Physalis-Ingwer-Bohnen-Aufstrich

Zutaten

  • 3 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen (1/4 Knolle)
  • 1 Ingwerwurzel (50g)
  • 1/2 Dose Kichererbsen
  • 1/2 Dose Kidneybohnen
  • 1/2 Dose Mais
  • 1 Pkg Physalis
  • 150ml Wasser
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 EL Honig
  • 1 Prise Koriander
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • 2 EL Zucker
  • 1/2 TL Chillipulver
  • 1 TL Currypulver

Zubereitung

Zwiebeln, Knoblauchzehen, Ingwer schnibbeln und im Öl anschwitzen. Die restlichen Zutaten dazu geben und unter gelegentlichem Rühren reduzieren lassen, bis die Flüssigkeit leicht sämig wird. Dann alles pürieren und ev. mit o.g. Gewürzen abschmecken.

Et voila:

Geister bei Panoramaerstellung

Im Moment arbeite ich noch an dem morgigen Fotoabend. Bei der Erstellung eines Panoramas mittels PanoTools und Hugin bin ich derweil auf ein Problem gestoßen. Im überlappenden Bereich zweier Bilder standen zwei verschieden Personen. Das Belichtungs-tool enblend hatte nach dem Stitchen damit Probleme. Beim zusammenkleben der Bilder entstanden zerschnibbelte Geister. Durch verändern von Einstellungen in meinem Hugin-Projekt konnte ich keine Verbesserung ereichen. Auch der Versuch die Bilder zuerst zu beschneiden und daraus das Panorama zu erstellen scheiterte.

Die Lösung fand ich beim Tutorial von Martin Wehner. Dort ist folgendes beschrieben: das Panorama wie gewohnt mit Hugin und panotools erstellen und als “mehrere TIFFs” ausgeben lassen (also ohne anschließendes enblend). Danach werden Alphakanäle der TIFF Dateien bearbeitet, bei denen die Überlappungsprobleme bestehen. Anschließend kann mit enblend von der Kommandozeile aus überblendet und zusammengefügt werden:

enblend.exe -o enblended.tif panorama0000.tif panorama0001.tif

Das ganze ist detailiert in oben genanntem Tutorial noch einmal beschrieben.

Delayed Startup

Nach zwei Tagen gibt es nun eine erste (wenn auch nicht 100% stabil) laufende Version von Delayed Startup.

Hintergrund dieses kleinen Helferleins war der zu lange dauernde Windows Systemstart. Nach der Anmeldung möchte man seine Lieblingsapplikationen automatisch starten lassen - das geht schnell und einfach mit dem Autostart Verzeichnis im Windows Startmenu. Mit steigender Zahl der dort befindlichen Programme sinkt auch die Perfomance nach der Anmeldung. So lässt sich die Maschine erst fünf Minuten nach der Anmeldung wieder freundlich bedienen. Das Problem liegt allein darin, dass alle Tools im Autostart gleichzeitig loslaufen wollen. Verteilt man die Aufrufzeiten auf einen längeren Zeitraum kann man fast unmittelbar nach abschicken seines Benutzerpasswortes mit dem Gerät arbeiten.

Screenshot Delayed Startup

Im Moment werden die einzelnen Einträge der zu startenden Programme noch händisch angelegt. Geplant ist eine Import-/Synchronisationsmethodik, um Start\Programme\Autostart und HKCU\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run zu entlasten. Später soll sogar das verzögerte Starten von Diensten ermöglicht werden.

Home again

Ich bin wieder da. Nach 20h Flug und fast 4h ICE wurde ich von Alex, Krissi und Robert freundlichst und mit Herz empfangen. Jetzt muss ich erst einmal wieder ankommen, Wäsche sortieren, mich sortieren, meine bakterielle Infektion auf der Haut pflegen und auskurieren.

Die letzten Tage in Bangkok waren sehr entspannend. Da meine beiden Unterkunftsspender Nadine und Jerome zum arbeitenden Farangvolk gehören, hatte ich viel Zeit für mich. Ausgiebiges Schlendern durch Bangkok, Besuche von Ausstellungen - einfach mal Seele baumeln lassen bei Buch, Sonne und guter Musik. Sicher klingt das nicht entspannend wenn man sich vorstellt, dass ich das in Bangkok gemacht habe. Aber nach diesen vielen Tagen in der 10 Millionenmetropole findet man immer mehr Gefallen an dieser und weiß es zu schätzen dort zu sein.

