Auf dem Weg zum Danum Valley

Nach den teils erholsamen, aber auch anstrengenden Tagen auf den schicken Inseln im Osten Borneos hieß es nun wieder: ab in den Dschungel zum Tieregucken. Nächstes Ziel unserer fünf “lustigen Vier” sollte das Danum Valley Field Center sein. Mit einem der besten Regenwälder hatten wir entsprechend hohe Erwartungen an die kommenden Tage. Leider war unsere Ankunft aus Semporna in Lahad Datu auf einen Sonntag gefallen. Dies hatte zur Folge, dass der Besuch des Danum Valley Büros vor geschlossenen Türen endete. Also ging es erst einmal mit Sack und Pack die 2km nach Lahad Datu Downtown, um dort eine passende Unterkunft zu finden. Im Hotel Ocean waren die Preise angenehm und Zimmerkomfort entsprechend. Beim Schlendern über den großen Markt haben wir uns an vielen kleinen Ständen leckere Happen besorgt um diese anschliessend in Hafennähe zu verspeisen.

Während Gunnar und Antje recht schnell ins Traumland flüchteten hieß es für Markus, Claudi und mich noch ordentlich Party machen. Mit den kleinen Boxen von Markus haben wir abwechselnd mit unseren jeweiligen MP3-Playern versucht einen passenden Musikmix auf die Beine zu stellen. Die zunehmende Hitze in unserem bescheidenen kleinen Zimmer veranlasste uns für Abkühlung zu sorgen. So haben wir uns gegenseitig bewedelt oder mit feuchten Hemden besprenkelt. Markus hatte es dann vorgezogen sich den Ledersessel ins Bad zu stellen und dort das Wasser direkt über seinen Körper laufen zu lassen. Herrliches Bild. Zu Partykrachern wie YMCA ließen wir die Wände wackeln und tanzten auf den Betten. ;-)

Am nächsten Tag war es dann endlich so weit. Auf zum Danum Valley Office. Alles klappt super - sogar der Studentenrabatt wird uns genehmigt (obwohl wir nicht mehr alle Studenten sind bzw. der Studiausweis noch in Bangkok liegt). Mit einem gecharterten 4x4 geht’s zusammengequestscht die ca. 50km in den Dschungel. Atemberaubend und gleichzeitig sehr ernüchternd. Der Wald wird immer dichter, die alten Bäume immer höher. Doch gleichzeitig springen einem die vielen entgegenkommenden Holztransporter ins Auge - diese Trucks sind randvoll mit diesem wunderbaren Bäumen.

Doch endlich kommen wir im Danum Valley Field Center an. Hier beginnt eine Conservation Area, wo weder abgeholzt, noch gejagt werden darf. Wir (vor allem Gunnar) sind bis jetzt absolut begeister von der Landschaft, in die es uns hier verschlagen hat. Die kommenden Tage werden sicher richtig super.

Haie und anderes Fischgut

Wow war das genial. Mein erster Hai in echt - und das gleich unter Wasser. Da ging mir schon ein bisschen die Muffe. Und dann die vielen Schildkroeten und Barracudas und… Einfach herrlich. Jetzt hab ich mir aber ein Bier verdient.

Meine Sipadan Tauchgaenge waren am vorletzten Tag unseres Inselausflugs. Somit wurde der letzte Abend gebuehrend befeiert. Dafuer erhielten wir sogar Besuch vom originalen Uncle Chang. Es gab eine Party auf der “Speiseterrasse” unserer Mabulunterkunft. Die Belegschaft hat wie schon Tage zuvor ihr Bestes auf Gitarre, Bass und Schlagzeug gegeben, um uns mit Popklassikern zu unterhalten. Uncle Chang lies derweil einige Bier springen, bis es zu spaeterer Stunde sogar geschmuggelten Rum gab. Bis in die fruehen Morgenstunden haben wir zu den Freigetraenken unsere mitgebrachte MP3-Musik ueber Markus’ Miniboxen angehört. Was fuer ein Spaß.

