-4 EUR und darf dann in 15min wieder kommen. Dann ist die DVD/CD fertig gebra... äähm aus dem Lager herausgesucht worden. ;-)

Nachmittags hatte ich noch ein wenig mit dem Jet-lag zu kämpfen. Konnte mich aber dennoch aufrappeln und bin Richtung Golden Mountain aufgebrochen. Ich bin nur bis zur Haltestelle Siam gefahren, Essen auf der Straßeum im MBK Center eine Prepaid Karte für mein Telefon zu kaufen. Von dort aus ging es nun per Fuss weiter. Leider bin ich irgendwie am Ziel vorbei gelaufen.  Zumindest kam ich nicht am altenbekannten Golden Mountain an. Dennoch war es sehr interessant mal wieder ohne Touristen das einfache Leben der Thais zu sehen und zu erleben.

Abends auf dem Weg zum Pad Thai Dinner trafen wir an der Skytrainstation noch Simon, den deutsch-dänischen Nachbarn von Nadine und Deo. Spontan begleitete er uns und lud uns auf eine Party ein. Diese fand auf dem Dach eines 15-stöckigen Apartmenthauses statt. War etwas ruhiger als bekannte Leipziger Feten. Dafür gab's eine Schwimmingpool unter freiem Bangkoker Himmel und einen wunderbaren Blick über Bangkok. Und das bei sanften 32° Wärme.

Als wir zurück in Nadines Appartmentkomplex kamen, war die nächste Feier am Laufen. Auch hier versackten wir noch kurz und schnatterten mit den vielen Farangs, die hier die Nachbarn von Nadine bilden. Und wie klein die Welt doch wieder ist, zeigte sich durch das Kennenlernen von Lothar, dem hier ansäßigen Leipziger, der sich wie wild auf meine mitgebrachten Knusperflocken freut.

Heute ging's noch kurz über den Chatuchak T-Shirts kaufen. Jetzt bin ich bereit für den nächsten Schritt der Reise.

Ach und hier noch kurz, wo ich mich zur Zeit befinde:

Nadines Home