Abends ging es dann täglich mit Nadine und Jerome zum Dinner in diverse Lokalitäten und zu Vergnügungseinrichtungen. Unter anderem zur Karaoke. Aber nicht im Stil einer Bar, sondern für private Veranstaltungen. Man kann sich das so vorstellen: ein Raum (es gab verschiedene Größen S, M, L, XL), Sitzbank, Mikrofone, Fernseher, Dolby Sourround HiFi und dicke Ordner mit Titellisten. Nach dem zweiten Bier war dann alles egal und wir drei haben uns in unserer mehr oder weniger schalldichten Kabine allen Zwängen entfesselt und schrien in die Mikrofone bei voll aufgedrehtem Stereo. Zu Smashhits von Kylie, Robbie und anderen schlechten Songs ließen wir die Stimmbänder zittern. Ich hätte nie gedacht, dass mir das mal so viel spaß macht.

Außerdem ging es noch ins Kino, erneut (mit Jerome) in die Khao San (mit bösen Auswirkungen für Bangkoks Sidewalks), zum Bowling und zum krönenden Abschluß auf den Statetower. In feinem Zwirn und nach einem leckeren Dinner am Fluß haben die beiden mich an meinem letzten Abend auf den Statetower ausgeführt. Einer der größten Wolkenkratzer in Bangkok mit dekadentem Restaurant und Bar auf dem Dach und dem besten Blick auf das nächtliche Blinklichtfeuerwerk der Stadt. Nur durch eine gläserne Begrenzung vom 1m entfernten Abgrund geschützt stießen wir auf den letzten Abend an und ließen uns das Haar vom Wind verwehen.

Wenn man in diesen Worten schwelgt wird einem erst bewußt, was man gerade hinter sich gelassen hat. Es war eine schöne Zeit, die ich sicher irgendwann durch einen erneuten Besuch verlängern/erneuern werde.

Grosses lob und dickes Danke an Nadine und Jerome, die mir so lieb Unterschlupf und Hilfe in diversen Lebenslagen geboten haben.

Die letzte Woche

Vor einer Woche: nach zwei Tagen Bangkok hatte ich mittlerweile Kontakt zu Antje und Gunnar. Beide auf dem Weg nach Ko Mak. Vorhaben für Sonntag vor einer Woche: sich am Hafen auf dem Festland zu treffen und zusammen auf die Insel zu schippern.

Leider - oder vielleicht auch zum Glück - war ich am Abend zuvor auf Männertour mit Jerome, Khao San Road. Völlig ohne plan, kurz im Bad, Zähne putzen, dabei die Kurzschluss Idee, die mir eigentlich schon vor Wochen durch den Kopf ging: “mit Plastiktüte durch Kambodscha”. Nach Katzenwäsche wurde also nur das nötigste in einer Plastiktüte verstaut, die ab dem damaligen Zeitpunkt für eine Woche mein Reisebegleiter werden sollte. Skytrain bis Ekamai, noch am Träumen, mit dem Kopf in der letzten Nacht, zum Busbahnhof geschleppt. Alles ging viel zu einfach - in meinem Zustand; sofort ein Ticket bekommen, schon im Bus, Cookies und Wasser für die Fahrt wurden verteilt, die Bangkok Post hatte ich am Terminal gekauft. auch die Eukalyptusnasenbefreiersticks. Schlafen, endlich wieder schlafen, Gedanken, ob ich bis trat wieder einigermaßen fit bin.