Tauchen lernen macht Spass

Trotz der kleinen Probe mit Schnorchel und Maske am gestrigen Abend war es der kleinen Antje heute irgendwie nicht moeglich mit mir unter Wasser zu gehen. Kopfsache und einfach alles zu schnell fuer sie. Das Problem ist einfach, dass Chris nur 2 1/2 Tage Zeit fuer uns hat, um den Kurs durchzufuehren. Normalerweise sind mind. 3 1/2 bis 4 Tage angesetzt. Daher muss die Gute aufgeben. Aber zumindest hat sie mit mir gleich beim ersten Tauchgang die Rueckwaertsrolle vom Boot ins Wasser incl. Taucherequipment gemeistert.

Fuer mich ging es nun also allein weiter. Aber Chris war ziemlich cool, so dass es echt Spass gemacht hat mit ihm die Tauchkniffe zu lernen. Die ersten Tauchgaeng enthielten all den Kram, den man im normalen Taucherleben hoffentlich selten oder nie umsetzten muss: Maske unter Wasser abnehmen und ausblasen, CESA Notfallauftauchen, Mundstueck rausnehmen und hinter einen werfen und wiederfinden, ohne Maske im Kreis tauchen,…

Nach besagten 2 1/2 Tagen war es endlich soweit. Der finale vierte Tauchgang und der Abschlusstest. Hat alles geklappt - ich bin jetzt PADI Open Water Diver. Juhu. Dann kann es ja morgen gleich mit den anderen dreien nach Sipadan gehen zu den “richtigen” Fischen. :-)

Verrueckte Belegschaft auf Mabul

Nach der erholsamen Nacht im auf Stelzen gebauten Dragon Inn in Semporna ging es am naechsten Morgen wieder mal recht frueh raus. Seit wir mit Claudi und Pipe unterwegs sind, ist der Zeitplan recht straff, was sich in diesen unchristlichen Aufstehzeiten zu frueher Morgenstunde bereits mehrfach gezeigt hat. Aber schliesslich soll es ja auf die Insel Mabul gehen. Also checken wir nach einem spaerlichen Fruestueck gleich mal das nahe gelegene Buero von Uncle Chang. Dort wird die von Claudi arangierte Reservierung bestaetigt und wir (Antje und ich) lernen bereits unseren Tauchlehrer Chris kennen. Mit der Aufgabe, die Kapitel 1-3 des PADI-Lehrbuches zu studieren starten wir mit etwas Verspaetung (Guntje und Annar mal wieder) in Richtung Mabul Island.

Mit Pauken und Trompeten werden wir von der witzigen Crew unserer kommenden Mabulunterkunft empfangen. Scheinbar haben die nicht viel zu tun, wenn man bedenkt, dass da vor uns auf einem selbst gebauten Schlagzeug aus Eimern und Toepfen der Sipadan-Song fuer uns gespielt wird.

Waehrend Claudi, Gunnar und Markus die ersten beiden Tauchgaenge auf Mabul absolvieren bueffeln Antje und ich fleissig die PADI-Lektuere. Morgen soll es dann mit dem ersten Tauchgang losgehen.

Verlust der Freunde

Nachdem ich gestern mit einer alten Focker knappe vier Stunden vor meinen Mitreisenden in Miri gelandet war hiess es fuer mich warten, warte, warten. Um 15 Uhr irgedwas sollte deren Maschiene nachkommen und uns wieder vereinen. Doch das blanke Starren auf das Arrivaldisplay liess mich von Minute zu Minute immer mehr zweifeln. Nachdem die zuletzt angezeigte Maschiene 16:20 landen sollte, bin ich dann doch mal zur Information gelaufen um nachzufragen, was mit Flug AK5135 los ist. Kurzes blaetter in der Flugliste … es gibt heute nur einen Flug von Mulu nach Miri - mein Mittagsflug. Und nun? Ich steh’ alleine ohne meinen lustigen Freunde und kann sie nicht erreichen. Plan B: Ich fahre in die Stadt, nehme mir eine Unterkunft und versuche den dreien per Email zu schreiben, wo ich dann in Lahad Datu auf sie warten werde. Also auf zum Bus - doch da macht’s noch mal klick. Moment mal, wenn es hier solche Probleme mit Air Asia gibt, dann frag ich doch lieber noch mal nach, wie das mit meinen beiden morgigen Fluegen von Miri nach Kota Kinabalu und von Kota Kinabalu nach Lahad Datu aussieht. Kurzes blaettern im Flugplan. Alles klaro - die Fluege gehen fast wie geplant. Nur der Anschlussflug von Kota Kinabalu hat so knappe 3 Stunden verspaetung. Aber das ist ja nicht weiter schlimm. Ploetzlich tippt mir eine bekopftuchte junge Malayin auf die Schulter: “Mr. Marcel?”. “Yes, that’s me.”. “I got call of your friends from Mulu. Their flight was canceled.” Na das hab ich auch schon rausgefunden. Und jetzt? Ich darf ihr in ihr Mulu Resort Buero am Flughafen folgen und bekomme sogar die Moeglichkeit kurz mit Gunnar zu sprechen. So richtig wissen die vier noch nicht, wie es bei ihnen weiter geht. Daher sage ich Gunnar, das ich per Email schreiben werde, wo ich in Lahad Datu auf sie warten werde. Mensch, Mensch.

Per Taxi ohne knueppelnden Taxifahrer ging es diesmal in ein besseres, wenn auch teureres Hotel in Miri. Nach einem guenstigen indischen Abendessen ging es zur einsamen Nachtruhe - ohne die vier lustigen Fuenf.

Heute frueh dann zeitig raus, um den Flug nach Kota Kinabalu zu erwischen. Hat auch alles geklappt. Nur standen mir nach der dortigen Landung ganze sechs lange Stunden Warterei auf dem Airport bevor. Doch mit einem Buch verging die Zeit dann noch recht angenehm.

Endlich Checkin. Jetzt nur noch auf’s Boarding warten. Schoene grosse Schaufenster haben die hier in der Wartehalle. Man kann direkt auf die Landebahn und die Parkingslots der Flugzeuge schauen und beobachten, wie Passagiere ein- und aussteigen (Air Asia hat keine direkten Gates zum Flugzeug, man laeuft hier direkt in die Arrival-Halle). Doch was ist das? Aus der gerade gelandeten Maschiene kommen als erstes vier europaeisch aussehende, junge Leute gestuermt. Das sind meine Freunde. Juchhuuu. Schnell die Kamera ausgepackt und Fotos geschossen. Erst nach einigen Sekunden merke ich, dass mich die ganzen wartenden Asiaten um mich herrum verwirrt anschauen. Die koennen sich ja schliesslich nicht vorstellen, wer da gerade vor unserem Schaufenster steht.

Die vier (oder besser die beiden Mädels mit ihrem Charme) haben es irgendwie geschafft Air Asia noch dazu zu bringen, sie am heutigen Tage von Mulu, ueber Miri hier nach Kota Kinabalu zu befoerdern. Und gleich geht unsere Maschiene weiter nach Lahad Datu. Aber zuvor umarmen wir uns noch uebergluecklich in der Wartehalle. Wow. Was fuer ein Erlebniss und was für ein Timing.