Per Pick-up von trat bis zum Hafen in Laem Ngop. Bei herrlichem Sonnenschein mit truckerbrille und -kappe, Fotoapparat im Anschlag gehe ich auf die beiden (hatte sie schon von weitem gesehen und dieses Vorhaben geplant) zu. Es wird ein freudiges Wiedersehen, wobei beide recht stutzig, dennoch gefasst auf mein Äußeres reagieren. Vieles zu erzählen, beiderseits - Nationalpark mit Blutegeln und regen, Myanmar mit regen, letzte Nacht mit Jerome und der Höllentrip zum Treffpunkt. Zusammen mit Simon, einem jüngeren deutschen Traveller wurden wir von Ufer zu Ufer geschleppt, immer noch Sonne, die langsam untergeht. im abendgrauen empfiehlt uns Rainer aus Stuttgart, wo es zu dieser Jahreszeit auf Ko Mak Unterkünfte gibt, die unseren einfachen und preiswerten Ansprüchen gerecht werden können, Transport wird auch von ihm organisiert. Nicht wirklich freudig über das empfohlene Ergebnis verlief der Abend zu viert vor dem Familienbungalow, Moskitos, dazu Bier.

vier Tage lang eigentlich nur regen und nichts tun. kurze abenteuerliche Unterbrechung, als wir am vierten Tag zu einer Inselbesichtigung aufbrechen. Die auf Ko Mak ansässigen Werdauer Brüder, Lutz und Ralf(?) erzählten vom anderen Strand. Bei steigendem Meeresspiegel liefen (später kletterten) wir durch verlassene buchten und an regenbewaldeten Strand, dann auch noch regen. Sorge um die Kameras bei dem vielen Wasser von oben und unten. Als endlich feststand, dass es nach 30 Minuten auf Gischt bedecktem, glitschigem Fels nicht weiterging blieb nur der Rückweg über gleiches, unwegsames, gefährliches Ufer. Völlig durchnässt kehrten wir in unser doppelt ausgestattetes doppelbett-Familienzimmer zurück. Kameras haben alles überstanden. Nach etlichen Bieren erneutes gemeinsames einschlafen in gemeinsam genutzten Zimmer, wie die Tage zuvor.

Eigentlich sollte es nach diesem feuchten Wandertag der letzte Abend werden. Jedoch hatten wir es nicht auf die reihe gebracht uns um Bezahlung und Rücktransport zu kümmern. Zum Glück, wie sich am folgenden Morgen herausstellte. endlich Sonne, die auch den ganzen Tag über blieb. Lustige Bilder wie dieses entstanden zwischen Badeeinsätzen und eincremen. Abends mit Alex telefoniert.

Der Abend zuvor wurde außerdem von viel wind erfüllt, Simon mit Lagerfeuer am Strand. Plötzlich die beiden Schweitzer, die wir schon tags zuvor grüßten. Im typischen Schwyzerdütsch: “wir wollen euch nicht beunruhigen, aber es gibt auf der Insel Gerüchte, von wegen Tsunami und großer Welle”. Nach kurzem Schock, Diskussion und gebildetem Herangehen an die Wahrheit der These steht fest, dass es sicher nur übertriebene Angst ist in Bezug auf das Ereignis vor einigen Monaten. Unsere geographisch ausreichenden Kenntnisse lassen uns mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass es im Golf von Thailand - aufgrund fehlender, sich ineinander schiebende tektonische Platten - keinen solchen Tsunami geben sollte. Dennoch wird von eventuellem Hochwasser gesprochen, was durch Meldungen (telefonisch und televisionell) in Erfahrung gebracht werden konnte. Sehr skeptisch, mit vielen blicken zum rauschenden, dunklen Nachtmeer versuchen wir diese Geschichte zu vergessen und schaffen das, wie gesagt, bei Bier und thailändischer Kost. Der Morgen danach: wie gesagt, Sonne.

Tags drauf, nach dem Sonnentag, dann doch die Rückfahrt zum Festland, da sechs Tage relaxen ausreichen. Gunnar und Antje müssen nach Bangkok, während ich mit Simon in trat abhänge und wir beide versuchen die Langsamkeit der Insel an die Normalgeschwindigkeit anzupassen, bevor es weitergeht. Eigentlich hätte ich mir schon vorstellen können, “mit plastic bag nach Cambodia” weiterzureisen. Nach vielem hin und her im Guesthouse mit der nettesten guesthousemutti der gesamten reise dann doch die Entscheidung: zurück ins hektische Bangkok, zurück zu Nadine und meinem trinkfreund Jerome. Von da aus mit Nadine - sie hat noch Zeit, bevor ihr neues Praktikum losgeht - mal für kurz nach Süden trippen, Strand und Sonne oder so. Sonnencreme nicht vergessen! Geld für Kambodscha ist irgendwie nicht mehr auf dem Konto. Zumal ich noch einen Anzug schneidern lassen möchte.