In Lahad Datu angekommen schaffen wir es uns noch vor der Dunkelheit einen Jeep zu organisieren, der uns die knappen 150km in Richtung Sueden nach Semporna bringen soll. Von dieser Hafenstadt aus soll es morgen endlich auf die Insel gehen, wo mein Tauschein auf mich wartet. Ich bin gespannt und schlafe gemuetlich ein. (vorher gab’s noch leckere Beef Burger und Riesepoette frisch gepresste Fruchtsaefte)

Auf 1200m zu den Pinnacles

Nach dem wunderbaren Erlebnis in den Deer Caves ging es am kommenden Morgen gleich frueh miteinem Longboat vom Mulu Headquater weiter in den National Park hinein. Der Fluss wurde immer flacher, so dass wir mehrmals allemann aussteigen mussten, um das Boot mit voller Beinkraft ueber die recht rutschigen runden Steine anzuschieben. Zwischendurch noch ein kurzer Stop an der Wind- und Clearwatercave, wo es ein erfrischendes Bad in super klarem Wasser gab. Ausserdem durften wir noch einmal an Land, um Handicrafts zu kaufen. Was auch immer ich mit dem Krempel auf einer Trekkingtour anfangen soll. Also waren wir ziemlich schnell wieder im Boot und sind weiter stromaufwaerts in Richtung Camp 5 gefahren.

Irgendwann ging es dann wirklich nicht mehr mit dem Boot weiter, so dass wir die letzten 8.8km zu Fuss quer durch den Regenwald laufen mussten. Nach knappen 2.5 Stunden und zwei Haengebruecken waren wir endlich am Ziel und ganz schoen erschoepft. Wie soll das erst am kommenden Tag werden, wenn wir hinauf zu den Pinnacles laufen muessen? Diesen Gedanken haben wir versucht mit einem leckeren selbst gekochten Abendmahl und einem erfrischenden Bad im kuehlen Fluss verschwinden zu lassen. Ja wir mussten unser Essen fuer die drei Tage im Camp 5 selber mitbringen.

Nach einer etwas verregneten Nacht ging es am naechsten Morgen um 6 Uhr raus, um sich fuer die Tour fit zu machen. Frisch gestaerkt starteten wir und mussten nach 5 Minuten feststellen, dass es wirklich nur bergauf geht. Und bergauf heisst in diesem Fall: Treppensteigen. Nur dass es keine Treppen waren - eher Baumwurzeln und hauptsaechlich Geroell und die spitzen Steine Felsen des Kalkgesteins. Die ersten zwei Wanderkilometer waren nach ca. 2 Stunden geschafft - aber noch nicht das Ziel. Die restlichen 400m waren mehr oder weniger durch Klettern und dem erklimmen von Leitern gepraegt, was mehr als eine weitere Stunde in Anspruch nahm. Der Abstieg dauerte komischerweise zwei Stunden laenger. Lag wohl daran, dass wir aufgrund der Steilheit teilweise rueckwaerts hinabsteigen mussten. Sichtlich erschoepft kamen wir aber dennoch unbeschadet im Camp 5 an. Daher ging es auch ziemlich schell zu Bett. Zudem mussten wir am naechsten Tag schon wieder ziemlich frueh raus. Da am kommenden Tag mein Flieger zurueck nach Miri schon mittags abheben sollte, hatten wir nicht viel Zeit fuer die ca. 9km Fussmarsch durch den Wald und die Bootsfahrt zurueck zum Headquarter.

Der Rueckweg durch den Dschungel ging erstaunlich schnell (schneller als hinwaerts) und auch die Bootsfahrt verlief ohne Probleme. So hatten wir im Headwuarter noch Zeit fuer ein kleines Fruehstueck, bevor ich mich von meinen Freunden verabschieden musste. Wir sollten uns dann in knappen vier Stunden in Miri wieder vereinen, um zusammen nach Lahad Datu weiterzufliegen.

Höhlenabenteuer im Mulu - Endlich zu fünft

Ein Muss für jeden Besucher des Mulu National Parks sind die Höhlen. Durch Erosion bildeten sich im laufe der Jahrtausende entsprechende Höhlen im Kalkstein. Die beeindruckenste ist die Deer Cave und gilt als die größte Höhle der Welt. Ein Jumbojet könnte problemlos darin Platz finden. Wer die BBC Reportagen “Blue Planet” kennt, hat sicher auch die Folge über Höhlen gesehen, wo es unter anderem auch um diese Deer Cave geht.

Doch zunächst sollte es für uns auf eine kleine Exkursion durch den dortigen Regenwald gehen. Dafür wurde für die Besucher ein Pfad auf 20m Höhe zwischen den Bäumen angelegt. Auf diesem sogenannten Canope Walk liefen wir auf mehreren schmalen Hängebrücken und konnten den Dschungel mal aus einer anderen Perspektive erleben. Mit knappem Zeitplan ging es gleich danach bei brennender Hitze zum 15min entfernten Flugplatz, um dort Claudi und Markus abzuholen. Leider hatten wir irgendwas mit den Zeiten verwechselt, so dass wir leider erst knapp eine Stunde nach deren Ankunft vor Ort waren. Also hieß es: aklimatisieren (eiskalte Coke für jeden) und den heißen Asphaltweg (direkte Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit) zurück laufen. Juhu und dort haben wir sie endlich in den Arm nehmen können. Was für ein Spaß. Gleich wurden bei kühler Coke alle News und Erlebnisse der letzten Tage erzählt, so dass wir dann doch etwas hektisch wurden, als es zur Deer Cave gehen sollte.

Unser irgendwie merkwürdiger Ranger konnte nicht so recht auf uns warten und ist vom Headquarter aus schon mal ohne uns losgelaufen, obwohl wir 2 Minuten vorher am vereinbarten Ort waren. Naja so konnten wir wenigstens allein durch den Regenwald zur gigantischen Höhle laufen (der Weg war allerdings ein angelegter Pfad). Und wow: endlich erhebt sich unter dem dichten Regenwald durchschauend die riesige Kalksteinwand, wo schon Ansätze der Höhle zu sehen sind. Nachdem wir unseren Ranger wieder gefunden hatte, ging es zunächst in eine kleinere Höhle und anschließend in das unglaublich große Loch im Fels. Holla die Waldfee. Da passt wirklich ne Menge rein. Und vor allem Fledermäuse. Diese konnte man nämlich nach dem kleinen Rundgang in der Höhle von drausen herausfliegen sehen. So kamen die kleinen Flattertiere binnen einer knappen Stunde in einem ununterbrochenen Strom aus der Höhle und flogen über unsere Köpfe der Sonne entgegen. Sehr spektakulär.

Morgen werden wir den Trip zum Camp 5 antreten um die Pinnacles zu erklimmen. Ein nur 2.4km langer Wanderpfad, der aber auf 1200m Höhe führt. Puuh ich denke das wird anstrengend.

Bootsfahrt zum Mulu National Park

Nachdem es gestern Abend endlich wieder Beefburger zu später Stunde gab, ging es nach entspannender Nacht heute früh mit dem Ekspress Boot weiter in Richtung Mulu National Park. Zwischendurch mußten wir allerdings aufgrund der geringer werdenden Flußtiefe das Ekspress Boot gegen ein Longboot eintauschen. Etwas geschockt über den Preis ging es von Long Terawan aus in schmalem Boot durch die grüne Landschaft. Wir haben Long Terawan gegen 16 Uhr verlassen und wollten nach Auskunft unseres Bootsmannes in anderthalb Stunden am Mulu Headquarter sein. Soweit der Plan - leider muckte nach einer Stunde der Motor auf und erlaubte es dem Bootsmann nicht uns den restlichen Weg stromaufwärts weiter zu fahren. Wir ließen uns also wieder stromabwärts treiben, während es zunehmends dunkler wurde. Ein wenig komisch wurde uns schon, als es schließlich wirklich dunkel war und wir noch immer nicht das Hausboot erreichten, wo der Motor gewechselt werden sollte. Letzendlich kamen wir dort aber doch noch an und durften den restlichen Weg nun bei voller Dunkelheit erleben. Dabei wurde mit zwei Taschenlampen der Weg gesucht und nach Tieren am Ufer ausschau gehalten. Hier und da aufblitzende Glühwürmchen machten die Reise etwas angenehmer. Mit ordentlich Verspätung kamen wir gegen 21:30 im Headquater an und konnten uns gleich im von Claudia reservierten Zimmer einquartieren. Wir sind also endlich da. Der Flug hätte 30 Minuten gedauert. Wir waren ganze zwei Tage unterwegs. Aber wir hatten ja Zeit. Morgen treffen wir dann endlich Claudi und Markus. Das wird ein Fest. Mal sehen, ob wir den deutschen Traditionstanz mit unseren Schlafsackinlethüllen vorführen. ;-)