17.09.2005

Wir stranden in Pattaya, Simon und ich. Wie konnte dieses passieren, wer hatte die Idee? Der Bus von Trat nach Bangkok spuckt uns am Abend, es ist schon dunkel, auf der Hauptstraße auf den Bürgersteig. Wo ist Norden? Wo der Strand? Wir irren durch diese Stadt, mit allem Gepäck (in meinem Fall Plastiktüte und Kameratasche). Vielleicht zwei Stunden, permanent hupende Pick-ups und rufende Motortaxis, die Transportdienste anbieten - wir laufen weiter, dran vorbei, fast schon stur um unser Geld zu sparen. Es sieht lange Zeit bei weitem nicht so aus, wie im Lonely Planet beschrieben, es fehlt noch was. Irgendwann finden wir aber die schmuddeligen ecken, die langen Sois, die in rosafarbenen Neonröhren bestrahlt werden. Bestrahlt von den Bars und den Reflektionen der vielen Thaimädchen, die auch Dienste anbieten, aber keinen Transport. Es riecht schon irgendwie nach Sex, vielleicht nur Einbildung bei diesen anblicken. Neben rosa und rotem Licht, bestrahlen auch laute Popmusik und die hinterherrufenden Mädchen die Straße. Ich kannte das bisher nur aus Filmen und von der Soi Cowboy (Bangkok) vor dreieinhalb Jahren. Es gefällt mir hier gar nicht, ekelhaft, eine Nacht und schnellstmöglich weg. Die Entscheidung den Pattaya-Abend im Burger King zu beenden war clever und lecker, unsere Bäuche entschieden diesen Weg. Mit zwei Bier auf unser teureres Doppelzimmer (viermal so teuer, als in Trat) - Simon und ich. Fernsehen per Satellit, Klimaanlage, duschen, Bier und fernsehen. Einschlafen.

18.9.2005

Nach wiederum knapp zwei Stunden hasse ich diese Stadt noch mehr. Der Bahnhof ist nirgends ausgeschildert, was und zu diesem erneuten langen Marsch, an diesen transportdienstaufdrängenden Menschen und Maschinen durch die Stadt scheuchen ließ. Am Bahnhof doch noch angekommen: am Wochenende fährt kein Zug nach Bangkok, weder hin noch her. Es war Sonntag, heiß und verschwitzt. Füße reiben schon an den Tevas. Einem indisch-koreanischen Pärchen ging es ähnlich, als die beiden zur gleichen Zeit am Bahnhof ankommen. Zurück per Fuß. Ich weiß, dank (mittlerweile) guter Orientierung wo es zum Busbahnhof geht. Dort angekommen geht es nach einem Magnum auch schon los. Zwei Stunden später in Bangkok. Wieso will der Taxifahrer für 5min fahrt 100 Baht? Die Busfahrt, um den Chatu Chak Markt zu umfahren kostete nur 12 Baht. Hier trennen sich unsere Wege. Simon will noch einmal über den Chatu Chak schlendern, es war ja Sonntag. Ich will eigentlich nur duschen, also zu Nadine. Skytrain, und schon da, gestern am frühen Abend, obwohl Nadine nicht da ist.

Gestern am späten Abend nachdem Jerome vom Shoppen heim kommt, schnell noch was gegessen und Eis und Bier für unsere private Full Moon Party eingeholt. Nadine muss noch ein Buch lesen, dennoch spielen wir “wer bin ich”. Weihnachtsmann, Gera, Faran, Jerome, Heidi… wir lachen uns wieder mal kaputt, wie neulich im O’Reillys in Bangkok City.

Was nun diese Woche noch passiert weiß ich nicht. Nadine kann nun doch nicht mehr mit auf Reisen gehen, da sie schon am Mittwoch mit ihrem Praktikum anfangen muss. Eine SMS an mich kam Tage zuvor leider nicht an. Aber ich werde die tage schon irgendwie bestreiten können. Eventuell Squash mit Jerome.