Trompetzförmige Tiere, stechende Wildbienen und Umtrunk mit dem Ranger

Batang Ai National Park
Die grünen Tage im Dschungel waren wunderbar. Das Beste, was ich je bei meinen Reisen erlebt habe. Am Tag unserer Ankunft ging es nach dem Ablegen unseres Gepäcks erst einmal zum Flussschwimmen und Abendessen noch zwei-drei Flussbiegungen weiter stromaufwärts zu einer kleinen “Sandbank”. Mit im Bambusrohr gegarten Fischen und leckerem Reis beendeten wir diesen Tag.

Nach der ersten Nacht sollte sich der erste Tag als unglaublich anstrengend entpuppen. Wir wurden vormittags erneut per Longboat stromaufwärts gefahren, um von Kleine Eidechse dort aus unsere erste Wandertour zu starten. Dieser Trail wurde im Batang Ai Prospekt als “easy” deklariert. Allerdings ging es die ersten beiden Stunden permanent bergauf. Wir ungeübten Traveller waren hinter unserem Ranger und dem Träger nur am Schnauben und Schwitzen, während die beiden kleinen Asiaten keine einzige Schweissperle auf der Stirn trugen. Auf der Bergspitze (geschätzte 400m) angekommen ging es dann allerdings nur noch bergab zurück zum Rangeroffice. Was für ein Trip. Und wir wollen die kommenden Tage noch weitere Trecks machen? Der Abend wurde mit einem Besuch per Fuss im nahegelegenen Iban Longhouse beendet. Bei Kaffee und Palmensekt lernten wir dort Angais Onkel kennen.

Komischerweise gab es trotz der nicht eingelaufenen neuen Wanderschuhe bei mir wiedererwartend keine Blasen an den Füßen. Da hab ich dann scheinbar doch was Gutes gekauft.

Die folgenden beiden Tage wurden wir beim Trekken immer besser, so dass wir am dritten Tag schon ganze 12km geschafft hatten. Neben vielen Orang Utan Nestern gab es hier und da kleines Insektengetier, große Eichhörnchen und viele bunte, kleine und große Vögel zu sehen. An dieser Stelle möchte ich aber auf Gunnars Blog verweisen, der sicherlich genauer dokumentiert, was wir alles entdeckt hatten.

Ein Insekt möchte ich an dieser Stelle aber dennoch nennen: die gefährliche Dschungelbiene. Zuerst wurde ich ins rechte Schulterblatt gestochen. Ganz instinktiv und aufjauchzend bin ich in die schützende Hockstellung gegangen und versuchte Blickkontakt zu dem vor mir laufenden Angai zu bekommen, um zu erfahren, was ich machen soll. Er wollte natürlich wissen, wieso ich mich plötzlich so krümmte. Als klar war, dass hier irgendwas mit Bienen am Start war, rief er nur: Run! Run! Puuuuh. Eine wild gewordene Summsi ist mir beim Wegrennen noch gegen die Stirn geknallt.

Gruppenbild mit unserem Ranger und den Trägern

Gunnar durfte hinter mir laufend auch noch einen Stachel einstecken. Auch er jauchzte wie “angestochen” und schrie Antje nur zu: “Antje, renn! Renn!”. Antje: “Wieso? Was ist denn los? Sind da Bienen?” Gunnar: “Frag’ nicht. Renn einfach!” Allerdings folgte Antje unserem Schlusslicht, dem Gepäckträger durch’s Unterholz, um die gefährliche Stelle zu umgehen. War das aufregend. Die Stiche waren aber nicht so schlimm, wie es hier vielleicht klingen mag. Im Endeffekt war es aber eine wirklich lustige Geschichte, über die wir drei zusammen mit Angai immer wieder lachen mußten.