PS: Schreibweise wie frisch. Homo Faber hat mir sehr gut gefallen.

Zwei Länder, drei Transportmittel und 3000km in 40 Stunden

Nachdem ich die tolle Nachricht erhalten hatte so schnell zurück nach Thailand zu kommen, hatte ich nur den Vormittag des folgenden Tages in Bagan zur Verfügung. Diesen nutzte ich bei herrlichem Sonnenschein, um mit einem geliehenen Mountainbike die Gegend zu erforschen. Auf diesem großen Gelände liegen die vielen Pagoden und Tempel wirklich dicht beisammen. Nach drei Stunden Fahrt durch sehr staubig, trockenes Gelände kehrte ich zurück in Richtung Hostel. Leider hatte ich mir einen platten eingefahren, so dass ich unterwegs am Straßenrand an einem kleinen Fahrradstand vorbeikam. Eigentlich wollte ich es nur aufpumpen lassen - die wollten das gleich flicken. Für 100kyats (77ct) war das dann aber innerhalb von 10 Minuten erledigt. Im Regen ging es anschließend die letzten 1.5 km zurück. Nach einem Mittagessen holte ich mein Flugticket ab und brachte das Fahrrad zurück. Im Hostel schnell noch geduscht und gepackt - schon stand der Pick-up vor dem Hostel, der mich zum Bus nach Yangon bringen sollte.

Für meinen morgigen Flug hatte ich nach Busankunft in Yangon ein Zeitfenster von sechs Stunden (um 6uhr ankommen - um 12uhr fliegen). Die Fahrt verlief bis ca. 19uhr recht flott und ohne Probleme. Doch dann fing es an in Maßen zu regnen, so dass sich die ausgetrockneten Flussbette, die wir zuvor schon mehrfach, problemlos durchfuhren plötzlich in mehr oder weniger reißende Ströme verwandelten. An einer Stelle war dann Schluss. Knietief standen Leute von der gegenüberliegenden und diesseitigen Seite in der senke der Straße im Wasser, welches recht schnell von links nach rechts seinen weg suchte. Man munkelte von mindestens zwei Stunden Wartezeit. Mein Zeitfenster schrumpfte also von sechs auf vier Stunden (die Check-In Zeit nicht inbegriffen). Relativ gelassen hab’ ich also versucht mir das ganze Spektakel anzuschauen. Nach anderthalb Stunden ging es dann doch schon weiter - leider nur für 30 Minuten: dann nämlich gab es einen lauten Knall, als wär ein Ast auf das Dach gefallen (wind und regen waren immer nach am Werkeln). Aus dem Ast wurde aber ein Reifenplatzer. Diese Panne dauerte weitere 30 Minuten - noch mehr von diesen Pleiten sollten nicht passieren, sonst wird es nämlich wirklich knapp.

Zum Glück war der Bus soweit fit und Mutter Natur hatte auch mitgespielt, so dass wir eine halbe Stunde aufholten und vier ein halb Stunden vor Abflug am Highway Busbahnhof in Yangon ankamen. Zeit für ein kleines Frühstück, um anschließend mit einem Minipick-Up zum Flughafen um die Ecke weiterzufahren. Rechtzeitig saß ich in dem Zwei-Propeller-Flieger und startete pünktlich in Richtung Chiang Mai/Thailand. Dort angekommen teilte ich mir die Transportkosten vom Flughafen mit zwei französisch sprechenden Schweizerinnen, um in die Stadt zu gelangen. Am Zielhostel der beiden Reisenden fragte ich nach, ob noch eine Chance bestände einen Nachtzug nach Bangkok zu ergattern. Das sollte kein Problem sein meinte die nette Thailänderin und ich machte mich auf den Weg zum Flughafen. Keine zwei Stunden nach Ankunft in Chiang Mai saß ich auch schon im zweite Klasse Abteil eines Zuges in die Hauptstadt, der mich weitere 15 stunden von Nord- nach Südthailand karrte. Dabei stellte ich fest, dass die dritte (und somit schlechteste) klasse hier in Thailand besser war, als die first-class in Myanmar.

Heute früh um sieben kam ich also nach knapp 40 stunden Reisezeit (ohne Körperpflege) hier in Bangkok an und wurde mit geöffneter Zimmertür von Nadine und Jerome empfangen. Endlich duschen, endlich wieder Zivilisation, endlich wieder ordentliche Kommunikation, endlich wieder richtige Musik (Dire Straits und Thievery Corporation haben noch nie so schön im Ohr geklungen), endlich fühlt man sich nicht mehr als Fremdkörper in einer anderen Kultur. Nun wieder in Thailand angekommen merkt man, wie unterschiedlich doch die beiden Länder sind, obwohl sie so nah beisammen liegen. Myanmar mit seinen politischen Problemen und vielen ethnologischen Teilvölkern hat erst seit kurzem und recht wenig Tourismus im Lande. Im Gegensatz dazu stellt der Farang hier in Thailand schon eine Art ‘darf nicht fehlen’ Objekt dar. In Myanmar fühlt man sich permanent beobachtet und wird von jedem, der ein paar Worte englisch kann ausgefragt. Hier in Thailand ist man im Gegensatz dazu schon eine Art Mitglied der Gemeinschaft und ist nicht mehr das besondere im Lande. Es gab tausende Sachen, die ich hier noch aufzählen könnte - viele Sachen muss man aber selber erleben, um zu verstehen was ich meine.

Mal sehen, was heute Abend noch so passiert - anscheinend mal ein Besuch in der Khao San Road, wenn es mit regnen aufhören sollte. Morgen werde ich mich unter Umständen auf dem riesigen Chatu Chat Markt umsehen. Vielleicht gibt es ein paar schicke T-Shirts für wenig Geld.

Demnächst soll es aber schon auf eine Insel im Süden gehen. wenn alles klar zusammen mit Gunnar und Antje. Damit verbunden kommt eventuell noch ein Besuch in Kambodscha in Frage - dafür muss ich aber erst mal mit den beiden in Kontakt treten können. Nur hab ich von ihnen seit letztem Sonntag nix mehr gehört. Ich hoff das klappt noch.

Doch noch schneller zurück

So langsam fang ich hier an durchzudrehen. Ich will wieder jemanden sehen, den ich kenn. darum habe ich heute nach der 10 (in Worten zehn) stündiger Bootsfahrt von Mandalay hier nach Bagan noch mal versucht, ob es nicht möglich ist schon am Donnerstag zurück nach Thailand zu fliegen. Ich dachte eigentlich, dass das unmachbar wäre. Aber siehe da: es geht. Morgen schon fahre ich mit dem Nachtbus nach Yangon zurück, komme dort am Donnerstag früh um 5 an und werde schon um 12 im Flieger nach Chiang Mai sitzen. Und das für schlappe 77 Euronen plus 5 für Bus.

Mit viel Glück schaff ich es dann von dort aus am gleichen Tag noch einen Nachtzug zu erwischen, der mich dann am Freitag in Bangkok rauswirft. Wir werden sehen.

Gestern war ich in Myanmar noch mit dem Engländer Tom und einem Schweitzer zu Abend essen und anschließend per Trishaw bei den berühmten Moustache Brothers. Das ist eine familiäre Truppe von Komikern, die hier in Myanmar seit Jahren durchs Land reisen und satirisch über alles herziehen. Unter anderem auch über Politik - das wurde vor Jahren für einen der Brüder zum Verhängnis, so dass er für sieben Jahre ins Gefängnis musste. Jetzt dürfen sie nur noch im eigenen Haus auftreten. War eine ganz witzige, wenn zum Ende hin auch recht kommerzielle Sache.

Der heutige Tag begann mit um 4:30 aufstehen und verlief hauptsächlich auf dem Wasser. Wahnsinnig breit ist dieser Ayeyarwady Fluss und schlängelt sich von Mandalay durch das flache Land. Weit entfernt sieht man kleinere Gebirgszüge und ab und an blinken links und rechts am weiten Ufer Stupas und Pagoden auf.