Eigentlich wollten wir noch eine vierte Wanderung (ev. sogar eine Nachtwanderung) machen. Allerdings wurden wir auf Grund der herrlich entspannenden Natur dann so faul, daß wir lieber die Seele baumeln ließen. Während der Zeit im grünen Dschungel besuchten wir noch ein weiteres Mal den alten Onkel von Angai und wurden mit weiteren Iban zum Umtrunk aufgefordert. Dazu wurde leckeres selbstgeschoßenes Wildschwein, Palmensekt und Reiswein kredenzt. Am Ende war es eine wirklich lustige Runde, auch wenn nur Angai mehr oder weniger gut mit uns auf Englisch kommunizieren konnte. Ganz spannend wurde auch meine Taschenlampe mit Kurbel bestaunt. Da drausen, weit entfernt von Funkmasten, Fernsehen und Strom wäre das sicher ein interessantes Hilfsmittel. Nebenbei wurde natürlich auch unsere Bienengeschichte erzählt, die für viel Spaß bei den Anwesenden sorgte.

Umtrunk bei Angai

Nach den beiden Abhängtagen ging es zurück zum Staudamm. Auf Einladung durften wir bei Angai für eine Nacht in sein Heim bei seiner Familie übernachten. Am Longhaus angekommen wurden wir von den dort lebenden Iban herzlichst empfangen und gleich von vorn bis hinten begutachtet. Und prompt stand schon wieder eine Kanne Palmensekt auf dem Boden vor uns. Nach einem super leckerem Dinner ging der Abend in illustrer Runde einem sehr feucht fröhlichen Ende zu. Angefangen bei Angai mußte jeder in der Runde mit lautem “HOHA!” ein Gläschen Reiswein hinter die Binde kippen. Ein Glück das der Wecker gestellt war. Denn am nächsten Morgen ging es um 9 Uhr von Lubok Antu weiter nach Miri. Eine elfstündige Reise mit dem Ekspress Bas über mehr oder weniger holprige Landstraßen.

Miri war nicht so prickelnd, zumal wir bei unserer späten Ankunft am Busterminal einen ziemlich agressiven Taksifahrer erwischten, der am Ende mit dem Knüppel drohte, um seine fehlenden 5 RM zu bekommen. Und die Nacht im Thai Foh Inn würde ich am liebsten auch aus meinem Reisetagebuch streichen. Die bisher schlechteste Unterkunft. Und dafür gar nicht so preiswert.

Zum Glück ging es heute Morgen gleich mit dem Ekspress Boot weiter nach Marudi, wo es schon viel angenehmer ist. Neben dem Hotel macht auch hat kleine Städtchen viel mehr Charme als das laute Miri. Morgen geht’s dann aber auch von hier aus schon wieder weiter in Richtung Mulu National Park. Dort treffen wir dann Claudi und Markus. Ich denke wir werden ihnen einen lustigen Empfang am Flughafen bereiten.

Da ich nun also wieder für einige Tage im dichten Borneodschungel unterwegs bin wird es wohl wieder eine Weile dauern, bis der Blog gefüttert wird. Für Notfälle bin ich aber (falls Netz vorhanden) hier in Malaysia unter folgender Mobilnummer erreichbar: Vorwahl Malaysia + (0)198746081.

Und was hat es nun mit dem “Trompez” auf sich? Keine Ahnung, was Gunnar da wieder vom Stapel gelassen hat. Beim erklären der Form (ich glaube eines Tieres) ist ihm diese neumodische, geometrische Figur rausgerutscht. Ich denke es soll irgendwas zwischen Rhombus und Trapetz darstellen.