Kurz vor Ankunft in Bagan kamen wir mit dem Kahn noch in ein dickes Unwetter, so dass wir am Ufer notanlegen mussten. Man konnte keine 50m weit schauen, so derb hat es geschüttet. Ist aber alles gut gegangen. Ich werde diesen Abend noch relaxen, um dann morgen per Fahrrad hier alles zu erkunden - eine riesige Ausgrabungsstätte mit einigen dutzenden wenn nicht hundert Pagoden und Stupas. Eigentlich hab ich davon ja langsam Lust auf bekannte Gesichter - aber so zum Abschluss gebe ich mir noch mal so richtig den Pagoden-Overdrive.

Bin gespannt, ob ich irgendwie noch ein Treffen mit Gunnar und Antje organisieren kann. Die beiden scheinen mir schon auf Ko Mak zu sein, um dort vor ihrem Kambodschaaufenthalt zu relaxen. Vielleicht geh ich ja auch noch in dieses Land. Mal sehen.

Die letzten Tage

Hier ist alles in Ordnung. Ich konnte mich leider nicht melden, da ich zwei Tage im Regenwald unterwegs war. In den restlichen orten seit der letzten Nachricht von mir gab es leider keine Chance irgendwo ins Internet zu gelangen. Entweder gab es gar kein Internet oder die GMX-Seiten waren vom burmesischen Internetprovider gesperrt. Ich hatte vor einer Woche mal an einem Tag Fieber und Durchfall. Das war aber nach einem günstigen Arztbesuch (1,20 EUR inkl. Pillen) am nächsten Tag schon wieder vergessen.

Mittlerweile neigt sich meine Reise dem Ende. Bin im Moment in Mandalay.

Morgen geht‘s mit dem Boot 10 Stunden lang flussabwärts nach Abgang - einer historischen Stadt mit tausenden Pagoden. Dort noch mal zwei Tage und dann zurück nach Yangon. von dort dann wahrscheinlich am 10.09. Mit dem Flieger nach Chiang Mai in Thailand um von dort mit dem Zug nach Bangkok zu fahren (ist der bisher günstigste weg, den ich finden konnte).

Ich werde auf alle Fälle versuchen in Yangon noch einmal eine Meldung zu machen. Dort wird es sicher auch wieder Internet geben. spätestens aber von Chiang Mai aus. Die Leute hier sind alle absolut freundlich und helfen, wo sie nur können (auch wenn es diverse Touriabzocken gibt). Geld ist noch ausreichend vorhanden, geklaut wurde auch noch nicht und ab und an trifft man nette Traveller, die einen ein bisschen auf dem Weg begleiten.

Nyaungshwe

Heute bin ich in bereits den zweiten Tag in Nyaungshwe, einem kleinen Ort am Inle Lake in der Nähe von Mandalay. Hier ist es zum Glück etwas entspannender als in der großen Stadt Yangon. Das Tal in dem der 22x11km große See liegt ist von bergen umringt, in denen sich ab und an dicke Regenwolken verirren.

Yangon hatte ich bereits nach zwei Nächten wieder verlassen. Irgendwie fehlt dieser Stadt der Scharm. Schlechte Straßen und Gehwege, keine Straßenbeleuchtung und abgesehen von der Shwedagon Pagode kaum aufregende Attraktionen zu bewundern. Von Yangon aus ging es nun also mit dem Bus nach Kyaikto, um von dort aus mit einem Pick-up zum Basislager Kinpun aufzubrechen. Kinpun liegt in einem kleineren Mittelgebirge im Mon State und ist Ausgangspunkt für eine Tour zum Kyaiktiyo - dem Golden Rock. Das ist ein ca. 5m großer, goldener, fast runder Felsen der kurz vorm kippen auf einem Berg steht - und das wohl schon seit tausenden von Jahren. Ziemlich faszinierende Eindrücke, die einen dort erfahren. Leider war an diesem Tag das Wetter wieder mal nicht des reisenden freund: am Gipfel hatten sich Regenwolken festgehangen und somit nur für eine Sicht von 15m gesorgt. Der Ausblick auf das umliegende Land wär an einem klaren tag sicher ein weiteres Highlight für diese Tour gewesen.

Mit den beiden Slowenen, die ich auf dieser Tour kennengelernt hatte ging es noch am gleichen Tag mit einem Pick-up zurück nach Bago. Dieser Trip dauerte drei Stunden und das bei diesen herrlichen Straßen. Bago selber ist eine Transitstadt, von der es den darauf folgenden Tag hierher zum Inle Lake gehen sollte. Das Hotel dort war ok, aber wirklich nur für eine Nacht gedacht. Länger wollte man einfach nicht in dieser Stadt bleiben - dauerverkehr in Form hupender Busse, Löws und Mopeds. Und das Restaurant, welches ich mit den beiden Slowenen am Abend noch zum Essen besuchte hatte auch nicht viel zu bieten: das Personal konnte keine einziges Wort Englisch, die herausgesuchten Gerichte konnten nicht zubereitet werden und Ratten sind unterm Tisch langspaziert. Angeblich war das der beste laden in der Stadt. tzzzzzz.

Die dreistündige Pick-up tour vom Vortag noch im Nacken ging es nun also weiter nach Norden. Der Aircon Bus war randvoll. Da ich in der vorletzten Reihe saß, konnte ich jedes Schlagloch der Hauptverkehrsstraße doppelt so gut fühlen. Das was hier der beste Weg zwischen Nord und Süd ist würde man bei uns wahrscheinlich als Kleinstdorfzubringer bezeichnen - hier ist das Autobahn. Teilweise passen keine zwei Busse nebeneinander, es gibt mehr Schlaglöcher und Huckel als teer, Straßenbeleuchtung - Fehlanzeige und Scheinwerfer sind eher Nebensache. Gefahren wird zum Teil ohne oder nur mit Standlicht. Und das in ziemlich waghalsigem tempo - wahrscheinlich stehen auch die Busfahrer hier unter Drogen: fast jeder Burmese kaut auf irgendwelchen Nüssen, die ähnlich wie Kautabak wirken und einen ekelhaften roten Speichel verursachen. Dieser wird dann wo man geht oder steht einfach ausgespuckt. Ebenso war es auch in dem Bus.

An sich sind die Autos, wie schon erwähnt hier alle in schlechtestem Zustand. Was aber unbedingt funktionieren sollte ist die Hupe. Wenn die geht, dann kann man auch auf der Straße fahren.

Die 11h Fahrt in den Norden waren also unglaublich grausam. nicht nur für Körper - auch für den Geist. Nebenher besitzt auch jeder Bus eine funktionsfähige DVD-anlage. Dort werden in voller Lautstärke Musik-DVDs mit Karaokeuntertiteln abgespielt. Dabei ist jeder Song schnulziger als der andere. Anfangs fand ich die Sachen noch lustig - mittlerweile hab ich sie hassen gelernt. Alles in allem war diese Fahrt das bisher schlechteste, was ich erlebt habe.

Nichts desto trotz bin ich gestern ziemlich verknittert und zerknautscht früh um fünf hier in der Nähe von Nyaungshwe aus dem Bus gefallen und per Pick-up in mein zuvor ausgesuchtes Guesthouse gebracht worden. Dort war erst einmal schlaf nachholen angesagt.

Sicher klingt das alles ziemlich unschön, was ich hier schreibe - ist aber nicht alles so schlimm. Das gehört eben in dieses Land und zu dieser Reise und wird mir meine Reisestimmung nicht verderben. Die Burmesen an sich sind hier alle recht nette Gesellen. Wenn irgendwer auch nur einige Worte englisch kann, so wird versucht einen kleinen Smalltalk aufzubauen. Erst gestern hat mich hier in Nyaungshwe ein alter 70 jähriger Lehrer aus der Hauptstadt des Shan States angesprochen. Er wollte einiges von mir wissen und hat mich anschließend zu sich nach Hause eingeladen, um mit mir auf die umliegenden Berge zu steigen. Ein typisches, von seiner frau gekochtes burmesisches Mittagessen soll wohl auch mit drin sein. Ich werde sicher nach den 3-4 tagen hier am Inle Lake zu ihm aufbrechen und schauen, ob sich hinter seinen Worten nicht doch irgendeine touristische abzocke verbirgt.

Soweit erst einmal von hier. Ich werde jetzt noch ein Fahrrad ausleihen und mir mal die Umgebung ansehen.